Mit Pauken und mit Herbsttrompeten – Herbstliches Geschnetzeltes

Frage im Kreuzworträtsel: „Schlagzeuger im Orchester“. Ich muss echt überlegen. Sieben Buchstaben, hinten „ist“… Mein Vorzeigemodell zuckt mit den Schultern. „Ich komme nicht drauf. Du?“ fragt er. Ich grübele, denke mir, dass es ja wohl „Paukist“ nicht sein kann. Noch nie gehört. „Du, das ist ‚Paukist‘!“ kommt es ungläubig vom größeren Sofa. „Echt?!“ Ich bin etwas erstaunt. Paukist klingt aber irgendwie gut.

„Und was machen Sie so beruflich?“ „Ich bin Paukist bei den Trodelhofer Drosselspatzen.“ Klingt doch viel besser als „Tach, Hauke – ich hau hier die Pauke!“ Obwohl das irgendwie auch einen gewissen Charme hat.

Eines Sommers reimten wir als gäbe es kein Morgen. Hauke war auch mit von der Partie, natürlich mit Pendant im Gepäck. „Alle spielen Klarinette. Nur nicht Hauke, der haut die Pauke.“ Wir schwangen uns von Reim zu Reim in den hochsommerlichen Dichterhimmel, bis bei

„Alle bügeln glatt, nur nicht Britta, die bügelt Knitter.“

alle Dämme brachen. Selbst die Boyband nebenan in der von uns getauften „Partyhütte“ schwieg für zehn Minuten, weil wir in schallendes Gelächter ausbrachen. Wir rangen nach Luft, tupften uns die Lachtränen aus den Augen, und legten Varianten nach:

„Alle putzen nackt mit Lappen, nur nicht Egon, der trägt Schlappen.“

Der Sommer – unvergessen. Und nun ist es Herbst. Der Oktober verabschiedet sich mit einem Feuerwerk aus Farben.

Ein fulminanter virtuoser Komponist hätte aus den letzten Herbsttagen ein ebensolches komponiert. Das Laub hatte sich in den allerschönsten Tönen gefärbt – orange, leuchtendes Gelb, Feuerrot. Dazu der strahlendblaue Himmel und heute Morgen Frost, der sich in winzigen eisig weißen Sternen um die Blätter und auf die Grashalme gelegt hat.

Tief sogen wir die Luft ein – mein Vorzeigemodell und ich, während wir durch den Wald gingen, über die Wiesen streiften und die letzten Pilze fanden. Zugegeben – die Herbsttrompeten waren vom Wochenmarkt, aber dennoch schaurig-schön anzusehen. Und wie passend heute zu Halloween. Und hier ist das Rezept für ein köstliches Geschnetzeltes mit Herbsttrompeten und Kartoffelbrei.

Ihr braucht:

  • 100 g Herbsttrompeten oder andere kräftige Pilze, geputzt
  • 400 g Schweinegeschnetzeltes in Bio-Qualität
  • 1 Wurzel, in Scheiben geschnitten
  • Mais- oder Kartoffelstärke
  • 500 g Kartoffeln, vorwiegend festkochend
  • Crème Fraîche (1 Becher)
  • Milch und Butter für den Kartoffelbrei
  • Muskatnuss, gerieben
  • Salz und Pfeffer
  • Frische Petersilie
  • Butter zum Anbraten

Das Geschnetzelte mit Salz und Pfeffer würzen und mit einem gehäuften EL Mais- oder Kartoffelstärke bestreuen. Gut durchmischen.

Butter in einem Topf zerlassen und das Geschnetzelte sowie die Wurzel bei kleiner Temperatur von allen Seiten gut anbraten. Die Herbsttrompeten hinzufügen, ggf. noch etwas Butter hinzufügen. Die Herbsttrompeten verströmen sofort einen köstlichen Pilzgeruch. Bei kleiner Temperatur köcheln lassen. Etwas Wasser dazugeben und weiter köcheln lassen. Einen Becher Crème Fraîche hinzugeben. Die Sauce abschmecken mit Salz, Pfeffer und frischer Petersilie.

