Tiergeschichten vom Dorf und ein Blumenkohl-Spinat-Curry

Manchmal wünsche ich mir, Schafanpflocker auf einem Deich zu sein. Es gibt so Tage. Ich könnte auch einfach aufs Meer schauen und Wellen zählen, oder Möwen. Möwen zählen wäre auch in Ordnung. Oder dem Gras beim Wachsen zusehen, die Wolken ziehen, den Schneeflocken beim Tanzen, obwohl das zurzeit eher unvorstellbar ist.

So beobachte ich zum Beispiel Mäuse. Ähnlich entspannend. Die Mäuse machen nämlich Polonaise und ziehen über den Steingarten an meinem Elternhaus. Mäuschen Lopez die 14. oder 15. geht vorweg. Auch sie hat den runden Popo ihrer Urururururur… also ihrer Vorfahrin geerbt. Die hatten wir Mäuschen Lopez getauft, weil sie eben so einen großen runden Pöter hatte.

Mäuschen Lopez’ dunkle Knopfaugen schauten stets so friedlich aus dem braunen Mausgesicht, dass man nicht anders könnte als das Mäuschen zu lieben und mit Mandeln und Nüssen zu füttern. Und weil es dem Mäuschen und seiner Familie so gut ging, blieb die fellige Sippe im Steingarten und dem Hang wohnen und bekam von Zeit zu Zeit Nüsse und Mandeln kredenzt, bescherte uns ab und an einen Besuch und zeigte uns ihr Vertrauen, wenn sie mit dem Nachwuchs um die Häuser zog.

Mäuschen waren nicht alles. Mathilde war eine Rebhuhndame. Sie verbrachte zwei Tage und drei Nächte im Sauerkirschbaum. Irgendwie war sie von ihrer Bahn angekommen. Wir ließen sie gewähren und im Baum, bis sie eines Morgens aufbrach.

Rumpel zog Jahr für Jahr in den Dachkasten und brachte Junge zur Welt, die fröhlich quiekend um 4:30 Uhr jeden Morgen unbeirrt das Heim verließen, um von Mutter Marder zu lernen. Und so zog der Mardertrupp auch an der Balkontür vorbei, dahinter das Schlafzimmer meiner Eltern. Und wie auch Menschenkinder alle unterschiedlich sind, schaute das letzte der Marderjungen mit den Pfoten an die Balkontür gelehnt in das Schlafzimmer, Auge in Auge mit meiner Mutter. Es hätte schöner nicht sein können.

Das Highlight aus dem dörflichen Tierleben, neben unzähliger Rotschwanzpärchen, vorwitzigen Meisen, Kernbeißern, Spechten und Igelfamilien, war allerdings Rüdiger. Seines Zeichens eine sogenannte „Kleine Hufeisennase“. Eine Fledermaus, die es im Hauseingang urgemütlich fand und dort ihre Zelte aufschlug. Da wir das Haus nur noch über den Keller betraten, um Rüdiger nicht zu stören, riefen wir den dorfansässigen Fledermausforscher an. Und bevor es ungläubige Stimmen gibt: Ja, den gab es damals! Der Forscher kam eines Abends mit allerlei Gerätschaften, nahm Rüdiger professionell von seinem Stammplatz, vermaß und untersuchte ihn.

Rüdiger war topfit, wollte wohl nur mal alleine abhängen. Kann ich verstehen. Rüdiger flog dann irgendwann von dannen.

Randall, der in einer Art Wohngemeinschaft mit uns lebende Marder, scheint inzwischen mit seinen Jungen ausgezogen zu sein. Mit uns leben unsere Sittiche, Emil und Emma, die in dieser Affenhitze endlich entdeckten, dass ein Bad ganz erfrischend sein kann.

Und weil diese Tiergeschichten allesamt so herzig sind, gibts heute ein veganes Blumenkohl-Spinat-Curry.

