Rosenblütengelee

„Haben wir im Urlaub gemacht!“ antworte ich und nicke dabei strahlend. Die Reaktion sind meist fassungslose Blicke. „Im Urlaub?“ kommt die ungläubige Frage dann. „Ja!“ erwidere ich, und mein Lächeln wird dabei noch breiter. Während ich das Glas in die Strahlen der untergehenden Abendsonne halte und fasziniert bin von der rosa-goldenen Farbe. Den Sommer eingemacht, konserviert, in ein Glas gegossen, verschlossen, aber doch sichtbar, sorgfältig beschriftet in geschwungenen Lettern. Rosenblütengelee.

Ich schließe die Augen und sehe sie vor mir, die großen grünen Büsche mit unzähligen, meist pinkfarbenen Blüten. Die Kartoffelrose ist eigentlich nicht dort beheimatet, fühlt sich auf dem dänischen Boden allerdings sauwohl. Von Kindheit an verbinde ich den Duft der Rosen mit Sommerurlaub. An den Ferienhäusern waren meterhohe Hecken, derer man kaum Herr werden konnte. Seit ein paar Jahren wird die Kartoffelrose ein wenig in ihre Schranken gewiesen. Die Böden sollen sich erholen. Und so sieht man die Rosen zwar immer noch zahlreich, allerdings ist sie nicht mehr ganz so stark präsent.

Ich erfreue mich jedenfalls an einigen großen Büschen, die um unser Ferienhaus stehen und schneide von der pinken Pracht ein paar Zweige ab, stelle sie in einen kleinen Krug, den ich in den Schränken des Ferienhauses finde.

Wunderschön sieht das aus und duften tut es. Sommerurlaub! Mein Gehirn ist im Entspannungsmodus. Womit wir wieder beim Rosenblütengelee wären. Einkochen ist Meditation. Man reiche mir einen Eimer Johannisbeeren, zehn Kilo Bohnen, Erbsen – ich entrispe und putze sie. Obst- und Gemüse-Yoga.

Und so geht mein Vorzeigemodell an einem dieser entspannten Tage in den frühen Morgenstunden an einen dieser Rosenbüsche und pflückt etwa 1 l Rosenblüten. Pfeift dabei ein Lied und kommt strahlend zurück. Ich grinse ihn an. „Na?“ frage ich. „Sommerurlaub!“ sagt er. Da kann ich ihm nur zustimmen.

Rezept für ca. 7 Gläser Rosenblütengelee

Ihr braucht:

    1 l duftende Rosenblüten (dabei ist es im Prinzip egal, ob Ihr die dänische Kartoffelrose nehmt oder eine andere wohlriechende Rose)
    500 ml Wasser
    400 ml Apfelsaft
    Saft einer halben Bio-Zitrone
    1 kg Gelierzucker 1:1
  • 500 ml Wasser mit 400 ml Apfelsaft mischen und die Blütenblätter dazugeben. 24 Stunden an einem kühlen, trockenen Ort ziehen lassen (nicht im Kühlschrank!).
  • Die Rosenblüten am nächsten Tage aus der Flüssigkeit fischen.
  • 750 ml von der Flüssigkeit abmessen, den Saft der Zitrone hinzufügen und alles in einen großen Kochtopf geben. Den Gelierzucker hinzufügen.
  • Zum Kochen bringen und unter ständigem Rühren zum Gelieren bringen.
  • Noch heiß in vorbereitete Gläser füllen. Fertig!
  • Das Rosenblütengelee schmeckt auch köstlich zu kräftigem Käse.
  • Probiert es mal aus!
  • Herzliche Grüße von Eurem
  • Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄
  • Treffen sich zwei Fräuleins… Episode 2: Von Stachelbeeren, Bienenstichen und unerfüllten Musikwünschen

    Die perfekte Küchenmusik zu Stachelbeeren ist doch eigentlich "Sting", denke ich mir und trällere "Roxanne" von "The Police" vor mich hin: "Roooxaaane – you don't have to turn on the red light!" Sting soll ja seinerzeit halb von der Leiter gefallen sein, als er das erste Mal eine Platte von sich im Radio gehört hat. Er renovierte gerade.

