Mit Pauken und mit Herbsttrompeten – Herbstliches Geschnetzeltes

Frage im Kreuzworträtsel: „Schlagzeuger im Orchester“. Ich muss echt überlegen. Sieben Buchstaben, hinten „ist“… Mein Vorzeigemodell zuckt mit den Schultern. „Ich komme nicht drauf. Du?“ fragt er. Ich grübele, denke mir, dass es ja wohl „Paukist“ nicht sein kann. Noch nie gehört. „Du, das ist ‚Paukist‘!“ kommt es ungläubig vom größeren Sofa. „Echt?!“ Ich bin etwas erstaunt. Paukist klingt aber irgendwie gut.

„Und was machen Sie so beruflich?“ „Ich bin Paukist bei den Trodelhofer Drosselspatzen.“ Klingt doch viel besser als „Tach, Hauke – ich hau hier die Pauke!“ Obwohl das irgendwie auch einen gewissen Charme hat.

Eines Sommers reimten wir als gäbe es kein Morgen. Hauke war auch mit von der Partie, natürlich mit Pendant im Gepäck. „Alle spielen Klarinette. Nur nicht Hauke, der haut die Pauke.“ Wir schwangen uns von Reim zu Reim in den hochsommerlichen Dichterhimmel, bis bei

„Alle bügeln glatt, nur nicht Britta, die bügelt Knitter.“

alle Dämme brachen. Selbst die Boyband nebenan in der von uns getauften „Partyhütte“ schwieg für zehn Minuten, weil wir in schallendes Gelächter ausbrachen. Wir rangen nach Luft, tupften uns die Lachtränen aus den Augen, und legten Varianten nach:

„Alle putzen nackt mit Lappen, nur nicht Egon, der trägt Schlappen.“

Der Sommer – unvergessen. Und nun ist es Herbst. Der Oktober verabschiedet sich mit einem Feuerwerk aus Farben.

Ein fulminanter virtuoser Komponist hätte aus den letzten Herbsttagen ein ebensolches komponiert. Das Laub hatte sich in den allerschönsten Tönen gefärbt – orange, leuchtendes Gelb, Feuerrot. Dazu der strahlendblaue Himmel und heute Morgen Frost, der sich in winzigen eisig weißen Sternen um die Blätter und auf die Grashalme gelegt hat.

Tief sogen wir die Luft ein – mein Vorzeigemodell und ich, während wir durch den Wald gingen, über die Wiesen streiften und die letzten Pilze fanden. Zugegeben – die Herbsttrompeten waren vom Wochenmarkt, aber dennoch schaurig-schön anzusehen. Und wie passend heute zu Halloween. Und hier ist das Rezept für ein köstliches Geschnetzeltes mit Herbsttrompeten und Kartoffelbrei.

Ihr braucht:

  • 100 g Herbsttrompeten oder andere kräftige Pilze, geputzt
  • 400 g Schweinegeschnetzeltes in Bio-Qualität
  • 1 Wurzel, in Scheiben geschnitten
  • Mais- oder Kartoffelstärke
  • 500 g Kartoffeln, vorwiegend festkochend
  • Crème Fraîche (1 Becher)
  • Milch und Butter für den Kartoffelbrei
  • Muskatnuss, gerieben
  • Salz und Pfeffer
  • Frische Petersilie
  • Butter zum Anbraten

Das Geschnetzelte mit Salz und Pfeffer würzen und mit einem gehäuften EL Mais- oder Kartoffelstärke bestreuen. Gut durchmischen.

Butter in einem Topf zerlassen und das Geschnetzelte sowie die Wurzel bei kleiner Temperatur von allen Seiten gut anbraten. Die Herbsttrompeten hinzufügen, ggf. noch etwas Butter hinzufügen. Die Herbsttrompeten verströmen sofort einen köstlichen Pilzgeruch. Bei kleiner Temperatur köcheln lassen. Etwas Wasser dazugeben und weiter köcheln lassen. Einen Becher Crème Fraîche hinzugeben. Die Sauce abschmecken mit Salz, Pfeffer und frischer Petersilie.