Ihr braucht:

  • 1 Blumenkohl
  • Pflanzenöl
  • 1 TL Senfsamen
  • 1 TL Kumin (Kreuzkümmel)
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 Knoblauchzehe (zerdrückt)
  • 1 kleingewürfelte halbe Zwiebel
  • 1 Chili, in Scheiben geschnitten
  • 500 g Babyspinat
  • Gemüsebrühe (etwa 3 Kellen)
  • reichlich frischen, gehackten Koriander
  • Salz und Pfeffer

Brecht den Blumenkohl in kleine Röschen und stellt ihn beiseite.

Gebt das Öl in einen Topf und fügt die Senfsamen hinzu. Erhitzt sie, bis sie platzen.

Gebt das restliche Gemüse dazu, außerdem Knoblauch, Zwiebel und die Chili. Unter ständigem Rühren etwa zwei bis drei Minuten anschwitzen.

Blumenkohl, Spinat, Gemüsebrühe, gehackter Koriander, Salz und Pfeffer dazugeben und bei schwacher Hitze 15 Minuten kochen, bis der Blumenkohl weich ist.

Kocht in der Zwischenzeit etwas Basmatireis. Für zwei Personen reicht eine Kaffeetasse.

Wenn alles fertig ist – schön anrichten und genießen!

Nicht die Bohne…alles Käse und ein Gedanke

Saubohnen, auch Pferdebohnen oder dicke Bohnen genannt, haben es gern kuschelig. Dicht an dicht liegen sie in ihrer Schote, und es sieht aus wie ein wärmendes Fell, wie die grünen Böhnchen so aneinander liegen.

Früher verband ich Saubohnen mit Kartoffelpuffer. Meine Oma machte die besten Puffer, und die ganze Küche roch nach Fett, rohen Kartoffeln und ein bisschen Zwiebel. Die Puffer wurden dick mit Zucker bestreut, oder es gab Apfelmus dazu. Ich glaube, ich habe mal sechs Stück geschafft. Anschließend war mir bestimmt schlecht.

Hatten Mama und ich unsere Bäuche gefüllt, mussten wir uns zu Hause aller Klamotten entledigen, denn wir rochen selbst wie eine kleine Pufferküche. Eigenartigerweise war Oma gar nicht so der Pufferfan. Auch sonst waren Süßkram und Mehlspeisen mehr Opas und mein Ding. Milchreis mit Zimt und Zucker, Pfannkuchen oder Zuckerbrot in einen bekannten Getreidekaffee gestippt. Immer wenn es Puffer gab, hatte Oma ein Schälchen mit dicken Bohnen in der Speisekammer stehen. Eingelegt in Essig und Zwiebeln. Nicht unbedingt mein Lieblingskombination, aber die Form der grünen Bohnen faszinierte mich damals schon. Und manchmal mopste ich mir doch ein Böhnchen; nach sechs Puffern gar nicht so schlecht.

Meine Lieblingskombination allerdings ist ein Zufallsprodukt. Neulich auf dem Wochenmarkt entdeckten wir einen neuen Stand. Ein fröhlicher junger Mann voller Enthusiasmus stand in dem kleinen Marktwagen und bot seine Produkte feil: allerfeinsten Ziegenkäse. Naheliegend daher der Name Die Ziegerei.

Die Ziegerei wurde 2005 gegründet und ist ein Bio-Milchziegenbetrieb mit eigener Hofkäserei. Leidenschaft ist zu spüren. Und so steht auch auf der Homepage, dass Hiob und Sophia den Betrieb seit 2017 im Sinne des ökologischen Landbaus zukunftsorientiert und mit großer Leidenschaft weiterentwickeln.

Wir kaufen Ziegen-„Feta“ und ein Stück von einem frischkäseartigen Käse, der dem Vesuv ähnelt und lustigerweise mit Asche ummantelt ist. Hiob lächelt und schneidet bereitwillig Ecken ab, reicht diese über den Tresen und lässt uns probieren. Der Käse zergeht auf der Zunge.