    Mein Göttergatte und eine meiner besten Freundinnen sind auch häufiger im Radio zu hören, weil sowohl meine bessere Hälfte als auch meine liebe Freundin irgendwie den Dreh raus haben, bei Radiogewinnspielen zu gewinnen. Das setzt voraus, dass man auch durchkommt… Allein diese Hürde…

    Was das angeht, bin ich traumatisiert: Ich war etwa 13, 14 Jahre alt und räumte mein Zimmer auf, hörte nebenbei "Das Beste im Norden" und fühlte mich aufgefordert, dort anzurufen und mir ein Lied zu wünschen. Ich griff zum Telefonhörer, wählte die angesagte Nummer und erreichte tatsächlich jemanden im Studio. Das Gespräch lief in etwa so ab:

    "Hallo, hier ist Max Mustermann vom Radio Muster. Und Du möchtest Dir also einen Song wünschen?"

    "Ja, hallo, hier ist Kristina. Ich würde mir sehr gerne 'Quit playing games with my heart' von den Backstreet Boys wünschen!" [KEIN KOMMENTAR – ich war bis 14 ein riesiger Backstreet Boys-Fan…]

    "Oh, ja, das ist jetzt schwierig. Kannst Du Dir nicht 'I'm running up that hill' von Kate Bush wünschen?"

    "Öhm, eigentlich wollte ich das nicht hören, aber nun gut, okay!"

    "Super, dann nehmen wir jetzt Deine Grüße und was Du sonst noch sagen willst auf und Du sagst am Schluss, dass Du Dir Kate Bush mit 'I'm running up that hill' wünschst!"

    "Super!" sagte ich, sprach meine Nachricht auf und wartete frohlockend auf meinen Einspieler. Doch er kam nicht, nur das dusselige Lied wurde gespielt. PAH!

    Ich war mächtig enttäuscht und boykottierte eine Zeitlang Kate Bush, Radio Muster und Anrufe in Radiostationen im Allgemeinen.

    Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich es mit Anrufen in Radiostationen nicht so habe. Wie dem auch sei, Sting, der seinen Künstlernamen einem schwarz-gelb gestreiften Pullover zu verdanken hat, der ihn aussehen ließ, wie eine Biene, jedenfalls, dieser Weltstar plumpste also fast von seiner Leiter.

    Und so schließt sich der Kreis, denn heute präsentiere ich anlässlich unseres zeitversetzenden "Synchron-Backens" (oh Du wunderbares Oxymoron) mit der lieben Jenny von "Vegan & Heimatlos" meinen Teil unseres wunderbaren Konzeptes:

    Einen glutenfreien Bienenstich mit einer Vanillepudding- und Stachelbeer-Füllung.


    Ihr braucht:

    FÜR DEN TEIG

    • 200 g glutenfreies Mehl (z. B. Kuchenmehl von Hammermühle)
    • 100 g Butter
    • 200 g Zucker
    • 4 Eier (Größe M)
    • 200 ml Sahne
    • 1 Päckchen glutenfreies Backpulver

    Verrührt die weiche Butter mit dem Zucker und gebt die Eier eines nach dem anderen dazu. Anschließend die Sahne und das gesiebte Mehl mit dem Backpulver vermischt mit in den Teig rühren.

    Springform fetten.

    Alles zu einem sämigen Teig rühren und in die Springform füllen.

    Backofen auf 175 ° C vorheizen und den Kuchen backen, bis die Oberfläche fest ist – das dauert ungefähr 25 Minuten.


    Kommen wir zur Mandelkruste.

    FÜR DIE MANDELKRUSE

    • 50 g Butter
    • 4 EL Zucker
    • 2 EL Sahne
    • 50 g gehobelte Mandeln

    Die Butter zerlassen, mit dem Zucker und den Mandeln vorsichtig vermengen und über den halbgaren Kuchen verteilen.

    Den Kuchen wieder in den Ofen geben und bei 175 ° C etwa 10 bis 15 Minuten fertig backen.

    Und nun nähern wir uns den Füllungen.