Kartoffeln schälen und kleinschneiden. Kartoffeln in Salzwasser geben und kochen, bis sie gar sind. Abgießen und einen guten Schuss Milch zu den Kartoffeln geben. Ein Stück Butter hinzufügen und mit Salz, Pfeffer und geriebener Muskatnuss abschmecken.

Das köstliche Herbstessen auf zwei Tellern anrichten und genießen.

Schaurig-schöne Herbstrompeten
Geschnetzeltes mit Herbsttrompeten und Kartoffelbrei

Viel Spaß beim Nachkochen wünscht Euch Euer Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄

Soll ich Dir was vorlesen? Kulturgangster – Von einem Live-Hörspiel, einem wahren Ohrenschmaus!

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Es stürmt, schon seit Tagen. Bennet hat die Sau rausgelassen, doch Cornelius ist ausdauernder, weht und weht, schickt Böen, schwarze Gewitterwolken, ergiebige Schauer, Blitze, Hagel. Cornelius ist der Hooligan unter den Sturmtiefs. Er rüttelt an den Ästen der Bäume und haut auf die Kacke ohne Rücksicht, ohne Unterlass. Er lässt sich und uns keine Verschnaufpause. Hoffentlich geht ihm bald die Puste aus. Mir dröhnen die Ohren von seinem Getöse und der Kopf tut mir weh. Tiefdruckgebiet. Möchte aufs Sofa und mir dicke Kissen auf die Ohren drücken. Doch das läuft heute nicht.

Auf die Ohren gibts trotzdem, allerdings ein Ohrenschmaus. In der Schlossküche des Schlosses Bückeburg im Schaumburger Land hat ein Ensemble geladen, dessen samtene, sonore, helle, rauchige, irre Stimmen locken, erschaudern, entführen in die Welt von Queen Victoria. Ins Pferdezeitalter, wo man mit Droschken über Kopfsteinpflaster rumpelte und wo eine eigensinnige Haushälterin einem ebenso eigensinnigen, ungleichen Paar Nierchen zum Frühstück bereitet. In die Welt des wohl berühmtesten Detektivs, in die Bakerstreet 221B.

Die Kulturgangster präsentieren seit Januar 2019 im stilvollen Ambiente der Schlossküche in Bückeburg einen Klassiker der Kriminalliteratur. Sir Arthur Conan Doyle ließ einen angsteinflößenden Riesenhund im englischen Dartmoor von der Leine, die Sprecher ziehen sie in ihren Bann. Und es sitzt keiner dort mit gezücktem Smartphone und macht Selfies. Nein!

Die Gesichter im Schein der Kerzen in warmes Licht getaucht sitzt jeder Einzelne dort und lauscht. Lauscht dem heiseren Lachen, zuckt zusammen beim gellenden Aufschrei, spitzt die Ohren, wenn im Flüsterton getuschelt wird, reißt ungläubig die Augen auf, wenn man die Zusammenhänge begreift. Doch immer, immer, immer ist man dort – inmitten des Londons von Queen Victoria, im Nebel von Dartmoor, in der Droschke, der Eingangshalle, in der Bakerstreet 221B – in Mrs Hudsons Küche.

Anhaltender Applaus. Wir sind in der Küche, ja, der Schlossküche. Und das Ensemble verneigt sich. Sherlock hat den Fall gelöst, natürlich. Die Welt wurde wieder zurechtgerückt in der Schaltzentrale der Macht. In der Bakerstreet 221B. Mrs Hudson brät vielleicht wieder Nierchen zum Frühstück. Und wir kehren zurück. Zurück vom Abenteuer im Kopf.

Und wann lässt Du Dich entführen?

…da würgt ihn von hinten eine meuchelnde Hand…Wie Lord Versatile sein Unwesen treibt

Nichtsahnend, im Dunkeln nach dem Lichtschalter tastend, die Brille vom Nachtisch fegend, maulend, die Füße – unbestrumpft – aus der Bettdecke vorschiebend und blitzschnell wieder unter die flauschigen Federn ziehend – plötzlich, ein leises Klingeln. Dort – horcht – schon wieder. Unlustig stöhnend nun schlage ich die Bettdecke zurück, bekomme einen Kälteschock und bin hellwach.

