Bunter Salat mit Auberginen und einer Walnusscreme – Von einem Eisvogel, von Kniffelturnieren und von einer denkwürdigen Zeit

Es ist 17:00 Uhr und ich klappe den Laptop zu. Ein weiterer Arbeitstag im Homeoffice ist geschafft. Ich atme tief durch. Eigentlich habe ich es doch noch gut getroffen. Das bisschen Rückenschmerzen vom Esszimmerstuhl – geschenkt. Die schmerzenden Knie – egal. Dafür fällt die Sonne in das Wohnzimmerbüro mit Esszimmerschreibtisch, und auf dem Balkon habe ich eine Ecke, in der ich in der Mittagspause geschützt die wärmenden Sonnenstrahlen genieße, Besuch bekomme von Insekten, die ich mit einem alten Pflanzenführer bestimme. Was es alles gibt: Blaue Holzbienen zum Beispiel! Und um Punkt 12:05 Uhr rufe ich meine Eltern an. „Wie geht es Euch? Wir haben Euch lieb! Hast Du das gesehen?“ Und dann: „Treffen wir uns heute Abend wieder?“

Seit dem lockdown „treffen wir uns“ zum Kniffelturnier – virtuell. Es wird gewürfelt als gäbe es kein Morgen. Jedes Paar kniffelt für sich. Und wenn das Spiel aus ist, werden die Kniffelblöcke abfotografiert und versandt. Der Schriftführer: mein Vorzeigemodell! Auch im Homeoffice. Und ich bin so dankbar, dass ich ihn habe.

Nach Feierabend schlüpfen wir jeden Abend aus der Tür hinaus aufs freie Feld. Keine Menschenseele begegnet uns, nur eine hörbare Stille. So wie letzte Woche Montag als es schneite und man das Knistern der Schneeflocken hören konnte und dass sich die feinen Kristalle mit einem leisen Knirschen auf die Fensterbänke setzten.

Plötzlich drückt mein Vorzeigemodell meinen Arm und flüstert: „Der Eisvogel!“ Und dort sitzt er, im knorrigen Geäst und betrachtet uns aus seinem schillernden Gefieder. Dann breitet er seine Flügel aus und fliegt lautlos über den kleinen Bachlauf. Eine unendliche Ruhe breitet sich in mir aus, und ich frage mich, ob in all dem vielleicht auch eine gewisse Chance liegt.

Überhaupt – Balkon. Wie oft habe ich vor Corona gesagt: ich hätte gern einen essbaren Balkon, also mit Gemüsepflanzen, in kleinen Hochbeeten, vielleicht sogar das eine oder andere selbst gezogen. Da wurden Ratgeber gekauft und Lesezeichen in Bücher gelegt, und abends war man dann so kaputt, dass das leichte Berieseln der einfachste Weg war. „Nimm mir ein bisschen Geschwindigkeit!“ singe ich und merke, dass es genau das ist. Geschwindigkeit rausnehmen, einen, zwei, drei Gänge runterschalten.

Und während sich meine Hände in die Erde graben, feine Sämlinge in die Erde gestreut, in den kühlen Flur gestellt und begossen werden, stiehlt sich ein breites Grinsen in mein Gesicht. „Und nun wachst schön!“ sage ich zu den Kleinen. Und nach den ersten Tagen erste Ergebnisse – hier reckt eine Bohnenranke sich neugierig empor, dort sprießen zarte Tomatenpflanzen aus der Erde. Übrigens – keine Hybriden! Wenn Euch die Gärtnerlust packt, achtet darauf – denn so ein Hybrid, tja, der kann – salopp gesagt – nur einmal und danach ist Ende. Achtet auf alte Sorten, die weitergezogen werden können, die nachhaltig sind.

Pflanzen – nicht hamstern!

Ich renne ja sonst nicht mit dem erhobenen Zeigefinger durch die Gegend und mache einen auf Moralapostel, bei diesem Thema nun ja – da hebt sich der Zeigefinger in die Höhe. Eine Litanei erspare ich Euch nun, gehe aber über zu einem köstlichen Rezept – zu unserem Dienstagssalat.

Ihr braucht (für 2 Personen):

  • Verschiedene bunte Salate, z. B. Rauke, Löwenzahnblätter, Taubnessel, Giersch, Sauerampfer, Schafgabe
  • 1 Tomate (groß) oder 2 (klein)
  • 1 Aubergine, in Scheiben geschnitten
  • Gurke
  • Radieschen
  • Olivenöl

Für die Walnusscreme:

  • 60 g Walnüsse
  • 1 Prise Salz
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Schluck Wasser

Bereitet zunächst die Walnusscreme vor. Gebt dafür die Zutaten in einen hohen Messbecher und zerkleinert alles mit dem Pürierstab. Ist die Masse zu fest, gebt noch einen Hauch Wasser dazu.

Bratet die Aubergine in einer Pfanne mit Olivenöl an und legt sie anschließend auf Küchenpapier. Lasst die Scheiben etwas abkühlen. Anschließend mit der Crème bestreichen und in der Mitte einklappen.

Den Salat waschen, Tomaten, Gurke und Radieschen in Scheiben schneiden. Alles in zwei Schüsseln anrichten. Die Auberginen auf den Salat legen.

Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt – mischt das Gemüse, das Ihr gern mögt, raspelt Möhren mit hinein oder gebt noch ein paar Granatapfelkerne zu den Auberginen. Salat ist eben nicht langweilig!

Viel Spaß und seid schön kreativ!

Guten Appetit – und passt auf Euch auf!

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