    Zunächst die Vanillepuddingfüllung:

    • 1 EL glutenfreies Mehl
    • 1 Ei
    • 250 ml Milch
    • 2 TL feine Speisestärke/Maisstärke
    • 2 EL Zucker
    • 1/2 TL Vanillezucker

    Ei, Zucker und Vanillezucker gut verrühren, glutenfreies Mehl und Speise-/Maisstärke hinzufügen. Milch in einem Topf erwärmen und nach und nach in die Ei-Zucker-Mehl-Masse einrühren, bis eine geschmeidige Creme entsteht. Diese dann unter stetigem Rühren in einem Topf erwärmen, bis sie kurz vor dem Kochen fest wird. Vor dem Gebrauch gut abkühlen lassen.

    Und nun zur Stachelbeerfüllung.


    Eigentlich ist es nichts anderes als Stachelbeerkompott bzw. Marmelade:

    • 1 kg rote oder grüne Stachelbeeren
    • 1 kg Gelierzucker 1:1

    Ich habe etwa 1 kg rote Stachelbeeren abgewaschen, ggf. kleine Blättchen entfernt und mit 1 kg Gelierzucker 1:1 aufgekocht. Als alles gelierte, habe ich die Stachelbeeren heiß in saubere Gläser abgefüllt.

    Den Kuchen aus dem Ofen nehmen, wenn die Backzeit rum ist und ordentlich abkühlen lassen! Es ist wirklich wichtig, dass der Kuchen nicht mehr warm ist, denn sonst gelingt Euch das Trennen / Durchschneiden der Böden nicht so unbedingt.

    Wenn der Kuchen also ganz abgekühlt ist, mit einem langen, scharfen (Torten-)Messer den Kuchen in drei Böden teilen. Dann beginnt das Zusammensetzen. Ganz nach unten kommt ein Kuchenboden. Auf diesen streicht Ihr eine großzügige Schicht Stachelbeermarmelade. Dann setzt Ihr den nächsten Boden darauf. Auf diesen Tortenboden streicht Ihr dann die Puddingcreme und setzt zuoberst dann den Boden mit der Mandelkruste. Et voila – Euer Bienenstich mit Stachelbeerkompott-Schicht ist fertig!


    Demnächst werde ich dann auch mal wieder auf einer Leiter stehen und Wände streichen. Ein Radio wird spielen und sicherlich kann man sich wieder etwas wünschen. Ich werde meinem Göttergatten sagen, dass er doch zum Hörer greifen sollte. Mein Musikwunsch wäre heute ein anderer, vielleicht 'Our house' von Madness. Und bevor eben jene mich ergreift, verabschiede ich mich von Euch in den wohlverdienten Sommerurlaub.

    Man liest sich, Euer Frøken Fluesvamp

    Und wenn Ihr neugierig seid, wie alles begann, schaut Ihr hier:

    Bloggst Du noch oder backst Du schon?

    Treffen sich zwei Fräuleins… Episode 1: Rhabarber-Marzipan-Kuchen

     

    Von Erdbeeren und Synthesizern 

    Sonntag. Es ist schwül, aber die Sonne scheint. Ich streiche endlich unsere Balkonmöbel. Die Witterung auf Æblerø hat dafür gesorgt, dass die bequemen Holzstühle mal wieder einen Anstrich nötig hatten. Also stehe ich im Innenhof, der Herzallerliebste hat mir eine Plane ausgebreitet, auf der die Stühle stehen, und ich schwinge den Pinsel und schwitze vor mich hin. Die bessere Hälfte schwitzt solidarisch mit und hämmert, sägt und bohrt in der angrenzenden Garage. Und so arbeiten wir eine Zeitlang nebeneinander her. Irgendwann fange ich an, vor mich hinzusummen – das Streichen scheint denselben Effekt auf mich zu haben, wie mein Yoga-Castle. Und während ich den Pinsel schwinge, wird aus dem Summen ein Singen. Mit ausgestrecktem Arm, in einer Hand den Borstenpinsel, rufe ich in Richtung Garage: „Reach out, touch faith!“ 

    Armlehne angemalt! Schwungvoll, selbstverständlich.

