Rezepte

William Wallace und das Schneegestöber – glutenfreier Flammkuchen, Pfannkuchen und eine herrliche Sommerträgheit

Jesus hatte einen im Kahn. Das kann schon mal vorkommen bei winterlichen Temperaturen. Dann nehme man Hochprozentiges. Das wärmt. Von innen. Jesus wählte Absinth. Macht Gin – ‚tschuldigung.

Zur Freude von Arthur Dent, Rotkäppchen, dem bösen Wolf, Alice und dem verrückten Hutmacher wuchs Jesus Gras aus der Tasche.

Das hatte zur Folge, dass Jesus nicht nur einen im Kahn hatte und sein Glas fallen ließ. Böse Zungen würden behaupten, das lag an den Löchern in den Händen.

Ich war nüchtern und Tinkerbell, griff mir Arthur Dents Handtuch, nachdem ich den Absinth auf dem Boden aufgewischt hatte. „Wer bist denn Du?“ fragte mich der Anhalter. „Ich bin die Absinth-Fee!“ antwortete ich. Tarnung ist alles. Meine Flügel waren in der kleinen Wohnküche etwas sperrig und mein rechtes spitzes Ohr knickte regelmäßig nach vorn.

Zudem lag draußen 30 cm hoch der federleicht vom Himmel fallende Neuschnee. Ein Umstand, den meine Begleitung, in keinster Weise erschütterte. Es war William Wallace. „Freedom!“ tönte es, wenn sich die Tür öffnete. „Free Scotland!“ brüllte es ihm entgegen.

Alle Epochen waren sich einig: Freiheit ist das größte Gut!

Es war Anfang Februar und klirrend kalt. Wir fuhren mit dem Auto durch Schneetreiben; die Schneeflocken stoben an uns vorbei wie die Sterne bei Lichtgeschwindigkeit in einem Star Wars-Film. William Wallace hatte sich das Gesicht blau geschminkt. Der Kilt saß einwandfrei. Meine Flügel lagen auf der Rückbank. Ich hoffte auf eine Polizeikontrolle. „Allgemeine Verkehrskontrolle, guten Abend, Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte!“ „Einen zauberhaften Abend!“ hätte ich feengleich gezwitschert, wäre leichtfüßig ums Auto getrippelt und hätte ihm noch Verbandskasten und Warndreieck gezeigt. „Normalerweise,“ hätte ich gehaucht, „löse ich meine Probleme mit Feenstaub!“ Vermutlich hätte ich dann in ein Röhrchen pusten müssen. Das wollte ich immer schon mal. Und William Wallace? Er hätte Contenance bewahrt, hätte sich ganz ruhig verhalten. Manchmal müssen Freiheitskämpfer schweigend abwarten.

Nun sitze ich flügel- und spitzohrlos in meinem Yoga-Castle. Der Gedanke an Minustemperaturen ist komplett abwegig. Kurz überlege ich, ob ich mich vor das Tiefkühlfach stellen soll und entscheide mich dann für leichte Kleidung.

Morgens steige ich auf mein Fahrrad, das – unseren Traditionen zum zufälligen Trotz gar keinen Namen besitzt. Eine Schande, wenn ich recht überlege. Wie könnte es heißen? Doch das Hirn ist eher behäbig und angenehm schwer. Ein Name? Für ein Fahrrad? Wie dem auch sei, Karl hat im Moment Sommerpause und wird nur selten aus dem Stall geholt. Das Rad muss her.

Die letzten Tage waren neben sommerlich und warm ereignisreich, überraschend, turbulent, und über allem hing diese sommerliche Schwere, das Schreien der Schwalben und die unerbittliche Hitze. Die Getreidefelder werden abgemäht und die August-Äpfel sind reif – dabei ist es Anfang Juli. Der Erdbeeren sind aufgegessen, selbst die späten Sorten. Inzwischen setzt man sich freiwillig in den Schatten und genießt die Dunkelheit. Sommer!