Kartoffeln schälen und kleinschneiden. Kartoffeln in Salzwasser geben und kochen, bis sie gar sind. Abgießen und einen guten Schuss Milch zu den Kartoffeln geben. Ein Stück Butter hinzufügen und mit Salz, Pfeffer und geriebener Muskatnuss abschmecken.

Das köstliche Herbstessen auf zwei Tellern anrichten und genießen.

Schaurig-schöne Herbstrompeten
Geschnetzeltes mit Herbsttrompeten und Kartoffelbrei

Viel Spaß beim Nachkochen wünscht Euch Euer Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄

Mein Name ist Itis, Bronch Itis – und warum Apfelmus ein echter Seelenwärmer ist

Draußen scheint die Sonne und es ist für die Jahreszeit unnatürlich warm. Doch ich liege auf dem roten Cordsofa, neben mir eine Batterie an Tee, Wasser, Zeitschriften und Büchern. Ein grippaler Infekt, mit Fokus auf die Bronchien, hat mich heimgesucht, und ich fühle mich ziemlich schlapp. Morgens ist die erste Hürde: Betten machen, wenigstens ein bisschen glattstreichen. Gestern – als ich meinen Arzt aufsuchte, weil es wider Erwarten (oder wohl eher der bockigen Hoffnung zum Trotz) nicht besser wurde – hatte ich mir noch die Haare föhnen wollen. Spätestens da, mit erhobenem Arm, dachte ich, ich hätte einen 100 m Sprint hinter mir.

Und auch wenn Karl Lagerfeld zu Lebzeiten auf Jogginghosen schimpfte, war es mir sowas von schnurzpiepegal und ich fuhr in eben dieser schlabbrigen Hose zum Arzt. Ich sehe derzeit aus wie das blühende Leben, darauf kam es dann echt nicht mehr an. Allerdings könnte ich momentan problemlos einen Nebenjob im Telefongewerbe annehmen, so erotisch klinge ich. Nur die Hustenattacken sind ziemlich abtörnend.

Heute verspürte ich auch das erste Mal wieder ein leises Anzeichen von Appetit. Ich möchte fast behaupten, es war Heißhunger – auf Apfelmus. Kurzerhand schnitt ich die Äpfel klein und schälte sie vorher über den Daumen. Dabei fiel mir eine Episode ein, die ich vor etlichen Jahren einmal im Fernsehen sah. Es waren die Jahre, in denen die Kochsendungen wie Pilze aus dem Boden schossen. Jeder Sender hatte seine eigene Kochshow. Am Anfang noch durchaus interessant und amüsant, insbesondere die „Oooohs“ und „aaahs“ die das leidenschaftliche Löffelablecken noch unterstrichen. Doch irgendwann konvertierten einige Sender ihre kochenden Profis zu uncharmanten Besserwissern, die alles verteufelten, was Oma seit Jahrhunderten so gemacht hat. Blankes Entsetzen in den Augen, wenn in mancher Küche die Kartoffeln mit dem Küchenmesser geschält werden oder die besagten Äpfel über den Daumen. Das war „old school“. Dafür rollten die grünohrigen Möchtegern-Paul-Bocuses in ihren stylischen schwarzen Kochjacken mit Totenkopfknöpfen irgendeine sauteure Gerätschaft in die Küche in die oberbayrische Wirtschaft, in der sie dann die Äpfel und Kartoffeln im 87 Grad-Winkel in das unbezahlbare Hightechgerät einspannten und dann mit in die Kamera gehaltener Kauleiste rubbeldiekatz zeitgleich geschält und in akkurate Stücke geschnitten hatten. Danach kam alles in einen Topf, denn es wurde eh Mus oder Pürree draus. Sei‘s drum! Diese Sendung wurde Ihnen präsentiert vom Nicer-Dicer oder was auch immer.