    Meine bessere Hälfte grinst und ich summe weiter:

    All I ever wanted, 

    All I ever needed

    Is here in my arms

    Words are very unnecessary

    They can only do harm

    Dave Gahan wäre stolz auf mich gewesen! In großen Pinselposen hüpfe ich um die Stühle herum, drehe mich mit ausgebreiteten Armen und singe ein wahres Depeche Mode-Medley. Zugegeben – nicht so laut wie in der Küche oder im Auto, aber dennoch. 

    People are people…

    In meinem Kopf spielt schönster Synthesizer-Pop auf. Kein Orchester, keine Kammermusik – nein: feinste Synthesizer. 

    Und dann plötzlich sind die Stühle fertig gestrichen, der Vorhang senkt sich wieder, ich gehe verschwitzt von der Bühne. Das Bühnenoutfit mit Farbe bekleckert, die Frisur – saß mal…

    Doch was jetzt? Mir steht nicht der Sinn nach Hotelzimmer verwüsten oder synthetische Dinge durch die Venen schießen. 

    Ich brauche Erdbeer-Endorphine in Rein- und in Marmeladenform. Und während ich die selbstgepflückten drei Kilo klein schneide, jeweils ein Kilo mit einem Kilo Gelierzucker 1:1 mische, alles aufkoche bis es geliert und anschließend mit meiner besseren Hälfte herrlichste Erdbeermarmelade in Gläser abfülle, bin ich voller Vorfreude auf den nächsten Tag.


    Einer meiner Wünsche geht in Erfüllung: Ich gehe auf ein Depeche Mode-Konzert. 

    Frontmann Dave Gahan kann um einiges besser eine Bühnenshow abliefern, als ich bei 30 Grad pinselschwingend im Innenhof.

    Die „olle Kombo“, die bewusst auf viel Schnick-Schnack verzichtet und nicht jedes ihrer Lieder langatmig vorstellt, haut 32.000 Leute aus den Latschen. Okay, vielleicht 31.999, denn auf dem Weg zurück zum Auto nach dem Konzert beschwert sich doch tatsächlich jemand in der Straßenbahn über die „alten Säcke auf der Bühne“. Wir blicken uns an und in fassungslose Gesichter, bis ein Schrank von einem Mann aufsteht und den Nörgler zum Schweigen bringt: „Ich weiß ja nicht, wo Du warst,“ sagt er, „aber ich war aufm sehr geilen Konzert!“

    Dem – verehrtes Publikum – ist nichts hinzuzufügen!

    Herzlichst, Euer sehr glückliches und immer noch von Musik erfülltes Frøken Fluesvamp 🍄🤘

    Holler, der Waldfeerich – Holunderbeersaft

    Holler heißt er. Er ist Waldfeerich. Keine Waldfee mit buntem Tüddelkrams, sondern mit imposanter Krone. Seine Frau ist die Holla, von Beruf Waldfee. Wer hätte das gedacht? Holla ist in aller Munde, besonders bei Ausrufen des Erstaunens hört man es: „Na, aber Holla die Waldfee!“ Holler wird das zu bunt. Er möchte auch mal in aller Munde sein. „Aber wie?“, fragt sich der Feerich und grübelt in der gleißenden Sonne. „In aller Munde…“, denkt er. „Roh bin ich giftig! Aber so ein beträchtliches Bad bei 100 Grad…“ grübelt der stolze Feerich weiter. Dann verschwindet das, was der Lebensmittelchemiker cyanogenes Glycosid Sambunigrin nennt. Im Feerich reift eine Idee und mit der Zeit, den warmen Sonnenstrahlen verwandeln sich seine puscheligen weißen Dolden in tiefschwarze und dunkelviolette Beeren.

    Eines Morgen, ein einsamer Spaziergänger trabte soeben niesend und prustend an Holler vorbei, ruft der Waldfeerich aus: „Ich hab’s! Abgekocht, den Saft in Flaschen gefüllt und gut gegen Erkältung!“

    So sei es, werter Holler! Bald bist Du wieder in aller Munde!