Was ist das für ein Klingeln?

Im Bad angekommen – der Weg ist lang, es befindet sich im Westflügel unseres 86 qm großen Anwesens – fällt der Groschen: das Telekommunikationsgerät macht Meldung.

Ich gehöre zu der seltenen Spezies der „Handy-nachts-Ausschalter“, was mir speziell in Gesellschaft jüngerer Personen oftmals schier fassungslose Blicke beschert. Gestern Abend muss ich es wohl doch angelassen haben. Und um der Sache noch das königliche Krönchen aufzusetzen: mein Handy liegt nicht auf meinem Nachtisch!

Als ich also das Klingeln zuordnen kann, tapse ich über den Flur und werfe einen Blick auf das Display – und erstarre:

An dieser Stelle möge man sich irgendein musikalisches Intermezzo vorstellen. Mir schwebt ein kurzes „huuuuuuuu“ vor.

Lord Versatile!

Machte er schon nicht Halt vor der Grande Dame des feinen Humors Jenny, die größte Marktfrau unter dem Mond von…ach Du weißt schon – hier rauschte er mit schaurigem Lachen an Lady Rutherford, ihres Zeichens große Krimiliebhaberin, aber überzeugt vom Tode des verstaubten Gatten, vorbei und jagte ihr einen gehörigen Schrecken ein. Nun denn, Lord Versatile, mögest Du auch Dein Unwesen treiben, ein Fräulein Fliegenpilz lässt sich davon ebenso wenig beeindrucken wie die charmanteste Rohkost-Queen (Ich danke Dir!), die Lord Versatile den Weg in meine heiligen Blogger-Hallen zeigte. Auf dass er nun in meinem Blog – äh – Kopf spuke!

Nun gut, verehrter Lord: Vorhang auf!


Die Regeln des Versatile Blogger Awards

Danke der Person, die dir den Award verliehen hat und verlinke sie in deinem Post. 

Erzähle uns 7 Dinge über dich.

Gib den Award an 15 kürzlich entdeckte, neue Blogger.

Kontaktiere diese Blogger, und lass sie wissen, dass sie den Award bekommen haben.


7 Dinge über mich:

Der Staubfänger.

Als ich klein war, gab es in Tier- und Freizeitparks Souvenirstände, an denen man allerlei sinnloses Zeug kaufen konnte – genau genommen gibt’s die heute auch noch. Einmal sah ich dort eine mit unterschiedlichsten Muscheln beklebte Schachtel. Ich fand die Schachtel wunderschön, doch irgendjemand sagte zu mir, dass dies doch ein „Staubfänger“ sei. Ich war völlig verwirrt, wieso kaufen sich Menschen Schachteln, mit denen sie Staub fangen…ich dachte, dass es sich um eine völlig normale Muschelschachtel handelte und erzählte die Geschichte völlig entrüstet meiner Mama, als ich nach dem Ausflug wieder zu Hause ankam.

Das Moon-Depot.

Mein Papa erzählte früher oft, dass er während seines Wehrdienstes im Moon-Depot gewesen ist. Ich stellte mir immer einen gottverlassenen, dunklen Ort voller Krater vor – eben wie der Mond. Erst Anfang 20 sollte ich erfahren, dass es sich bei dem Moon-Depot eigentlich um ein Mun.-Depot (von ‚Munition‘) handelte, nämlich als wir an dem Ort vorbeifuhren und auf einem Hinweisschild „Mun.-Depot“ stand.

Pyjama-Party.

Ich liebe Schlafanzüge und Schlafanzugtage. Allerdings im Schlafanzug schlafen? Das geht nicht! Vorm Schlafengehen muss ich die Pyjama-Hose ausziehen, sonst kriege ich einen Rappel.

Schatz? Schaaaaatz?

Das ist ungefähr das peinlichste, was mir je passiert ist. Allerdings ist es für alle Beteiligten auch urkomisch gewesen. Auf einem Gartenfestival schaute ich mir interessiert die ausgestellten Bodendecker an. In der vermeintlichen Annahme, dass mein Schatz noch neben mir stand, sprach ich: „Guck mal! Die sind aber schön Schatz!“ Doch ‚Schatz‘ reagierte nicht. Ich klopfte also in der Hoffnung auf Reaktion dem vermeintlichen Schatz mit auf den Boden gerichteten Blick auf den Hintern. Ihr ahnt was kommt?!