Worauf ich hinaus will: heutzutage besinnen wir uns auf Oma und ihre Kochkünste zurück, verfallen in nostalgische Erinnerungen, wenn wir das Obst und Gemüse schnippeln, weil Oma das mit ihrem kleinen Küchenmesser auch immer so gemacht hat. Und? Alle sind glücklich! Magic! Nix „old school“! So einfach geht’s.

Vergangene Woche, also die vor James Bronch, diesem hustenden Held, waren mein Vorzeigemodell und ich übrigens mit meinen Eltern in Dänemark. Die Herzensheimat!

Da das Vorzeigemodell am Dienstag tagungsbedingt wieder gen Heimat fahren musste, entschied ich mich für einen Eltern-Tochter-Urlaub all inclusive. Ich blieb dort und hatte Kindheitsgefühle: Frühstück im Schlafanzug (okay – kriege ich sonntags auch), aber eben auch Essen von Mama. Es war himmlisch, und es war ehrliches Essen. Frikadellen mit Kartoffeln und brauner Sauce, Reispfanne mit Paprika, Champignons und Zucchini, Lachs mit Kartoffelbrei und Spitzkohl. Lecker 😋 „Möchtest Du noch ein Eis?“ fragt Papa, und ich antworte im Schlafanzug in eine Decke gehüllt glückselig mit „Jaaaa!“.

Natürlich habe ich mein Vorzeigemodell vermisst! Sehr sogar, aber ich habe es auch sehr genossen. Und das Wiedersehen war umso schöner.

Doch kommen wir nochmal zurück auf die ehrliche Küche. Was ist denn die neudeutsch sogenannte „challenge“? Hmm? Ein Ratatouille kochen – so wie bei Ratatouille, um den sauertöpfischen Restaurantkritiker zu überzeugen und ihn an glückliche Zeiten zu erinnern. Oder wie bei Madame Mallory – ein einfaches Omelett.

Ein „einfaches“ und gutes, bodenständiges und ehrliches Essen. Deshalb: Apfelmus!

Ihr braucht:

  • 10 Äpfel, bunt gemischt, z. B. Wellant, Ingrid Marie, James Grieve
  • 2 EL Zucker
  • Etwas Wasser

Äpfel schälen, entkernen und kleinschneiden. Mit Wasser in einen Topf geben und unter kleiner Hitze so lange köcheln lassen, bis die Stückchen zerfallen. Mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken oder vorsichtig mit einem Pürierstab. Ich mag es, wenn es noch etwas stückig ist. Abgekühlt servieren mit z. B. Pfannkuchen, Milchreis, Vanilleeis oder pur mit einem Schuss flüssiger Sahne.

Im Wald – Von Pilzen und einem gefüllten Spaghettikürbis

Wie bist Du gelb, Oktober,

Wie bist Du gelb und schön!

Und leuchtendes Zinnober

lässt Du am Ahorn glühn.

Årets Saga

Wir waren im Wald. Nach dem penetranten Dauerregen kam Samstagmorgen tatsächlich die Sonne raus. Und es verschlug uns in die Pilze. Gummistiefel und Weidenkörbchen, Küchenmesser und Pilzbürstchen im Gepäck. Der Duft des Waldes umfing uns und nahm uns in die Arme, wie ein alter, guter Freund. Leichtes Kiefernrauschen, Vogelgezwitscher, das Knacken der Äste, das Schmatzen des feuchten Bodens. Das leuchtende Moos, teilweise wie dicke Kissen, manchmal wie kleine spitze Sterne, zieht sich über Baumstümpfe und morsche Äste. Und plötzlich tut sich ein Pilzwald auf, wie eine winzige Elfenstadt. Das Sonnenlicht fällt durch die Äste der hohen Laub- und Nadelbäume. Träte Titania hervor, es würde mich nicht wundern, so märchenhaft liegt dieser Wald da. Ohren auf! Kraniche! Das unverwechselbare Schreien der majestätischen Vögel macht die Symphonie des Waldes komplett. Augen zu! Einfach nur dastehen und lauschen, dastehen und atmen.

