Mit ’nem Löffelchen voll Zucker – von Mary Poppins und einer himbeerigen Biskuitrolle

Ja, ein Löffelchen voll Zucker bitt’re Medizin versüßt!

Das sang schon Mary Poppins und die muss es ja wissen. Schließlich hat Mary echt Erfahrung.

Letztes Jahr im September weilten mein Vorzeigemodell und ich – die treuen Leser(innen) (oder sollte ich „Lesende“ schreiben) – nun, wir weilten in Italien und genossen die vermeintlich letzten warmen Sonnenstrahlen. Durchschnittlich 30 Grad. Nach dem Wahnsinnssommer kein Problem für zwei Nordlichter. Doch auch der schönste Spätsommerurlaub geht auch mal zu Ende. Und so kam es, dass wir zwar bei 30 Grad zurückreisten, aber zu Hause von 7 Grad begrüßt wurden. Auch in unseren Gefilden hatte es einen Temperatursturz gegeben. Tags zuvor hatte das Thermometer noch an der 30-Grad-Marke gekratzt. Und so saßen wir an unserem heimatlichen Frühstückstisch mit den mediterranen Köstlichkeiten und froren.

Berge von Wäsche – Shorts, Tops, Röcke, Kleider, luftige Leinenhemden – Socken? Socken hatten keinen Einsatz, konnten so eingerollt in die Schublade wandern.

Eine halbe Stunde später stehe ich im Bad, draußen gutes norddeutsches Wetter und ich froh über unbenutzte Socken. Denn kaum aus Bella Italia zurück geht’s in eine andere Perle – Hamburg!

Meine liebe Mama war mit einer Truppe Arbeitskolleginnen und ihrem Chef auf dem Weg zu einem Wochenendseminar. Anlässlich des Praxisjubiläums gab es Karten für „Mary Poppins“ und wie das immer so ist: eine wird immer krank! Und eine ist dann der Glückspilz. Und so stand ich besockt, gestiefelt und gespornt im roten Regenmantel mit weißen Punkten auf dem Bahnsteig, aufgenommen in einen Trupp lustiger Mädels wartend auf den Ersatzzug, denn selbstverständlich war der ICE ausgefallen.

Mit einem klapperigen IC, Baujahr 1896, ratterten wir dann Richtung Hamburg, standen im Gang, tranken Sekt aus Plastikgläsern und machten dem Kontrolleur gute Laune. Unsere Laune war nämlich gar prächtig. Ich war gespannt auf Mary, auf Hamburg, auf die Überfahrt und freute mich auf einen Abend mit Mama. Mama, die als Kind ein Buch von „Mary Poppins“ bekommen hatte und es verschlang, sich zum nächsten Weihnachtsfest ein besonders dickes Buch von „Mary Poppins“ wünschte, es leider aber keins gab, war mindestens genauso aufgeregt wie ich. Ob sie wohl fliegen würde? Ob sie genauso hübsch war wie Julie Andrews in dem Film? Ob die Musik genau so schön sein würde? Wir sollten es bald erfahren.

Im Stechschritt marschierte die Infanterie in Hamburg angekommen dann zur S-Bahnstation, zog die Koffer hinter sich her und schnaufte. Doktorchen war auf Zack. Eingecheckt im Hotel tupften wir uns den Schweiß von der Stirn. Unglaublich, dass man bei 7 Grad und steifer Brise noch so schwitzen kann. Rouge brauchten wir nicht, unsere Wangen waren rosig genug, und so ging es zurück zur S-Bahnstation, Richtung Jungfernstieg, Mary ließ nicht auf sich warten.

Und als wir dort standen, die Elbe stahlblau gegen den Steg schwappte und die Elphi im Licht der untergehenden Sonne erleuchtete, wurde mir klar, warum Hamburg das Tor zur Welt genannt wurde. Die Hansestadt öffnet förmlich ihre Pforten und breitet die Arme aus, entlässt ihre Schäflein in die große weite Welt. Nordisch nobel. Hamburg. Und eine Weile stehen wir einfach nur da, genießen das Panorama, die Luft, das Klatschen der Wellen durch die Pötte, die über die Elbe gleiten. Irgendwann steigen wir auch in ein Boot, lassen uns zu Mary bringen. Die Sonne ist inzwischen untergegangen und der Wind beißt in mein sonnenverwöhntes Gesicht. Mama steht neben mir und ist ebenso beeindruckt von der Aussicht, die Elphi -dieses kühne Bauwerk – glitzert im Schein der Lichter und wir, aufgeregt und ein bisschen erschöpft von den Eindrücken, gehen nun hinein, nehmen unsere Plätze ein und lassen uns entführen in die Welt von Mary Poppins. Und ob sie über das Publikum schwebt, nun – das müsst Ihr selbst herausfinden…

Derweil bereite ich etwas mit dem einen oder anderen Löffelchen voll Zucker zu…

Glutenfreie Himbeer-Biskuitrolle

Für die Füllung:

  • 150 g Quark
  • 100 g Ricotta
  • 1-2 EL Puderzucker
  • 200 g Himbeeren
  • Für den Teig:
    • 3 Eigelb
    • 75 g Zucker
    • 3 Eiweiß
    • 1 Prise Salz
    • 70 g glutenfreies Mehl
    • 1/2 TL Backpulver
  • Bereitet zuerst die Füllung zu. Dafür mischt Ihr Quark, Ricotta und Puderzucker und hebt dann die Himbeeren vorsichtig drunter. Wenn es Himbeersaison ist und Ihr frische Himbeeren bekommt, legt ein paar schöne für die Dekoration zur Seite.
  • Dann heizt den Backofen auf 180 Grad vor, belegt ein Backblech mit Backpapier.
  • Trennt die Eier und gebt das Eigelb in eine Rührschüssel zusammen mit dem Zucker. Schlagt Eigelb und Zucker bis die Masse hell wird. Aus Eiweiß und Salz macht Ihr schönen festen Eischnee. Wiegt das Mehl ab und gebt das Backpulver hinzu, vermischt es gut miteinander. Nun gebt Ihr abwechselnd Mehl und Eischnee unter die Eigelb-Zucker-Masse. Der Teig muss ganz geschmeidig sein.
  • Gebt den Teig dann gleichmäßig (!) auf das vorbereitete Backblech und backt es für 12 bis 14 Minuten. Der Biskuit darf nur leicht gebräunt sein!
  • Nach der Backzeit nehmt Ihr das Backblech aus dem Ofen und spannt ein sauberes feuchtes Geschirrtuch über den Teig, stürzt den Biskuit um auf das feuchte Tuch und zieht dann vorsichtig das Backpapier ab. Den Biskuit wickelt Ihr dann in das feuchte Geschirrtuch und lasst es abkühlen.
  • Wenn alles abgekühlt ist, dreht Ihr den Biskuit wieder auf und bestreicht ihn dann mit der Füllung. Dreht es wieder ein und legt die Himbeer-Biskuitrolle in eine Auflaufform oder auf eine Kuchenplatte. Stellt sie bis zum Verzehr kalt. Kurz vorm Servieren bestäubt die Rolle mit Puderzucker und garniert, wenn Ihr habt, mit frischen Himbeeren.
  • Viel Spaß beim Nachbacken wünscht Euch das immer noch singende
  • Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄
  • Sweet Karoline – ein Tag im Karo-Viertel

    Eine neue Kategorie in meinem Blog, liebe Leute! Das Fräulein auf Reisen – so als Zöli manches Mal eine Herausforderung, dennoch eigentlich immer spannend und oftmals abenteuerlich. So auch gestern.

    Die Perle des Nordens empfing uns klirrend kalt, aber strahlend – ohne eine Wolke am eisblauen Himmel, dafür mit Möwengeschrei. Der blanke Hans hatte Pause, Alster und Elbe flüsterten sanft und wir waren neugierig. Vom Insel-Stadtteil Wilhelmsburg brachte uns die rote Raupe an die Sternschanze. Das Karolinen-Viertel war bereits ausgeschildert – 1,6 km legten wir zu Fuß zurück, und wir schlenderten vorbei an beschmierten Hausfassaden, prachtvollen Jugendstilbauten mit winzigen Balkonen, dreckigen Fenstern mit ebensolchen Vorhängen, in die Nischen gequetschte Neubauten, in denen stylische Jungdesigner ihre Hipster-Kleidung präsentierten, Eltern-Kind-Multi-Kulti-Cafés. Am Ende dieses laut-bunten Mixes – ein Flohmarkt. Eine weitere Leidenschaft von mir! Kein Flohmarkt ist vor mir sicher. Und dieser Flohmarkt war ein Spiegelbild der Schanze und des Karo-Viertels – neu und alt, Urgestein und Hamburger Jung, hanseatisch und mediterran, mit und ohne Staub und Spinnennetz, Kellermief oder Uralt Lavendel. Mit dabei eine gehörige Portion Neugier – die uns dann weitertrieb ins Karo-Viertel.

    Empfehlen kann ich Euch:

    Café Klatsch in der Glashüttenstraße 17

    Hier kann man den ganzen Tag frühstücken. Wir haben dieses kleine Café leider erst am späten Nachmittag entdeckt, daher gab es „nur“ Pfefferminztee aus frischer Minze, Darjeeling, kalte Milch und heiße Schokolade mit Sahne – serviert wie in Frankreich.

    Oma’s Apotheke in der Schanzenstraße 87

    Zugegeben – die Karte hat mich erst etwas überfordert, weil ich nur „Schnitzel“ las, aber die Bratkartoffeln mit Spiegelei waren echt lecker und ein wunderbares glutenfreies und vegetarisches Mittagessen.

    Harbor Cake in der Markstraße 36

    Dieses Café ist echt klein. Wir haben leider nach drei Anläufen keinen Platz bekommen. Die Kuchen sind allerdings Weltklasse – es gibt mindestens eine glutenfreie Sorte, verschiedene vegane Varianten, Kaiserschmarrn, Quiches… Ein Anlaufpunkt für das nächste Mal.

    Und zum Abschluss waren wir dann im Piccolo Paradiso in der Brüderstraße 27. Das Restaurant selbst nennt sich „Hamburgs ökologisches Weinrestaurant“ mit Herz für Allergiker. Vegetarisch – vegan – und köstlich! Glutenfreie Pasta? Kein Problem! Ein wunderbarer Abschluss nach einem ereignisreichen Tag!

    Bleibt neugierig!