Es war nicht Schatz, sondern ein fremder Mann!

Doch damit nicht genug! Nachdem ich beim ersten Po-Klopfer keine Reaktion erhielt, haute ich noch ein zweites Mal zu, dies Mal etwas fester.

Als ich dann realisierte, dass es nicht Schatz war, änderte sich meine Gesichtsfarbe in Sekundenschnelle. Ich sah ein bisschen aus wie dieser gequirlte Vanille-Pudding mit Himbeersauce.

Der Mann nahm’s mit Humor. Als sich Schaaaaatz wieder vom Lachen beruhigt hatte (er hatte die Szenerie mit gebührendem Abstand gemeinsam mit meinen Eltern beobachtet), sagte der Be-klatschte zu ihm: „Na, jetzt bin ich aber froh, dass sie nicht klein und blond sind!“

Pssssst…ich lese!

Die letzten Seiten eines Buches werden mit Genuss gelesen. Das wird regelrecht zelebriert und wehe dem, der mich dabei stört!

Das Fräulein und die Nordsee.

Heißgeliebtes Meer, stürmische See, wunderbarer Sandstrand. Am Abreisetag muss ich noch einmal zum Strand und „farvel og tak“ sagen. Ein Mal haben wir’s vergessen und ich bin in Tränen ausgebrochen…passiert mir nicht nochmal.

Liebe ist…wie Malaria!

Nö, ich fliege lieber nach Malaysia! So, da habt ihr’s. Am traditionellen Hannoveraner Schützenfest-Dienstag gröhlten ich und die vier Caipirinha lautstark „Ich fliege jetzt nach Malaysia“ anstatt – wie es richtig hieß – „Liebe ist wie Malaria“. Und sorgte so für den Lacher des Abends…Pah!

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Nun denn – Lord Versatiles eiskaltes Händchen ruht sanft auf meiner Schulter. Brrrr…und er deutet auf diese Blogs. Dabei spricht er kein Wort, nur die knochige Hand, dessen magerer Zeigefinger mit dem schwarzgeränderten Fingernagel…ach, jetzt ist aber auch mal gut!

Die Nominierten sind:

Olet lucernam! Weil ich immer wieder überrascht bin, wie vielseitig dieser Blog ist.

Leselebenszeichen. Weil Ulrike zur seltenen Spezies der Buchhändlerinnen gehört und ich ihre beste Kundin wäre, läge ihr Buchladen in meiner Nähe.

Lovely Rita Flowermaid. Weil das Blumenmädchen mir jeden blumigen Tag ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Und Zaubern haben so viele verlernt.

Lieschen Müller gärtnert. Weil das Lieschen Müller ein richtiger Fuchs ist und Füchse per se schon mal awardiert sein müssen, und außerdem weil sie die tollsten Moosfotos macht!

Kaffee und Kekse. Weil Cornelias Köstlichkeiten einfach so vielseitig sind. Darum!

Jules Ich trau mich fast gar nicht…Du schreibst einfach so wunderbar! Braucht’s da einen Award? Aber der Lord deutet auf Dich!

Linzer Smileys. Weil Daniela so eine erfrischende Art hat und alles so arg lecker klingt!

Schwedisch kochen. Wenn man Bullerbü im Herzen hat, muss man dieser Seite folgen!

Landidylle. Hier fühl ich mich geerdet!

Schlemmerbalkon. Und hier staune ich immer über die Vielfalt – und die Balkonmusik!

Reisespeisen. Weil Alex einfach unglaublich vielseitig ist und man bei jedem ihrer Artikel in Gedanken mitreist.

Törtchen made in Berlin. Kommt und staunt ob dieser süßen Vielfalt!

Sonntagsknipser. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte…

13 – so sprach der Dunkle Lord…

Und weil’s so schön ist:

Der Mörder ist immer der Gärtner…