Rezepte

Glutenfreier Frankfurter Kranz – hooray :)

Neulich verschlug es mich mal wieder in die Stadt. In eine Galerie. Das Vakuum schlechthin, der Verlust von Raum und Zeit (im negativen Sinn) und der Orientierungslosigkeit. Die asiatische Nudelbox-Vorhölle, in der Verkäufer in zu kleinen Jackets mit festgetackertem Grinsen versuchen, mir irgendeine Alltimes-Allnet-Flat-Hochgeschwindigkeits-HD-Endlaser-Blueray-und nur 99 ct.-Auflösung-Abschluss-Vertrags-Geschichte anzudrehen und die…aber ich schweife ab. Ich weiß auch nicht mehr genau, weswegen ich diese Odyssee angetreten hatte – gerne mache ich das nicht. Es ist mir zu voll, zu laut, zu viel Gedrängel – und das, was ich eigentlich kaufen wollte, habe ich am Ende zwar in meinem Beutel, dazu gesellt sich aber immer eine gehörige Portion schlechte Laune. Allerdings lauschte ich beim letzten Mal zwei älteren Damen, die sich über traditionelle Kuchen und Torten unterhielten. „Üppige Sahnetorten“, so die eine, „sind etwas, was die Nachkriegsgeneration so sehr liebt!“ Die andere nickte ihr zustimmend zu und löffelte von der Schlagsahne etwas in ihren Kaffee. Ich blickte verstohlen zu den beiden rüber und fragte mich, ob es tatsächlich nur die Nachkriegsgeneration sei, die auf diese Torten „scharf sind“ und üppige Sahnetorten aus der Mode gekommen seien. Ich – für meinen Teil – liebe Torten und Kuchen. Schokotorten, Sahnetorte, Buttercreme…hmmm 🙂

Nach diesem einschneidenden Erlebnis entschloss ich mich, zum Wochenende einen glutenfreien Frankfurter Kranz zu backen. So schwer kann das doch nicht sein, dachte ich mir – nun ja, aufwendig ist es, aber der Aufwand hat sich gelohnt. Empfehlen würde ich Euch, den Boden am Vortag zu backen und auch den Pudding am Tag vorher zu kochen.

Für den Teig braucht Ihr:

  • 150 g weiche Butter
  • 180 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
  • 5 Eier (Größe M)
  • 225 g glutenfreies Mehl (z. B. „Kuchen & Kekse von Dr. Schär)
  • 60 g Kartoffelstärke
  • 1 Päckchen Weinsteinbackpulver

Für die Füllung benötigt Ihr:

  • 1 Päckchen Vanillepuddingpulver (z. B. von Dr. Oetker)
  • 1/2 l Milch
  • 100 g Zucker
  • 250 g Butter

Für die Verzierung:

  • 2 Packungen Krokant (z. B. von Dr. Oetker)
  • kandierte Kirschen

Zunächst alle Zutaten abwiegen und bereitstellen. Heize den Backofen auf 180 ° C Ober-/Unterhitze vor. Fette eine Frankfurter-Kranz-Form oder eine Springform. (Ich selber habe keine spezielle Form und hab meine Springform genommen).

Wir beginnen mit dem Teig. Dafür rührst Du die Butter mit dem Zucker schaumig. Nach und nach gibst Du die Eier und die Zitronenschale dazu. Mische das Mehl mit der Kartoffelstärke und dem Backpulver und gib es zu der Butter-Zucker-Masse – weiterrühren, bis alles homogen ist. Gib den Teig in Deine gefettete Form und backe ihn ca. 50 Minuten. Wenn die Backzeit vorüber ist, nimm die Form aus dem Backofen und lass den Kuchen auskühlen.

Nun bereitest Du die Füllung vor. Koche den Pudding laut Packungsanweisung, nimm aber die o. g. 100 g Zucker dazu. Deck den Pudding nach dem Kochen mit Frischhaltefolie ab – und zwar legst Du die Folie direkt auf den Pudding. Es darf sich keine „Haut“ bilden, und mit diesem Trick gelingt es meistens. Lass den Pudding abkühlen.

Nun rührst Du die Butter schaumig und gibst den Pudding, sobald er dieselbe Temperatur wie die Butter hat, löffelweise zu der Butter . Die Masse wird besonders schön, wenn Du dafür einen Schneebesen nimmst und die Creme mit der Hand rührst. Stelle die Creme beiseite. Hebe Dir etwa 3 EL der Creme für die Verzierung auf.

Nun nimmst Du den Kuchen aus der Springform und schneidest ihn zwei oder drei Mal – je nachdem, wie groß bzw. hoch der Kuchen geworden ist – durch. Hier lohnt sich echt so ein Tortenbödenteiler (oder wie auch immer man das nennt). Gibt es z. B. bei IKEA. Bestreiche den untersten Boden mit Johannisbeergelee oder Himbeermarmelade. Dann streiche eine Schicht von Deiner Creme darüber. Setze die nächste Kuchenschicht vorsichtig darauf. Hast Du noch eine weitere Kuchenschicht, machst Du das hier genauso. Auf die oberste Kuchenschicht streichst Du dann wieder Creme. Versuche die Seiten auch ein bisschen mit der Creme zu bestreichen.

Nun geht’s ans Verzieren: Streue den Krokant über die Creme – auch an den Seiten. Fülle die Creme, die Du beiseite gestellt hast, in einen Spritzbeutel. Hast Du keinen Spritzbeutel, nimmst Du einfach einen Gefrierbeutel, drückst die Masse nach unten in eine Ecke und schneidest ein kleines Loch in die Ecke des Gefrierbeutels. Damit machst Du dann kleine Tupfer oben auf den Kuchen. Setze darauf die Belegkirschen.

Selbstverständlich kannst Du sofort ein Stück des Kuchens essen – besonders gut schmeckt er allerdings, wenn er eine Nacht durchgezogen ist.

Viel Spaß beim Nachmachen!

 

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