Mahlzeiten bestehen zu 90 % aus Beeren und Joghurt, Eis oder Tomaten. Das höchste der Gefühle ist ein glutenfreier Flammkuchen und – weil es so ähnlich klingt – ein glutenfreier Pfannkuchen. Mit Apfelscheiben, Zimt und Zucker.

Und weil ich im Moment so unglaublich faul bin, gibt es hier gleich zwei Rezepte auf einen Streich. Denn wer weiß, wann mich in diesem Sommer das nächste Mal die Muse küsst. Ich weiß es nicht. Und während ich mich auf meiner Sonnenliege auf Pæreø rekele wie einst Sophia Loren geht in Windeseile an einem warmen Plätzchen der Hefeteig für den Flammkuchen.

Und hier Rezept Nummer 1:

Glutenfreier Flammkuchenteig

  • 200 g glutenfreies helles Mehl (z. B. Dr. Schär Mix it!)
  • 200 g glutenfreies dunkles Mehl (z. B. Dr. Schär Mix B)
  • 1 TL Salz
  • 200 ml lauwarmes Wasser
  • 20 g Frischhefe
  • 2 TL Flohsamenschalen
  • 1 TL Xanthan

Mische beide Mehlsorten, die Flohsamenschalen, Xanthan und Salz in einer großen Rührschüssel mit dem Salz. Gebe das lauwarme Wasser in einen hohen Becher und bröckele die Frischhefe hinein. Lass sich die Hefe langsam auflösen. Drücke eine Mulde in die Mitte des Mehlberges und gieße das lauwarme Wasser langsam hinein. Nun verknete alles zu einem Teig und lass diesen zugedeckt an einem warmen Ort etwa zum doppelten Volumen aufgehen.

Rolle den Teig dünn auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech aus und heize den Backofen auf 200 Grad vor.

Belag für den Flammkuchen

  • 200 – 250 g Schmand oder Sauerrahm
  • ca. 50 g magere Speckwürfelchen
  • 1/2 Zucchini, in Scheiben geschnitten
  • 1/4 Zwiebel, rot und gewürfelt
  • geriebener Gouda
  • gehackte glatte Petersilie
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer

Schwitze die Zwiebel in einer Pfanne mit Olivenöl an und gebe die Speckwürfel hinzu. Brate alles, bis es glasig bzw. leicht gebräunt ist, an. Schneide die Zucchini in gleichgroße Scheiben. Streiche den Schmand oder Sauerrahm auf dem ausgerollten Hefeteig aus und lege die Zucchini-Scheiben auf den Schmand. Streue die angebratenen Zwiebeln und den Speck darüber, ebenfalls die gehackte glatte Petersilie. Würze mit Salz und Pfeffer und streue anschließend den geriebenen Gouda über den Flammkuchen.

Schiebe das Blech in den Ofen und backe den Flammkuchen auf mittlerer Schiene für etwa 15 Minuten bei 200 Grad.

Und hier Rezept Nummer 2:

Einfacher geht’s nicht.

  • 4 gehäufte EL glutenfreies helles Mehl (z. B. Dr. Schär Mix C)
  • 3 EL Milch
  • 2 EL Zucker
  • 1 Ei
  • 1 Schuss Mineralwasser mit Kohlensäure
  • neutrales Öl für die Pfanne
  • Apfelscheiben und Zimt für den Beleg (oder was Euch gerade so gefällt)

Gebt alle Zutaten nacheinander in eine Schüssel und rührt diese mit einem Schneebesen zu einem geschmeidigen Teig. Lasst den Teig einen Augenblick stehen und lasst das Öl in der Pfanne heiß werden.

Gebt eine Kelle mit dem Pfannkuchenteig in die heiße Pfanne und backt Euch wunderbar fluffige Pfannkuchen. Belegt diese anschließend mit Apfelringen und streut reichlich Zimt-Zucker darüber.

Bon appétit!

2 Kommentare zu „William Wallace und das Schneegestöber – glutenfreier Flammkuchen, Pfannkuchen und eine herrliche Sommerträgheit

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