Der Steinpilz steht wohl schon eine Weile vor mir. Als ich die Augen öffne, sehe ich ihn aber zum ersten Mal. Ich bilde mir ein, dass er mich fast ein wenig triumphierend anblickt. „Hab ich es Dir nicht gesagt? Komm erst mal an im Wald, dann findest Du mich auch!“ Ich muss schmunzeln, dann beuge ich mich zu dem kleinen Charmeur und drehe ihn aus seinem weichen Bett aus Moos. Und folge der Melodie des Waldes…

Spaghettikürbis mit Steinpilzen

Der Spaghettikürbis wird ein wenig verkannt, dabei ist es babyeierleicht zuzubereiten. Ihr braucht für 2 Personen mit großem Hunger:

  • 1 Spaghettikürbis
  • 1 Handvoll Steinpilze, ganz oder kleingeschnitten
  • 5-6 Tomaten
  • Tomatensauce
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • reichlich geriebenen Parmesan
  • Basilikum, gern frisch
  • Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Den Spaghettikürbis halbieren. Das Kerngehäuse mit einem Löffel entfernen. Öl in die Mulde geben und auch den Rand gut einölen. Tomaten kleinschneiden und in die Mulden geben. Frühlingszwiebeln kleinschneiden und auf den Kürbis streuen. Steinpilze hinzufügen. Mit Basilikum, Salz und Pfeffer würzen. Tomatensauce auf den Kürbis geben und mit Parmesan bestreuen. Kürbishälften auf ein Backblech legen. Für etwa 1 Stunde in den Ofen geben. Nach ca. 40 Minuten die Temperatur auf 160 Grad reduzieren.

Nach der Garzeit den Kürbis auf Tellern anrichten. Das Kürbisfleisch lässt sich wie Spaghetti rausdrehen. Köstlich!!!

Viel Spaß beim Nachkochen wünscht Euch Euer Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄

Familiengeschichten Teil 1 und noch‘n Zwetschgenkuchen

Der Zwetschgenbaum im Garten meiner Eltern ist voll beladen. An so viele Zwetschgen kann ich mich nicht erinnern. Als ich letzte Woche Mittwoch nach der Arbeit mit Karl dem Kleinen zu meinen Eltern fuhr, hatte ich auf dem Rückweg zwei Kilo im Gepäck.

Wir saßen zusammen bei Bratkartoffeln und Spiegelei und genossen den Blick auf den Süntel von der Bergschmiede aus. Ein Ausflugslokal inmitten des Waldes. Die Umrisse des Süntels wurden von Minute zu Minute schärfer, das Grün nahezu giftig. Dann brach das Gewitter los, und dicke Regentropfen trommelten auf das Dach. Der Wald atmete hörbar auf. Endlich Regen! Es war urgemütlich. Die Dämmerung kroch langsam hervor und wir redeten und redeten.

Satt und zufrieden gingen wir irgendwann zum Auto, und es tropfte von den großen Bäumen. Gemächlich und vorsichtig rollten wir die kurvigen Straßen hinunter. Doch Hasen oder Rehe ließen sich nicht blicken, nur ein paar Mäuse und ein dicker Igel sausten über die Straße. Und es regnete noch immer.

Gemütlich auf dem Sofa einerseits, im Auto aber das andererseits. Denn gern fahre ich bei solch einem Wetter nicht. Doch mein lieber Papa, der beste Papa der Welt, konnte seinem Fliegenpilztöchterchen nicht den Wunsch abschlagen, dass er hinter ihr herfuhr. Gegen das Mulmige im Bauch. Und so fuhr Papa hinter mir her, bis ich von der Bundesstraße wieder runter war.

Und gegen den Kuchenhunger im Bauch gibt es umso mehr Zwetschgenkuchen!