    Es ist etwas schwierig abzuschätzen, wie viel Saft die Holunderdolden bringen. Am besten, Ihr schneidet gefühlt mehr. Ich habe für drei Flaschen etwa zwei Fahrradkörbe voll gepflückt. Die Beeren sollten alle dunkel sein, wenn ein paar grüne dabei sind, ist es aber nicht schlimm.

    Gebt die Dolden in eine große Schüssel und wäscht sie gründlich mit kaltem Wasser. Dann zupft Ihr die Beeren ab. Achtung: Holunder färbt stark. Einmalhandschuhe sind keine schlechte Idee!

    Gebt die Früchte mit etwas Wasser in einen großen Topf und lasst alles etwa 45 Minuten kochen.

    Anschließend gebt Ihr alles durch ein feines Sieb oder lasst es durch ein Sieb abtropfen. Die Beeren dabei ordentlich ausquetschen.

    Gebt den Saft dann wieder in den Topf und fügt 200 g Zucker hinzu.

    Unter ständigem Rühren aufkochen lassen und dann für etwa 5 Minuten köcheln lassen.

    Anschließend heiß in abgekochte Flaschen füllen, fest verschließen und die Flaschen für 10 Sekunden auf den Kopf stellen. Achtung: sehr heiß!

    Die Flaschen kühl und dunkel lagern!

    Kampf der Erkältung!

    Hitzige Grüße,

    Frøken Fluesvamp 🍄

    Johann Rot und Johann Schwarz – Märchenhaftes Johannisbeergelee

    Johann Rot und Johann Schwarz sind Brüder. Johann Rot – auch Jonkheer van Tets genannt – leuchtet oft wie kleine Perlen in der Sonne. Und Johann Schwarz, der schwarze Ritter, der immer ein bisschen unheimlich daher kommt, trägt den Namen Titania. Titania? Wie die Elfenkönigin? Und wenn ich die hohen Sträucher einmal genau betrachte, nun – dann vielleicht – ja, Titania hat hier bestimmt ihren Elfenthron zwischen den herzförmigen Blättern. Hier hat sie alles im Blick. Und während wir Menschen uns ungeschickt zwischen den Sträuchern bewegen, schnaubend und in der Sommerhitze keuchend die Äste auseinanderbiegen, um an die schönsten Früchte zu gelangen, dann sitzt sie lachend da. Tippelt leichtfüßig zum Jonkheer van Tets und – ach – der schwitzende Mensch sieht auch, dass die traubenartigen Früchte leichter zu pflücken sind. Titania lacht, diese ungeschickten Menschen – nun ziehen sie von dannen mit ihren gefüllten Körben. Und der schwere Duft der schwarzen und roten Johannisbeeren begleitet sie. Ich blicke zu den Sträuchern – wie sie dort wie stolze Ritter aneinandergereiht stehen: all die Johanns, Rot wie Schwarz. Und Titania? Titania legt ihre zarten Füße übereinander und lehnt sich seufzend zurück. Welch Elfenleben!

    Für etwa 8 Gläser Johannisbeergelee à 200 ml braucht Ihr:

    • ca. 1,2 kg rote oder schwarze Johannisbeeren
    • 1 Packung Gelierzucker 1:1

    Die Johannisbeeren müsst Ihr, bevor Ihr sie weiterverarbeitet, zu Saft kochen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: entweder entrispt Ihr die einzelnen Beeren oder Ihr werft sie mit Stumpf und Stiel in einen großen Topf. Da mich das Entrispen total entspannt, wähle ich immer die „Entrisp-Variante“.


    Gebt einen kleinen Hauch Wasser in den Topf und kocht die Beeren auf. Reduziert die Hitze und lasst die Früchte so lange köcheln, bis sie platzen. Dann sucht Ihr Euch eine große Schüssel, über die Ihr ein Gestell mit sauberem Tuch stellen könnt und in das die Flüssigkeit dann hineintropft. Es gibt im Haushaltswarengeschäft spezielle Vorrichtungen, die sich gut eignen. Wenn Ihr sowas nicht zur Hand habt, könnt Ihr auch einfach einen Küchenstuhl umdrehen und ein sauberes Geschirrtuch zwischen die Stuhlbeine klemmen (z. B. mit Gummiringen), eine Schüssel darunter stellen und die gekochten Beeren so in die Schüssel tropfen lassen. Am besten übrigens über Nacht.