„Vielleicht,“ so denkt sich der Pilz in mir, „wird das ja mein erstes Abenteuer?“ Und mein Vorzeigemodell liest meine Gedanken: „Hey, Pilz auf Pirsch, wäre das nicht was?“ fragt er.

Denn den Hof findet man im Herzen von Niedersachen in der Mitte von Bremen und Hannover in Hohenmoor, einem Ortsteil von Asendorf.

Schon länger spiele ich mit dem Gedanken, mein Pilzhütchen in Höfe, Ställe, Küchen, Cafés zu stecken und darüber zu berichten. Und ich strecke meinen Rücken. Dies könnte der Anfang meiner Pirsch sein.

Doch bevor ich meinen Rucksack packe, muss ich die Hitze überstehen, und ich kredenze Euch einen Dicke Bohnen-Salat mit Ziegen-„Feta“ und Rucola.

Ihr braucht für 2 Personen:

  • 1 Handvoll dicke Bohnen (ausgepult)
  • 1 Stück Ziegen-„Feta“
  • 1 Handvoll Rucola
  • Saft von einer Zitrone
  • 1 TL flüssigen Honig
  • 3 EL Sonnenblumenöl
  • Salz und Pfeffer
  • Kocht die Bohnen für ca. 5 Minuten und blanchiert sie anschließend mit eiskaltem Wasser. Gebt den Käse in eine Aufkaufform mit etwas Öl und stellt die Form in den Backofen (180 Grad, 10 Minuten). Wascht den Rucola und stellt ihn beiseite.
  • Mischt den Saft der Zitrone mit dem Honig, dem Öl und Salz und Pfeffer und macht daraus ein leckeres Dressing. Ich empfehle Euch, die Zitrone sparsam zu dosieren – lieber nachkippen.
  • Holt den Käse aus dem Ofen und zerbrecht ihn mit einer Gabel.
  • Nun gebt Ihr den Rucola und die Bohnen in eine große Schüssel, streut den Käse drüber und gießt das Dressing auf die Mischung. Vermengt alles und richtet es nett an. Dann bleibt Euch nur noch: Genießen!
  • Viel Spaß beim Nachkochen, und wer weiß – vielleicht startet meine Pirsch ja demnächst?
  • Es grüßt Euch herzlich Euer Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄
  • Ja jaaa der Chianti-Wein – Von einem Kochkurs, Tiramisu und einem neuen Mitbewohner

    Lotte hat Konkurrenz bekommen, zumindest sagt sie das. Lotte ist Französin – Ihr erinnert Euch vielleicht. Lotte ist verschnupft, denn eigentlich ist sie für das Kurbeln zuständig. Lotte durfte sogar mit nach Italien reisen, und ich versuchte Mademoiselle zu erklären, dass es nicht viele Paare gibt, die mit zwei Karton Einweckgläsern, Trichtern, Gelierzucker und einer Flotten Lotte in den Urlaub fahren. Lotte schmollt. Warum schmollt Lotte?

    Nun ja, wir haben einen neuen italienischen Mitbewohner. Wir haben ihn Vito getauft. Viele unserer Gerätschaften – ähm – Küchenhilfen, jawohl, wir nennen unsere Küchenhilfen bei ihrem Vornamen. Lotte – zum Beispiel – Rollo, der Rote und nun eben Vito.

    Rollo betrachtete Lotte nicht als Gegner oder Konkurrenten, denn Rollo ist eine Küchenmaschine, da muss man nicht kurbeln. Vito ist eine Nudelmaschine mit Kurbel. Autsch.

    Als wir am dritten Urlaubstag unserer Italienreise in Richtung Mercatale fuhren, waren wir aufgeregt und nassgeschwitzt. 35 Grad auf dem Thermometer und wir bei einem italienischen Kochkurs – eine buchstäblich heiße Mischung.