Ihr braucht für einen Blechkuchen:

  • 250 g Butter, weich
  • 250 g Zucker
  • 3 Bio-Eier, Größe M
  • 400 g glutenfreies Mehl, z.B. Dr. Schär Mix C
  • 100 g gemahlene Haselnüsse
  • 250 ml Milch
  • abgeriebene Schale einer Zitrone
  • 1 TL Vanillezucker
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 TL Xanthan
  • 2 TL Flohsamenschalen
  • Zwetschgen, halbiert und ohne Stein
  • Zimtzucker

Gebt Butter und Zucker in eine große Schüssel und rührt beides solange mit Eurer Küchenmaschine oder dem Handrührgerät, bis eine helle und cremige Masse entsteht. Rührt die Eier nach und nach unter.

Gebt das Mehl und die gemahlenen Haselnüsse, Flohsamenschalen und Xanthan, Vanillezucker und Backpulver und die Zitronenschale hinzu und rührt, bis ein geschmeidiger Teig entsteht.

Heizt den Backofen auf 180 Grad vor. Fettet ein Backblech mit Butter ein. Gebt den Teig gleichmäßig auf das Backblech.

Die gewaschenen Zwetschgen halbiert Ihr nun und entfernt den Stein. Nun drückt Ihr die Zwetschgenhälften dicht an dicht in den Teig. Bestreut die Zwetschgen nun mit reichlich Zimtzucker.

Backt den Kuchen für ca. 40 Minuten im Ofen. Nach der Backzeit testet Ihr mit einem Holzspieß, ob der Teig durch ist. Falls nicht, lasst den Kuchen noch für weitere fünf Minuten im Ofen. Ihr könnt den Ofen schon ausstellen, die Restwärme sorgt fürs Durchbacken.

Nehmt den Kuchen aus dem Ofen und lasst ihn auskühlen.

Dazu passt natürlich frisch geschlagene Sahne. Und falls der Kuchen nicht alle werden sollte: Man kann ihn hervorragend einfrieren.

Viel Spaß beim Nachbacken wünscht Euch Euer Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄

Vom Herbst und einer italienischen Gemüsesuppe

Ich sitze auf dem roten Cordsofa, habe die Beine ausgestreckt und blicke auf. Die Sonne auf unseren Stubenfenstern ist unerbittlich – sie setzt meine Fensterputzfaulheit buchstäblich ins rechte Licht. Golden mit gräulichen Pünktchen. Nun ja.

Aber ich möchte heute faul sein. Auf der einen Seite jedenfalls. Auf der anderen Seite sehne ich mich ein bisschen nach dem Herbst, Basteln, Nähen, Stricken, nach bunten Blättern, Waldspaziergängen mit diesem typischen Duft, nach Wollpullovern und einem kleinen bisschen Frieren mit Vorfreude auf das warme Zuhause. Wenn es dämmert oder dunkel ist und das Licht zu Hause brennt – das ist Nachhausekommen. Klingt ein bisschen wie Werbung, aber dieses heimelige Wohlgefühl…

Und ich stelle fest, dass Jahreszeiten was Schönes sind. Welches mir die liebste ist, vermag ich nicht zu sagen. Ich weiß es nicht, weiß nur, dass sie mir fehlten, lebte ich in einem Teil der Welt, wo es keine gibt. Dabei philosophiere ich so vor mich hin: Wie malen denn die Kinder in den Teilen der Welt ohne Jahreszeiten Kalenderblätter?

Im Januar habe ich eigentlich immer einen Schneemann und Schlitten gezeichnet. Im Februar tanzte Clown neben Teufel, Prinzessin und Cowboy. Im März gab es die ersten Blümchen und im April grinste der Osterhase mit Kiepe vom Kalenderblatt. Im Mai der Maikäfer mit Maiglöckchen und im Juni Sonne satt. Juli und August waren Monate mit Meer, Sand und Strand, Seesternen und Muscheln. Im September Apfel- und Birnenbäume, im Oktober Drachensteigen. Im November Stoppelfelder und Laternen. Und der Dezember natürlich Weihnachten.

Wie das wohl in anderen Teilen der Welt ist?

Irgendwie bekomme ich gerade doch Lust auf Basteleien. Vielleicht Sockenstricken? Dann kann ich gemütlich auf dem Sofa liegen bleiben.

Oder ein herbstliches Menü kochen. Fangen wir doch mit einer Minestrone an. Die geht schließlich immer!

