Das Fräulein auf Reisen · Dänemark · Seligkeitsmomente

Besuch in der Herzens-Heimat / Teil 1: Vester Vedsted Vingård

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Dänemark. Wunderbares, weites Land! Mein Herz schlägt hier ein bisschen freudiger, ein bisschen glückseliger, ein bisschen gleichmäßiger. Bereits wenn man über die Grenze fährt, wird das Licht anders. Das habe ich bereits als Kind schon so befunden! Grünes Dänemark! Wer sagt, Dänemark sei karg und langweilig, der hat keine Ahnung, oder der hat tatsächlich seine drei Wochen Urlaub im feinsten „Finregn“ verbracht. In den über 30 Jahren, in denen ich regelmäßig hierher fahre, habe ich alles an Wetter gehabt. Drei Wochen über 30 Grad oder wie jetzt Anfang August eher herbstlich anmutendes Wetter, abends vor dem Kamin und mit Gummistiefeln am Strand, schräger Regen, wahrhaftige Regengüsse und Sturm. Aber zwischendurch Tage, an denen die noch gebräunten Füße in offenen Schlappen steckten und man den Sand dann zwischen den Zehen spüren kann. Das Wasser der Brandung spülte herrlich erfrischend über die Füße, die selbigen sackten langsam und verheißungsvoll schmatzend im Sand ein. Meine Seele atmete! Hier – im wundervollen Dänemark.

Und da es mich mal wieder letzte Woche in eines der schönsten Länder der Welt, wenn nicht sogar DAS schönste Land der Welt, verschlagen hat, um unter anderem den Geburtstag der besten Mama der Welt (und das steht fest!) zu feiern und eine schöne Zeit mit meinen Liebsten zu verbringen, habe ich beschlossen, Euch mitzunehmen auf eine Reise in dieses traumhaft schöne Land mit den glücklichsten Menschen des gesamten Erdballs.

Samstag, 6. August, in aller Herrgottsfrühe:

Das Auto ist gepackt. Wir rauschen gleichmäßig an den Feldern vorbei. Feiner Regen zieht sich über die Windschutzscheibe, im Radio läuft irgend so ein Lied. Ich bin noch nicht so ganz wach. Doch dann kommt Hamburg – meine Perle – sie liegt im Regen da. Die riesigen Kräne und hoch aufgetürmten Container im Hafen sehen irgendwie außerirdisch aus. Und ich denke jedes Mal, dass die Köhlbrandbrücke immer näher an die Autobahn rutscht. ‚Kann das sein?‘, denke ich noch, dann geht es in den Elbtunnel. Danach ist das Wetter noch fieser und nasser als vorher. Dicke Tropfen prasseln auf die Scheiben und das Dach des Autos. Hallo Sommer? Wo hast Du Dich versteckt?

Durch Schleswig-Holstein begleitet uns das nass-kalte Augustwetter. Ein kurzer Stopp in Flensburg – Luft holen, Glieder strecken. Die ersten dänischen Autos, das vertraute Sing-Sang der Sprache, Wortfetzen, die zu uns herüberwehen. Wunderbar! Ein Lächeln stiehlt sich auf meine Lippen, ich schwinge mich hinter das Lenkrad und steuere auf die Grenze zu. Und plötzlich reißt der Himmel auf, ein strahlendes Blau, einzelne kleine Puffwölkchen – es ist wie im Bilderbuch. Pfeifen, Zwitschern, Tirilieren! Ruhig und bedächtig gleiten wir dahin, halten an einem „Loppemarked“ (Flohmarkt) und noch zwei weiteren und rollen auf die älteste Stadt Dänemarks zu – Ribe.