    Nun muss man sagen, dass diese wunderschöne Region – das Chianti Classico – mit der malerischen Landschaft, mit den sanften Hügeln, dem satten Grün und den hochaufragenden Zypressen und breiten Pinien und unser Navigationsgerät (vielleicht sollten wir es Donald taufen – so verpeilt wie es ist) nicht so richtig kompatibel sind. Kurzum – unser Navigationsgerät fand das Haus nicht, aber es fiel wenigstens nicht aus. Doch unsere herzlichen Gastgeber, Daniela und Daniele, holten uns ab, und wir stellten fest: Ganz verkehrt waren wir nicht!

    In Erwartung einer Gruppe Menschen, die auf zwei dusselige Deutsche warteten, gingen wir zu der wunderschönen Olivenfarm mit kleinem Familien-Weingut und würden das erste Mal überrascht. Wir waren die einzigen Teilnehmer. Und so führte uns das herzliche Ehepaar durch ihren Weinberg, vorbei an Prosciuttina – dem glücklichen Schwein – und vorbei an Valentino und Siegfriedo, dazu aber später.

    Wir probierten Trauben, genossen den herrlichen Ausblick, lachten und redeten, als ob wir uns schon Ewigkeiten kannten.

    Auf der überdachten Terrasse genossen wir dann zunächst unseren Kaffee. Dann ging es in die Küche, in der es angenehm kühl war. Daniele, so Daniela, habe heute Morgen extra glutenfreie Pasta, Löffelbiskuit und Brot für mich gekauft. Und alles stand parat, fein säuberlich getrennt von allem, das glutenhaltig war.

    Nichtsdestotrotz war ich neugierig und wollte Pasta machen, wollte den Teig durch die Nudelmaschine drehen. Und während Daniele die wohl Weltbesten Antipasti-Teller vorbereitete und eine köstliche Sauce aus Tomaten, Knoblauch und gemischten Pilzen vor sich hinschmurgelte, zeigte uns Daniela, wie das nun geht mit der Pasta.

    So glücklich kann ein kleiner Fliegenpilz sein!

    Wichtig, so Daniela, ist, dass man immer in dieselbe Richtung rührt. Welche sei egal, aber dieselbe, sonst – so sagt eine italienische Küchenweisheit – wird die Pasta verrückt und gelingt nicht.

    Vom Feuereifer gepackt, zog nach unserem Urlaub Vito bei uns ein. Glutenfreie Pasta kann doch nicht so schwierig sein. Doch glutenfreie Pasta ist eine Herausforderung, die ich zwar angenommen habe, aber die mir bis jetzt noch nicht gelungen ist.

    Tiramisu hingegen – das bekomme ich nun hin. Und zwar das köstlichste alkohol- und glutenfreie Tiramisu, das ich jemals gegessen habe.

    Rezept

    • 4 Eigelb
    • Etwas Zucker
    • 4 Eiweiß
    • Glutenfreie Löffelbiskuit
    • Mascarpone
    • Lösliches Kaffeepulver
    • Eine wirklich gute dunkle Schokolade
    • Kakaopulver
  • Trenne die vier Eier (sehr frisch und bitte in Bio-Qualität) und schlage das Eigelb mit ca. 1 EL Zucker auf kleiner Stufe, bis es weiß und cremig ist.
  • Schlage das Eiweiß zu Eischnee.
  • Kippe das Wasser von dem Mascarpone ab und gib ihn zum Eigelb, verrühre alles mit dem Mixer für 1 Minute.
  • Hebe den Eischnee vorsichtig unter und (!) rühre stets in eine Richtung!
  • Löse Kaffeepulver in Wasser auf.
  • Nimm eine passende Schale und gib eine dünne Schicht von der Creme auf den Boden der Schale. Tauche einen Löffelbiskuit in den Kaffee und drücke ihn auf die Masse. Wiederhole dies, bis der Boden bedeckt ist.
  • Bestreiche die Biskuits mit der Creme, raspele Schokolade darüber und mache eine zweite Schicht fertig.
  • Die letzte Schicht ist Creme, auf die großzügig Kakaopulver gestreut wird.
  • Decke das Tiramisu mit Frischhaltefolie ab und stelle es für mindestens 15 Minuten in den Kühlschrank.
  • Doch noch einmal zurück zu Siegfriedo – warum der Hahn nun nach einer Nibelungenfigur benannt ist?
  • Daniela und Danieles Sohn studiert Musik in Florenz. Er ist großer Wagner-Fan.
  • Siegfriedo – ein chinesischer Hahn – krähte wie ein charismatischer Bariton und stolzierte über den Hof. Was für ein Hähnchenleben!
  • Und was Lotte angeht – so hat sie meinem Vorzeigemodell heimlich zugeflüstert, dass der Vito doch très charmant sei. Wir werden das beobachten!
  • Von Erdbeeren und Synthesizern 