    Die abgemessene Flüssigkeit stellt Ihr dann kalt und werft die Beeren-Reste auf den Kompost. Idealerweise habt Ihr etwa einen Liter Flüssigkeit erhalten. Für einen Liter Saft benötigt Ihr 750 g Gelierzucker. Wenn Ihr weniger oder mehr habt, müsst Ihr Euch das entsprechend umrechnen.

    Gebt die Flüssigkeit in einen Topf und fügt die abgemessene Menge Gelierzucker hinzu. Lasst alles unter ständigem Rühren aufkochen. Dann macht Ihr die Gelierprobe; wenn diese gelingt, könnt Ihr mit dem Abfüllen in Eure sauberen Gläser beginnen. Gläser heiß verschließen. Fertig ist Euer märchenhaftes Gelee!

    Gutes Gelingen wünscht Euch

    Frøken Fluesvamp

     

     

     

     

    Raspberry-Fields Forever…oder so

    Gestern hatte ich mich schon den gesamten lieben-langen Tag darauf gefreut – Himbeeren pflücken gehen. Himbeeren sind himmlisch – sagt ja der Name schon. Diese kleinen Powerfrüchte werden mir den Abend versüßen – das war der Plan, der Plan wurde durchgeführt. Bis der Plan durchgeführt werden konnte, schwelgte ich auf meinem Bürostuhl in Kindheitserinnerungen. Meine Oma hatte in ihrem Garten auch einige Himbeersträucher – die bekannten roten, aber auch gelbe. Die gelben fand ich immer besonders spannend, die landeten auch niemals in irgendeiner Marmelade, sondern direkt im Mund. Gerne auch auf die Fingerkuppen geschoben – die Finger sahen aus wie kleine Zwerge mit gelben und mit roten Kappen. Auf dem Rückend liegend auf der Wiese und in den blauen Himmel guckend wurde jede Himbeeren von den Fingern gelutscht, wieder aufgesprungen und eine erneute Ladung Himbeeren gepflückt. Irgendwie sind Kindheitssommer besonders lang, niemals verregnet und immer draußen… Ich wünsche mir wieder einen unbeschwerten Kindheitssommer!

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    Ein bisschen Kindheitssommer – gestern am späten Nachmittag dann auf einer Pflückwiese in der Nähe.

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    In alten Kinderwagengestellen mit Spankiste anstatt dem Bettchen, in dem sonst das Baby liegt, schiebt man dort durch die Plantage und kann pflücken, bis es nicht mehr geht. Ganze drei Kilo Himbeeren haben wir nach Hause gebracht – aber jede Himbeere, die man dann noch dick und fett am Ast hängen sah, musste gepflückt werden – unbedingt!

    Ob ganz offensichtlich:

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    Oder auch ein bisschen versteckt:

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    Und dann? Drei Kilo Himbeermarmelade…

    Für 1 kg Himbeermarmelade braucht Ihr:

    • 1 kg feinste frische Himbeeren
    • 1 kg Gelierzucker 1:1
    • Saubere Gläser (Wenn Ihr von Weck die Tulpengläser à 220 ml benutzt, benötigt Ihr insgesamt etwa 8 Gläser .)

    Zunächst – Zutaten und Utensilien bereit stellen. Dann gebt Ihr die Himbeeren direkt in den Topf. Ihr braucht sie nicht zu waschen, es sei denn natürlich, sie sind irgendwie sandig oder so. Dann aber auch nur ganz vorsichtig.