Schon von Weitem sichtbar: Der Dom zu Ribe. Und davor die Feuchtwiesen, auf denen Rinder und Schafe stehen. Ein kleiner Blick um die nächste Kurve und der Ribe Å (der Ribe Fluss) schlängelt sich durch das saftige Grün. Der Blick fällt auf den kleinen Hafen, doch wir fahren weiter in den Kreisel in Richtung Rømø – auf zu Mama und Papa und auf zu guten Freunden, auf nach Vester Vedsted. In das „hyggeligste“ Café im Westen Dänemarks:

www.vvvingaard.dk


Vester Vedsted Vingård ist ein kleines Familienunternehmen, das sich am Rande des Dorfes Vester Vedsted befindet, ganz in der Nähe von Dänemarks ältester Stadt Ribe. Die Weinberge liegen idyllisch auf einem hellen, sonnigen Südhang zwischen Vester Vedsted Bjergplantage und Vester Vedsted Brook. Hier wachsen die feinen Reben. Vester Vedsted liegt nahe des Nationalparks Wattenmeer und ist sehr charmant. Das Café ist eine richtige Perle mit seiner kleinen Antikbutik, den köstlichen ökologischen und regionalen kulinarischen Köstlichkeiten und seinem Weingut. Im ersten Quartal des Jahres 2016 wurde dieses gleichwohl kulinarische wie auch atmosphärische Kleinod mit der sogenannten „Økologiske Spisemærke“ ausgezeichnet. Darunter zu verstehen ist eine Art Silbermedaille, die besagt, dass 60 bis 90 % der Rohwaren in diesem Lokal ökologisch, also Bio, sind. Im zweiten Quartal des Jahres 2016 liegt der Anteil der ökologischen Waren bereits bei 96 %.


Vester Vedsted Vingård ist – so schreibt die „Hausherrin“ selbst auf ihrer Homepage – ein Sammelsurium der Familieninteressen: So kultiviert einer Bienen, ein anderer trocknet Nesseln, einer macht Seife, ein weiterer steht in der Küche und bereitet die leckersten Köstlichkeiten zu. So, sagt die Familie, zeige jede(r), was er oder sie kann und gerne mag und macht. Man merkt wirklich sehr, dass alle Waren mit viel Sorgsamkeit und Muße ausgewählt wurden. In jedem kleinen Ding – sei es das leckere Flæskesteg-Sandwich oder eine der wunderbaren schwedischen Antiquitäten – liegt ein besonderer Pfiff. Und so erhält man einen ersten guten Eindruck, wer sich hinter all diesen wunderbaren Dinge verbirgt – eine wunderbare, lebensbejahende, schöne Familie.


In der Küche steht die Herkunftsgeschichte im Mittelpunkt: Wo kommt das Schwein her oder die Zutaten für den Karottenkuchen, den Kakao, wo leben die Bienen?
Nachhaltigkeit, Ökologie, Geschmack – große Worte, die die Familie immer wieder daran erinnern, wie wichtig der Respekt für die Natur und für die Tiere ist.
Wichtig und spannend ist nicht nur das: Die Rezepte dieser Gaumenfreuden sind verwurzelt in der nordischen Küche – mit wunderbaren Einflüssen der Französischen Landküche. Auch ist es Motto und Anspruch dieser tüchtigen Personen, so viel wie möglich aus dem eigenen Anbau zu verwerten, stets kombiniert mit verschiedenen spannenden Aromen, lokalen Kräutern und unterschiedlichen Kochpraktiken, wie z. B. der nun wieder in Mode kommenden Fermentierung.


Und es wird nicht zu viel versprochen: Bei einem Besuch erlebt man einen Moment mit der Natur hautnah. Hier atmet man Ruhe und Frieden ein, hier kann man das Leben bei einem leichten Mittagessen und einem leckeren Glas Wein ebenso genießen wie mit einer Tasse duftenden Kaffees und einem Stück hausgemachten Kuchen. Danach fällt man einfach mit einem guten Buch aufs Sofa und lässt den lieben Gott einen guten Mann sein.


Danmark. Vidunderligt, vidt land! Mit hjerte slår her lidt gladere, lidt saligere, lidt mere jævnt. Allerede på vejen over grænsen lyset er anderledes. Som barn jeg allerede følte det. Grønne Danmark! Hvem siger Danmark er goldt og kedeligt ikke har nogen idé, eller har haft tre ugers ferie i den fineste finregn. I de over 30 år af regelmæssigt besøge i Danmark, har jeg haft alle slags vejret: Tre uger over 30 grader, men også vejret i efterårsfarver ligesom nu i begyndelsen af august. Med aftenen før pejsen og med gummistøvler på stranden, skrå regn, virkelige regnskyl og storm. Imellem men var der dage, hvor fødderne var i åbne sandaler og sand var mellem tæerne. Vandet af brændingen vaskes herligt forfriskende på fødderne. Min sjæl åndede! Her – i vidunderlige Danmark.