    Sonntag. Es ist schwül, aber die Sonne scheint. Ich streiche endlich unsere Balkonmöbel. Die Witterung auf Æblerø hat dafür gesorgt, dass die bequemen Holzstühle mal wieder einen Anstrich nötig hatten. Also stehe ich im Innenhof, der Herzallerliebste hat mir eine Plane ausgebreitet, auf der die Stühle stehen, und ich schwinge den Pinsel und schwitze vor mich hin. Die bessere Hälfte schwitzt solidarisch mit und hämmert, sägt und bohrt in der angrenzenden Garage. Und so arbeiten wir eine Zeitlang nebeneinander her. Irgendwann fange ich an, vor mich hinzusummen – das Streichen scheint denselben Effekt auf mich zu haben, wie mein Yoga-Castle. Und während ich den Pinsel schwinge, wird aus dem Summen ein Singen. Mit ausgestrecktem Arm, in einer Hand den Borstenpinsel, rufe ich in Richtung Garage: „Reach out, touch faith!“ 

    Armlehne angemalt! Schwungvoll, selbstverständlich.

    Meine bessere Hälfte grinst und ich summe weiter:

    All I ever wanted, 

    All I ever needed

    Is here in my arms

    Words are very unnecessary

    They can only do harm

    Dave Gahan wäre stolz auf mich gewesen! In großen Pinselposen hüpfe ich um die Stühle herum, drehe mich mit ausgebreiteten Armen und singe ein wahres Depeche Mode-Medley. Zugegeben – nicht so laut wie in der Küche oder im Auto, aber dennoch. 

    People are people…

    In meinem Kopf spielt schönster Synthesizer-Pop auf. Kein Orchester, keine Kammermusik – nein: feinste Synthesizer. 

    Und dann plötzlich sind die Stühle fertig gestrichen, der Vorhang senkt sich wieder, ich gehe verschwitzt von der Bühne. Das Bühnenoutfit mit Farbe bekleckert, die Frisur – saß mal…

    Doch was jetzt? Mir steht nicht der Sinn nach Hotelzimmer verwüsten oder synthetische Dinge durch die Venen schießen. 

    Ich brauche Erdbeer-Endorphine in Rein- und in Marmeladenform. Und während ich die selbstgepflückten drei Kilo klein schneide, jeweils ein Kilo mit einem Kilo Gelierzucker 1:1 mische, alles aufkoche bis es geliert und anschließend mit meiner besseren Hälfte herrlichste Erdbeermarmelade in Gläser abfülle, bin ich voller Vorfreude auf den nächsten Tag.


    Einer meiner Wünsche geht in Erfüllung: Ich gehe auf ein Depeche Mode-Konzert. 

    Frontmann Dave Gahan kann um einiges besser eine Bühnenshow abliefern, als ich bei 30 Grad pinselschwingend im Innenhof.