    Gebt den Gelierzucker hinzu und verrührt Himbeeren und Gelierzucker zunächst kalt miteinander. Dann stellt Ihr die Herdplatte auf höchste Stufe. Unter beständigem Rühren nun die Marmelade kochen. Wenn es anfängt zu blubbern, kräftig weiterrühren – etwa 5 Minuten lang. Dann macht Ihr eine Gelierprobe: Gebt einen Tropfen Marmelade auf eine Untertasse und wartet einen Augenblick. Haltet die Untertasse schräg – bewegt sich die Marmelade kaum bzw. ist die Konsistenz zähflüssig, könnt Ihr mit dem Abfüllen in die Gläser beginnen.

    Fertig! Der Sommer ist in Gläser verpackt! Viel Spaß beim Nachmachen!

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    Köstliche Aprikosenmarmelade

    Manche halten mich sicherlich für bekloppt, wenn sie hören, dass ich für unseren Italien-Urlaub einen Klappkorb mit Gläsern, Weckgummis, -klemmen und Gelierzucker eingepackt habe. Außerdem auch ein paar Flaschen mit Schraubverschluss für den weltbesten Tomatensugo…

    Für mich ist das Vorbereiten von Obst und Gemüse für Marmelade, Chutneys oder Kuchen pure Meditation. Stellt mir einen Korb voll Johannisbeeren hin und ich zupfe Euch die einzelnen Früchte von den Rispen. Ich mache so etwas mit Hingabe. Mein Schlüssel-Erlebnis ereignete sich an einem brüllend-heißen Nachmittag. Ich muss etwa zehn oder elf Jahre alt gewesen sein und meine Oma hatte keine Lust, einer Verwandten beim Bohnenschnippeln zu helfen. Ich weiß nicht, wie viele Stunden ich dort in dem Garten saß und für meine Oma die Bohnen geputzt habe. Für mich wurde in jedem Fall klar: Das ist meine ganz eigene Art von Meditation und Entspannung, nur dass ich damals noch nicht wusste, was das eigentlich ist.

    Der eine Tag in unserem Urlaub war wettertechnisch eher von der nasseren Sorte. Auf dem Markt hatten wir zwei Kilo leckerste italienische Aprikosen gekauft, der Topf war bestens für das Marmeladekochen geeignet. Mich konnte nichts und niemand aufhalten. 🙂

    Bevor Ihr beginnt, stellt Euch alle Materialien bereit und spült die Gläser ab. Wenn die Gläser sauber sind, solltet Ihr sie vor der Befüllung einmal mit kaltem Wasser ausspülen. Die Investition in einen Abfülltrichter lohnt sich, denn so müsst Ihr nicht noch die Ränder der Gläser abwischen, da (meistens) alles fein säuberlich dort landet, wo es auch rein soll – im Glas 🙂

    Für ca. 10 Weckgläser (Tulpenform à 220 ml) braucht Ihr:

    • 1 kg Aprikosen in bester Qualität
    • 1 kg Gelierzucker 1:1

    Alle Aprikosen halbieren und die Kerne herausdrehen. Die Aprikosen kleinschneiden – je nachdem, ob Ihr lieber große oder kleine Stücke in der Marmelade haben wollt.

    Alles in einen großen Topf geben, den Gelierzucker vorsichtig darüber streuen und alles mit einem großen Löffel vorsichtig verrühren. Ich mache es so, dass ich die Früchte mit dem Gelierzucker erst dann erhitze, wenn ich alles vorab vorher verrührt habe.

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    Stellt die Herdplatte nun auf die höchste Stufe und rührt während der gesamten Zeit, bis sich der Zucker auflöst und Ihr langsam eine flüssige, marmeladenartige Masse bekommt. Man sagt, die Marmelade muss etwa fünf Minuten unter ständigem Rühren brodeln und blubbernd kochen. Ihr könnt aber die Hitze ruhig ein wenig reduzieren, damit Euch die Marmelade nicht entgegenspritzt – das tut nämlich echt weh…

    Nach den fünf Minuten Kochen müsst Ihr eine Gelierprobe machen. Dafür einen Klecks der Marmelade auf eine kleine Untertasse oder einen Teller geben und den Teller leicht schräg halten. „Bewegt“ sich die Marmelade ordentlich zähflüssig, sprich: ist sie geliert, kann mit dem Abfüllen in die kleinen Gläser begonnen werden.

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    Viel Spaß beim Nachmachen!