Sidste uge var jeg igen i et af de smukkeste lande i verden, måske den smukkeste land i hele verden til at fejre fødselsdagen af den bedste mor i verden (og der er sikkert!) og også for at tilbringe en hyggelig tid sammen med mine kære. Jeg har besluttet at tage jer med på en tur til dette smukke land med de lykkeligste mennesker i hele verden!

Lørdag, 6. august i daggry:

Bilen er pakket. Vi kører hurtigt. Fin regn strækker sig over forruden, i radioen er en ukendt sang. Jeg er stadig ikke helt vågen. Men så, Hamburg – min perle – det er der i regnen. De enorme kraner og tårnhøje beholdere på havnen ligner noget udenjordisk. Og jeg tror hver gang at Köhlbrandbrücke glider stadig tættere på motorvejen. „Kan det være?“, spekulerer jeg og pludselig er vi i Elbtunnel. Efter tunnelen vejret er desværre ondere og vådere. Tyk dråber trommer på vinduerne og taget af bilen. „Hej sommer? Hvor har du gemt dig selv?“

Ved Slesvig-Holsten ledsager os den våde kolde August vejr. En kort stop i Flensborg – nu strækker vi os. De første danske biler, den velkendte syngende sprog og ord fragmenter, der blæser over til os. Juhu! Jeg smiler og svinger mig bag rattet og ledes til grænsen. Og pludselig flår himlen, en lys blå, enkelt lille skyer – det er ligesom i en billedbog. Jeg fløjter, kvidrer, triller! Rolig og bevidst glider vi og stopper ved flere loppemarkeder og kører til Danmarks ældste by – Ribe.

Synlig fra langt væk: Ribe Domkirke. Og før de våde enge er der kvæg og får. En lille kig rundt næste kurve og Ribe Å bugter sig gennem den frodige grønne. Udsigten på den lille havn er dejligt, men vi fortsætter vores vej til rundkørslen – til Rømø – til mor og far og til gode venner, til Vester Vedsted. Til den hyggeligste café i det vestlige Danmark:

Vester Vedsted Vingård er en lille familievirksomhed, der ligger lige uden for landsbyen Vester Vedsted, meget tæt på Danmark ældste by Ribe. Vinmarkerne ligger idyllisk på en let, sydvendt skråning mellem Vester Vedsted Bjergplantage og Vester Vedsted Bæk. Jorden er en sandet hedeslette, hvor vinen gror fint. Vester Vedsted ligger i nærheden af Nationalpark Vadehavet og er meget charmerende. Caféen er en ægte perle med sin små Antikbutik, lækre økologiske og regionale kulinariske lækkerier og med vingården. I første kvartal af 2016 fik dette kulinarisk samt atmosfærisk perle den såkaldte „Økologiske Spisemærke“. Et spisemærke i økologi er et symbol, der guider forbrugeren i deres valg af spisested. Økoprocenten for 2. kvartal i 2016 ligger på 96 %.

Vester Vedsted Vingård er – så skriver værtinde selv på hjemmesiden – et samsurium af en lille families interesser: én dyrker bier, én tørrer brændenælder, én holder af at sætte priser på nye varer, én holder af at skudsortere osv. Du virkelig kan føle at mennesker har brugt meget tid på at finde sunde og lækre råvarer med et lille tvist, og med max turbo på kvalitet. Og så får du et godt første indtryk, der står bag alle disse vidunderlige ting – en vidunderlig, livsbekræftende, smukke familie.

I køkkenet på Vester Vedsted Vingård er historien omdrejningspunktet. Historien om grisen og guleroden, kagen og kakaoen, bien og bøffen. Bæredygtighed, økologi, smag – store ord, som minder os om, at kvalitet ligger i respekten for naturen og dyrene.

Opskrifterne har rod i det nordiske køkken med jævnlige besøg af fransk bondemad. Vi laver så meget som muligt fra bunden. Kombinerer anderledes smagsoplevelser og genopdager lokale urter og tilberedningsformer.