Ihr braucht:

  • 3 Handvoll bunte Bohnen, z.B. grüne, gelbe und lila Bohnen
  • 5 Wurzeln
  • 1 Stange Porree
  • 1 Stange Sellerie
  • 1 rote Spitzpaprika
  • 4 Kartoffeln
  • 1 Zucchini
  • Tomatenmark
  • Salz und Pfeffer
  • Basilikum, gern frisch
  • Parmesan
  • Etwas Olivenöl

Zunächst alles Gemüse putzen bzw. schälen und klein schneiden. Olivenöl in einen großen Topf geben und als erstes die Wurzeln anschwitzen, dann Sellerie und Porree, bis das Gemüse weicher wird. Mit Wasser, ca. 700 ml, aufgießen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Anschließend die Kartoffeln, die Spitzpaprika und die Bohnen hinzufügen. Für ca. 10 Minuten abgedeckt köcheln lassen. Dann die Zucchini hinzufügen. Weiter für ca. 5 Minuten köcheln lassen, gelegentlich umrühren. Basilikum kleinschneiden und zur Suppe geben. Mit Tomatenmark, Salz und Pfeffer abschmecken.

Suppe vor dem Servieren mit gehobeltem Parmesan bestreuen und schön heiß genießen.

Eine perfekte Suppe nach einem herrlichen Herbstspaziergang!

Genießt die Jahreszeiten, die Erntevielfalt, das Herbstlicht!

Und viel Spaß beim Nachkochen!

Euer Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄

Tiergeschichten vom Dorf und ein Blumenkohl-Spinat-Curry

Manchmal wünsche ich mir, Schafanpflocker auf einem Deich zu sein. Es gibt so Tage. Ich könnte auch einfach aufs Meer schauen und Wellen zählen, oder Möwen. Möwen zählen wäre auch in Ordnung. Oder dem Gras beim Wachsen zusehen, die Wolken ziehen, den Schneeflocken beim Tanzen, obwohl das zurzeit eher unvorstellbar ist.

So beobachte ich zum Beispiel Mäuse. Ähnlich entspannend. Die Mäuse machen nämlich Polonaise und ziehen über den Steingarten an meinem Elternhaus. Mäuschen Lopez die 14. oder 15. geht vorweg. Auch sie hat den runden Popo ihrer Urururururur… also ihrer Vorfahrin geerbt. Die hatten wir Mäuschen Lopez getauft, weil sie eben so einen großen runden Pöter hatte.

Mäuschen Lopez’ dunkle Knopfaugen schauten stets so friedlich aus dem braunen Mausgesicht, dass man nicht anders könnte als das Mäuschen zu lieben und mit Mandeln und Nüssen zu füttern. Und weil es dem Mäuschen und seiner Familie so gut ging, blieb die fellige Sippe im Steingarten und dem Hang wohnen und bekam von Zeit zu Zeit Nüsse und Mandeln kredenzt, bescherte uns ab und an einen Besuch und zeigte uns ihr Vertrauen, wenn sie mit dem Nachwuchs um die Häuser zog.

Mäuschen waren nicht alles. Mathilde war eine Rebhuhndame. Sie verbrachte zwei Tage und drei Nächte im Sauerkirschbaum. Irgendwie war sie von ihrer Bahn angekommen. Wir ließen sie gewähren und im Baum, bis sie eines Morgens aufbrach.

Rumpel zog Jahr für Jahr in den Dachkasten und brachte Junge zur Welt, die fröhlich quiekend um 4:30 Uhr jeden Morgen unbeirrt das Heim verließen, um von Mutter Marder zu lernen. Und so zog der Mardertrupp auch an der Balkontür vorbei, dahinter das Schlafzimmer meiner Eltern. Und wie auch Menschenkinder alle unterschiedlich sind, schaute das letzte der Marderjungen mit den Pfoten an die Balkontür gelehnt in das Schlafzimmer, Auge in Auge mit meiner Mutter. Es hätte schöner nicht sein können.

