Mein Leben sollte einen Soundtrack haben…

Sound of Silence. Es war still im Fliegenpilzland. Glückspilz hin oder her. Mein Vorsatz ist und bleibt, Euch in das Bullerbü im Herzen zu führen, das „ohne Regen keine Blumen“, das „Blumen am Wegesrand – nicht Hundekacke“. Das fiel selbst mir unerschöpflichem Optimisten schwer. „Don‘t let go, never give up it‘s such a wonderful live“.

Zu Beginn des Lockdowns – ach, was haben wir da gesagt: „Wir machen das Beste draus!“ „Wir pflanzen Gemüse auf dem Balkon!“ „Wir streichen die Küche!“ „Wir misten die Schränke aus!“ „Wir zoomen, facetimen, telefonieren!“ „Lilililinda – ich ruf Dich an!“

Es gab einen Punkt, da rollte eine digitale Welle über mich hinweg, es fühlte sich nicht gut an, nicht echt. Vor allem machte es eins mit mir: es machte mich so unendlich traurig. Nun mag mich der eine oder andere für undankbar halten, schließlich ist die Digitalisierung doch ein Segen, denn „stell Dir doch mal vor wir hätten das jetzt nicht“. Doch Leute: eyho, I am tired of using technology.

„Sicher!“ sage ich. „Doch ich vermisse meine Freunde, ich möchte meine Freunde in den Arm nehmen dürfen, wenn sie mir mit müden Augen und leiser Stimme klagen, dass sie schlecht schlafen, weil sie um ihre Existenz bangen. Aber ich darf sie nicht in den Arm nehmen, weil – ja, weil wegen des Virus… „Insomnia – I can‘t get no sleep!“

Ohne meine Freunde und meine Familie wirst Du nicht mehr versorgt beim Arzt, bekommst Du keine schmackhaften Erdbeeren zu Deinem prickelnden Sekt, feierst Du keine wunderbar dekorierte Hochzeit. Ohne meine Freunde machst Du keinen Kurs in Deiner Freizeit, in dem Du mit anderen zusammen sitzt und lachst, ohne meine Freunde isst Du nicht in einem Restaurant und genießt ein köstliches Essen und einen süffigen Wein. Ohne meine Freunde wird es still, denn sie sind Künstler und singen bei Deiner Hochzeit, bei Deiner Feier, bei einer Beerdigung. „Jajaja, jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttoinlandsprodukt.“

Doch auch gemeinschaftliches Singen ohne Digital – darf man nicht , denn das Virus…

Und dennoch: Und ich habe eine Scheißwut auf dieses Virus! Dieses Virus teilt die Menschheit in die, die noch netter und herzlicher werden und in die, die noch rücksichtsloser, missgünstiger und niederträchtiger werden. Und eine kleine verwirrte Klientel – man erkennt sie am Aluhut. „Spaaaaacemaaaan! Dieser Weg wird kein leichter sein…“

Das auch noch! denke ich. Die möchte ich nicht in den Arm nehmen, nö!

Was ich aber möchte, ist nicht um 19:00 Uhr auf irgendeinem Balkon stehen und wie ein Duracellhase für die Systemrelevanten klatschen, und wer das ist, wurde ja viel zitiert…

Ich möchte für die anderen singen! Für die Kinder, für die Alten, für die Menschen mit Behinderung, für die Demenzkranken, für die Obdachlosen.

„Grüße von den vergessenen Kindern!“ stand an einem der bis vor Kurzem noch gesperrten Spielplätze. „Grüße von den Vergessenen!“ hätte man auch schreiben können.

Das macht mich unendlich traurig. Sie gehören doch auch dazu! Sie sind Teil unserer Gesellschaft, die uns so vielfältig und bunt macht, das Leben lebenswert, die uns inspirieren, beflügeln, das Große im Kleinen sehen.

Das ist alles nichts Neues. Nein, und ich bin dankbar für meine Familie und für meine Freunde. Und ich weiß gar nicht wie groß die Party sein soll, wenn wir uns alle wiedersehen!

Ich kann es kaum erwarten. Ich liebe Euch!

Euer Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz

7 Kommentare zu „Mein Leben sollte einen Soundtrack haben…

    1. Danke Dir! Ich habe lange mit mir gehadert, ob und wenn ja wie ich darüber schreibe. Zumal dieser permanente Informations- und Gedankenfluss sich mal mehr mal weniger stark durch meine Gehirnwindungen schlängelt und ich fast täglich am sortieren bin, was dableiben darf und was weg kann, muss oder sollte. Vor allem wollte ich keinen Fingerzeig, keine Schuldzuweisungen, nur ein Aufzeigen. Schön, dass das angekommen ist. Ich drücke Dich und sende Dir Vergiss-mein-nicht 🌸

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