Ved et besøg på Vester Vedsted Vingård vil gæsterne kunne nyde en stund med naturen helt tæt på. Her ånder fred og ro, her kan man godt nyd livet med en let frokost et glas koldt hvidvin eller en god kop kaffe med lækker, hjemmebagt kage. Bagefter kan du lade dig dumpe ned i sofaen med en god bog – og hygger!

(Nogle uddrager er fra Vester Vedsted Vingård’s hjemmeside. Og jeg håber min dansk var ikke så fuld med fejl…)

5 Kommentare zu „Besuch in der Herzens-Heimat / Teil 1: Vester Vedsted Vingård

  1. Ah! Das ist ja eine ganz zauberhafte des Rätsels Lösung. 😀
    Nun begreife ich auch endlich deinen Blogtitel. Ich hatte mich ja von Anfang an gefragt… Du bist aus Dänemark? Ich hoffe ja mehr darüber zu erfahren. Als Kind war ich selbst mal dort, doch das ist so lange her, dass das Meer und das Watt das Einzige sind, woran ich mich noch erinnern kann. 🙂
    Das Cafe wirkt sehr urig und gemütlich. Ich hoffe, ihr hattet eine schöne Zeit bei deiner Mama.
    Wird es eine Fortsetzung geben? ❤

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    1. 🍄was musste ich gerade lachen!! Das ist es Rätsels Teillösung. Ich komme zwar nicht aus Dänemark, aber meine Vorfahren (Uropa) und meine Nenn-Großeltern. Und meine lieben Eltern sind so oft es geht dort. So ist es Heimat. Oft mehr als hier.
      Es werden Fortsetzungen folgen – viiiiiiele! Denn Dänemark ist so vielseitig schön. Im Winter muss man Stille und Dunkelheit abkönnen und sich selbst genug sein.
      😉 Das Café gehört einer guten Freundin und der Familie. Es ist paradiesisch und würde Dir bestimmt gut gefallen. Ich bin sehr gerne dort und immer unendlich traurig, wenn ich wieder fahren muss.
      Wir lesen uns!! Einen wunderschönen Sonntag wünscht Dir Kristina

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      1. Ah, soo ist das. Na, da bin ich gespannt auf weitere Reisegeschichten…Ich lese gerade Hannas Töchter. Das hat zwar überhaupt nix mit Dänemark zu tun, passt aber trotzdem irgendwie zur Gesamt-Thematik, denn der Roman ist so schön. Genau wie deine Reiseberichte…und Rezepte…und Familiengeschichten… 😉
        Liebe Grüße die 2te
        (Ich schwitze übrigens immer noch)

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      2. Oh, auch aaahhhh – Hannas Töchter habe ich auch schon mal gelesen. Das spielt doch in Schweden?! Da wäre ich jetzt auch gern. Gestern Abend habe ich festgestellt, dass ich meine Füße auch gerne ins Meer halten würde. Es waren 34 Grad auf dem Balkon. Ächz! Und dann bin ich noch mit dem Fahrrad nach Hause gefahren, vorbildlich mit Fahrradhelm. Ich habe gedacht, ich kippe zwischendurch vom Rad und mein Hirn wird gegrillt. Zudem hab ich mir noch so eine besch… Erkältung eingefangen. Braucht man auch bei diesen Temperaturen. :-/
        Aber ich danke Dir sooo sehr für diese lieben Komplimente! :-*
        Liebe Grüße (auch die 2te *hihihi*)

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      3. Oh je, gute Besserung du Liebe. 😦
        Nee, ne Sommergrippe braucht kein Mensch, nicht mal im Winter. 😉
        Bei mir im DG ist war es die letzten Tage ebenfalls sehr heiß, doch seit gestern geht es wieder. Gerade zieht eine leichte Brise durch die geöffneten Fester, herrlich…
        Ja, das Buch spielt in Schweden. Die Geschichte ist wirklich zauberhaft geschrieben und die Thematik wirft Fragen auf. Was weiß man schon über die Vergangenheit der eigenen Mutter, jenseits des Mutterseins? So richtig viel ist das bei mir nicht…
        Bitte fühl dich herzlich gesundheits gedrückt. 😉
        Jenny (nicht mehr ganz so schwitzig)

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