Das Highlight aus dem dörflichen Tierleben, neben unzähliger Rotschwanzpärchen, vorwitzigen Meisen, Kernbeißern, Spechten und Igelfamilien, war allerdings Rüdiger. Seines Zeichens eine sogenannte „Kleine Hufeisennase“. Eine Fledermaus, die es im Hauseingang urgemütlich fand und dort ihre Zelte aufschlug. Da wir das Haus nur noch über den Keller betraten, um Rüdiger nicht zu stören, riefen wir den dorfansässigen Fledermausforscher an. Und bevor es ungläubige Stimmen gibt: Ja, den gab es damals! Der Forscher kam eines Abends mit allerlei Gerätschaften, nahm Rüdiger professionell von seinem Stammplatz, vermaß und untersuchte ihn.

Rüdiger war topfit, wollte wohl nur mal alleine abhängen. Kann ich verstehen. Rüdiger flog dann irgendwann von dannen.

Randall, der in einer Art Wohngemeinschaft mit uns lebende Marder, scheint inzwischen mit seinen Jungen ausgezogen zu sein. Mit uns leben unsere Sittiche, Emil und Emma, die in dieser Affenhitze endlich entdeckten, dass ein Bad ganz erfrischend sein kann.

Und weil diese Tiergeschichten allesamt so herzig sind, gibts heute ein veganes Blumenkohl-Spinat-Curry.

Ihr braucht:

  • 1 Blumenkohl
  • Pflanzenöl
  • 1 TL Senfsamen
  • 1 TL Kumin (Kreuzkümmel)
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 Knoblauchzehe (zerdrückt)
  • 1 kleingewürfelte halbe Zwiebel
  • 1 Chili, in Scheiben geschnitten
  • 500 g Babyspinat
  • Gemüsebrühe (etwa 3 Kellen)
  • reichlich frischen, gehackten Koriander
  • Salz und Pfeffer

Brecht den Blumenkohl in kleine Röschen und stellt ihn beiseite.

Gebt das Öl in einen Topf und fügt die Senfsamen hinzu. Erhitzt sie, bis sie platzen.

Gebt das restliche Gemüse dazu, außerdem Knoblauch, Zwiebel und die Chili. Unter ständigem Rühren etwa zwei bis drei Minuten anschwitzen.

Blumenkohl, Spinat, Gemüsebrühe, gehackter Koriander, Salz und Pfeffer dazugeben und bei schwacher Hitze 15 Minuten kochen, bis der Blumenkohl weich ist.

Kocht in der Zwischenzeit etwas Basmatireis. Für zwei Personen reicht eine Kaffeetasse.

Wenn alles fertig ist – schön anrichten und genießen!

Ein Zwiegespräch bei Pflaumenkuchen mit Zimt

„Komm rein, komm rein. Du bist ja völlig durchnässt!“ sagt er und winkt den Besucher hinein. „Fühl Dich wie zu Hause!“ Ein strahlendes Lächeln. „Breite Dich aus!“ Dann stutzt der Gastgeber. „Oh Du tropfst ja alles voll!“ Eilig wischt er die Nässe beiseite. „Ach, egal! Setz Dich! Möchtest Du was trinken?“ Der Besucher schüttelt mit dem Kopf. „Nicht?“ fragt der Gastgeber bestürzt, und kurz fällt das Lächeln aus dem Gesicht, das Strahlen ist ein wenig – nun, wolkenverhangen. „Du – hmm… – Du siehst ein wenig grau aus!“ stellt der Gastgeber fest und rührt in seinem Schirmchendrink. Eine Erfrischung tut ihm immer gut, besonders eine mit klirrenden Eiswürfeln und Zitronenscheiben.