    Die „olle Kombo“, die bewusst auf viel Schnick-Schnack verzichtet und nicht jedes ihrer Lieder langatmig vorstellt, haut 32.000 Leute aus den Latschen. Okay, vielleicht 31.999, denn auf dem Weg zurück zum Auto nach dem Konzert beschwert sich doch tatsächlich jemand in der Straßenbahn über die „alten Säcke auf der Bühne“. Wir blicken uns an und in fassungslose Gesichter, bis ein Schrank von einem Mann aufsteht und den Nörgler zum Schweigen bringt: „Ich weiß ja nicht, wo Du warst,“ sagt er, „aber ich war aufm sehr geilen Konzert!“

    Dem – verehrtes Publikum – ist nichts hinzuzufügen!

    Herzlichst, Euer sehr glückliches und immer noch von Musik erfülltes Frøken Fluesvamp 🍄🤘

    Ich sing‘ den Blues und Du machst die Wäsche – Oder auch Schichtkäsemuffins bei 30 ° C

    Und das – liebe lesende Gemeinde – ist nicht die Backtemperatur. Das heißt, nun ja, irgendwie ja doch… + 160 ° C Innentemperatur.

    Doch erst die Vorgeschichte: Nachdem unser Geschirrspüler vor einiger Zeit das Zeitliche gesegnet hatte, ich aber nichtsdestotrotz dem Backwahn verfallen war, hatte ich das Modell „Olaf7976“ zum Waschdienst verdonnert. Allerdings murrte dieses Modell bisweilen und wollte auch immer lieber trocknen als waschen. Woraufhin vor einiger Zeit die Paris Hilton unter den Geschirrspülern bei uns einzog – mit Partyprogramm. Ohne Witz! Es gibt ein Partyprogramm! Ich hoffe, sie hat einen eher trockenen Humor und startet nicht eine spontane Schaumparty.


    Währenddessen erklang bei uns die schönste Küchenmusik. Modell „Olaf7976“ trällerte: „Alles was sie will, ich geb ihr alles was sie will – sie sitzt am läng’ren Hebel“, und schaute mich aus blitzenden Augen an. Und ich summte in abgewandelter Form entgegen: „Denk an mich Schatz, wenn ich in die Saiten dresche, ich sing den Blues und Du machst die Wäsche!“. Irgendwie hat so eine Paris-Hilton-Geschirrspüler-freie Zone auch etwas Unterhaltsames.

    Und nun – mit Paris in der Küche – wagte ich mich heute bei 30 ° C Außentemperatur und fehlendem Küchenrollo – irgendwas ist ja immer – in mein Yoga-Castle und rührte Zutaten zusammen für Schichtkäsemuffins:

    Für 12 Stück:

    • 80 g weiche Butter
    • 150 g Zucker
    • 2 Eier
    • 500 g  Schichtkäse
    • 1  Päckchen Vanillepuddingpulver
    • 2 EL Maisgrieß
    • 2 Äpfel
    • 50 g gehackte Haselnüsse + 12 ganze als Dekoration
    • 1 EL Vanillezucker

    Butter, Zucker, Eier und 350 g Schichtkäse sowie Vanillepuddingpulver und Grieß verrühren. Den Backofen auf 160 ° C (Umluft) vorheizen. Die Äpfel schälen, das Kerngehäuse entfernen und in kleine Würfel schneiden. Haselnüsse und Äpfel mit unter den Teig mischen. Ein Muffinblech mit Muffinförmchen auslegen und den Teig gleichmäßig in die Förmchen füllen. Das Blech in den vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene etwa 25 bis 30 Minuten backen, bis sie goldbraun sind.


    Muffins auskühlen lassen.
    Den restlichen Schichtkäse mit Vanillezucker verrühren und die Muffins mit kleinen Tupfen garnieren – obendrauf eine kleine Haselnuss.

    Inspiriert hat mich hier Landliebe-Seite, ein einsames Päckchen Schichtkäse im Kühlschrank und der Beitrag über Syrniki – ReiseSpeisen (das ist die liebe Alex von ReiseSpeisen).

    Hitzige Grüße,

    Frøken Fluesvamp