„Ufff…“ macht der Besucher und lässt sich dabei auf den dunklen Sessel fallen. Die Eiswürfel klappern im Glas; der Gastgeber ist etwas nervös. „Der…der Sessel…“ haucht er. „Waaaas?“ faucht der Besucher. Das dunkle Grün färbt sich noch dunkler, erinnert an Moos. „Nichts, nichts…“ erwidert der Gastgeber. „Du hast ja recht!“ gibt er zu. „So lange habe ich mich zurückgehalten!“ Die Stimme des Besuchers klingt eingerostet, rauh, so als wenn er sie eine lange Zeit nicht benutzt hätte. Der Gastgeber nickt und schaut in die Augen seines Besuchers. „Gut, dass Du da bist!“ stellt der Gastgeber fest.

Der Besucher nicht. Wassertröpfchen sprühen über den gelb-grünen Teppich. „Schau Dir das doch mal an!“ und zwei Tränen rollen aus seinen moosgrünen Augen. Entschieden streicht er das rotgoldene Haar zurück. „Ich bleibe eine Weile. Dann ziehe ich weiter!“

Der Gastgeber nickt ergeben. Seine Tage sind gezählt, auch er merkt das. Abends ist er so müde und geht viel früher ins Bett als noch vor ein paar Wochen. Da hat er an Kinderzehen gekitzelt, die Beeren rot und tief dunkelblau gefärbt. Knospen hat er aufspringen lassen. Aber seinen Freund hat er vermisst – jawohl. Der Regen hat sich lange nicht blicken lassen, und nun ist er gekommen, im Schlepptau seinen Bruder. Eine kurze Stippvisite hat er gesagt. Eigentlich mag er ihn ja. Dass sie sich immer nur kurz sehen, nun, das ist nicht zu ändern. Er wird wohl auch bald weiterziehen und seine sieben Zwetschgen packen.

„Zwetschgen!“ sagt er. Der Besucher blickt auf. „Hab mir redlich Mühe gegeben!“ sagt der Gastgeber. Anerkennend schaut der Besucher auf ein Stück Kuchen. Der Duft ist betörend. „Zimt!“ stellt der Besucher fest. „Ich weiß!“ sagt der Gastgeber und nickt, dass die goldblonden Locken nur so wippen. „Eher was für…“ Plötzlich wird die Tür aufgedrückt. Eine frische Böe fegt hinein und treibt Blätter vor sich her. „Verzeih!“ bittet der Gast. „Ist ein bisschen mit mir durchgegangen. Bis dahin ist doch noch Zeit. Aber sag – liebster Bruder – Du sprachst von Zwetschgen. Hättest Du wohl ein Stück Zwetschgenkuchen?“

Ihr braucht:

Für den Teig:

  • 150 g weiche Butter oder Margarine plus etwas für die Form
  • 200 g glutenfreies Mehl
  • 2 TL Flohsamenschalen
  • 1 TL Xanthan
  • 1 TL Backpulver
  • 125 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Zimtpulver
  • 2 Bio-Eier
  • 400 g Zwetschgen oder Pflaumen (mit Stein)

Zum Bestreuen:

  • 30 g Zucker
  • 30 g Mandelblättchen
  • 20 g eiskalte Butter

Fettet eine Springform mit Butter und stellt sie beiseite. Heizt den Backofen auf 200 Grad vor. Gebt die weiche Butter, Zucker und Zimtpulver in eine große Rührschüssel und verrührt alles, bis ein cremiger Teig entsteht.

Fügt die Eier hinzu, dann nach und nach die Mischung aus Mehl, Flohsamenschalen, Backpulver und Xanthan. Gebt den Teig in die gefettete Form.

Entsteint die Zwetschgen oder Pflaumen und viertelt sie. Drückt sie im Halbkreis in den Teig.

Bestreut die Pflaumen/Zwetschgen mit Zucker, 30 g Mandelblättchen und eiskalten Butterflocken.

Backt den Kuchen für ca. 35 Minuten bei 200 Grad auf der untersten Schiene des Backofens. Anschließend auskühlen lassen und dann mit frischgeschlagener Sahne genießen!

Und? Wisst Ihr, wer sich heute im Norden getroffen hat auf einen Plausch und ein Stück Kuchen?

Einen gemütlichen Sonntag und viel Spaß beim Nachbacken wünscht Euch Euer Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