A beautiful sight, we‘re happy tonight…Steckrüben-Kartoffel-Stampf mit Ei und Pilzen und ich wünsche mir Schnee

Ich wünsche mir Schnee. Alle Jahre wieder. In der Vorweihnachtszeit sollen allmählich Ruhe, Besinnlichkeit und Stille einkehren. Ich würde sie gern hereinbitten. Und draußen soll ein flirrendes Licht die Schneeflöckchen ankündigen. Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst Du geschneit? Und dann: ein leichter Schneekopfschmerz, der typische Duft nach Schnee. Dann öffnen sich die dicken Wattewolken, Frau Holle schüttelt die großen Daunenbetten aus und sanft taumeln die Flocken zur Erde. Deck die Blümelein zu. Und alles wird ein bisschen ruhiger, sanfter, leiser, stiller, sauberer und unschuldiger.

Ich wünsche mir weiße Weihnachten. Hier und jetzt! Und ich wünsche mir die Ruhe, die die weiße Weihnacht mit sich bringt. Wie auf den alten Postkarten, wo Kinder in dicken Mänteln und mit  Fäustlingen rotwangig Holzschlitten hinter sich herziehen. Und Rotkehlchen auf kleinen Vogelhäusern sitzen, oder dicke, aufgeplusterte Amseln eine rote Beere im weit aufgesperrten Schnabel haben – das leuchtend gelbe Auge in den Wald gerichtet, der überzuckert ist von allerfeinstem Schnee. Willst Du einen Schneemann bauen?

Und Schlittenfahrten durch tiefverschneite Winterlandschaften, Rentiere mit dampfendem Atem vor den Nüstern, sanftes Glockenläuten und das einlullende Traben der wundervollen Tiere. Ach – ach – ach. Und der Himmel ist sternenklar. A beautiful sight, we’re happy tonight. Walking in a winter wonderland.

Ein Feuerchen im Kamin, dicke Wollsocken und ein kuschliges Fell. Kerzenschein und der Duft eines köstlichen Heißgetränks. Es knistert und knackt von den Holzscheiten und die Flammen züngeln gelb-rot-orange. Hach – hach – hach.

Kein üppiges Festmahl, keine Gelage, kein Stress, keine Zwänge. Jogginghose und Wollpullover, ein Heißgetränk und – Stille. Wenn man hören kann, wie die Schneeflocken rauschend und zart knackend auf dem Fensterbrett landen und sich die Schneeschicht von Stunde zu Stunde, von Minute zu Minute aufbaut und der größte Aufwand darin besteht, eine weitere Kanne Tee zu kochen, eine Kerze auszuwechseln und ein Holzscheit nachzulegen. Oh wie wäre das schön!

Ich denke, mein Gefühl trügt mich nicht. Der Winter will mit seinen klammen Fingern die Tür aufdrücken, stemmt sich dagegen, haut ein paar Flocken raus und manchmal auch echt kalten Winterwind, aber dann schleicht sich wieder so ein lullig-warmer Herbstmisch von der Seite an und teckelt den Winter nieder.

Dabei wäre es doch so schön, wenn mit dem unschuldigen Weiß allmählich Gärten und Straßen, Wiesen und Felder zugedeckt würden. Ruhe und Stille und Besinnlichkeit. Und dann „fehlt“ eben noch etwas, und alles, was man zu Hause hat, sind eine Steckrübe, Kartoffeln, ein paar Eier und Champignons, etwas Butter und etwas Milch.

Und während die Welt anhält und man tief durchatmet, streckt man sich genüsslich wie eine zufriedene Schlosskatze, dreht sich ein Stück auf die rechte Seite und irgendwann hat man die zündende Idee und bereitet einen köstlichen Kartoffel-Steckrüben-Brei zu.

Ihr braucht:

Fürs Püree:

    1 kleine Steckrübe
    5-6 große, mehlig-kochende Kartoffeln
    etwas Butter
    etwas Milch
    Salz und Pfeffer
    Muskatnuss (gerieben)
  • Für die Beilagen:
    • eine Handvoll Champignons
      4 Bio-Eier
  • Petersilie zum Garnieren.
  • Steckrübe und Kartoffeln schälen und klein würfeln. Alles in einem Kopf weich kochen. Kochwasser abgießen. Butter und Milch zu Kartoffeln und Steckrübe geben und mit einem Stampfer zermatschen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
  • Backofen auf 180 Grad vorheizen.
  • Eine Auflaufform mit Butter fetten und das Püree hineingeben.
  • Mit einem Esslöffel vier Kuhlen ins Püree drücken und die Eier aufschlagen und jeweils in die Kuhle geben. Etwas Salz darüber streuen.
  • Die Auflaufform in den Backofen stellen und für ca. 20 Minuten backen, bis die Eier gestockt sind und das Püree eine bräunliche Kruste bekommt.
  • Derweil Champignons putzen und in einer Pfanne mit Butter anbraten, salzen und pfeffern.
  • Petersilie abbrausen, klein zupfen und zum Schluss über das Gericht streuen.
  • Und während ich langsam aus dem Land aus Schnee und Eis zurückkehre, denke ich, wie schön es doch wäre, wenn alles ein bisschen ruhiger und entspannter wäre. Und wer weiß, vielleicht hat der Winter doch so viel Kraft, dass er Heiligabend die Tür aufdrückt und hereingeschneit kommt. Ich würde ihn hereinbitten!
  • Kindheitserinnerungen und Glaskirschenmarmelade

    Jeder Tag ruft deinen Namen, ich wünsch Glück an allen Tagen

    Nicht’s ist besser als ne Liebe auf der Welt

    Kirschen gibt’s an Sommertagen nur solang die Bäume tragen

    Und lebend gehen wir nicht mehr aus der Welt

    („Kirschen“ von Nils Koppruch)

    Das Vorzeigemodell und ich, meines Zeichens ein fröhlicher Fliegenpilz, haben ein paar Tage frei. Der Sommerurlaub liegt noch in weiter Ferne. Wir haben keinen Kurztrip gebucht, keine Fahrt ans Meer geplant. Und dennoch waren die letzten Tage eine ganz persönliche Reise – in die Vergangenheit. Unkontrolliert und scheinbar zufällig wurde ich teilweise Jahre zurück katapultiert. In meinem Elternhaus gibt es nämlich einen Wandschrank. Dieser Wandschrank befindet sich in meinem alten Zimmer. Der Wandschrank hat gewisse Ähnlichkeiten mit Hermine Grangers Handtasche. Für diejenigen unter Euch, die Harry Potter nicht gelesen haben: Hermine ist in Besitz einer unscheinbaren, kleinen Damenhandtasche, aus der sie in regelmäßigen Abständen so hilfreiche Dinge wie ein riesiges 20-Personen-Zelt zieht, das sie mit sämtlichem Equipment auf ihrer Flucht vor Voldemort und seinem Gefolge in weiser Voraussicht dort untergebracht hat.

    Nun sei klargestellt, dass ich mich nicht auf der Flucht befinde, die Dimensionen von Hermines Handtasche und meines Wandschranks ähneln sich nur in gewisser Weise sehr.

    So ist es beispielsweise so, dass meine Lieben einen starken Hang zu Flohmarktbesuchen haben. Trafen wir in der Vergangenheit auf Hörspiele oder Schallplatten ertönte bisweilen häufiger folgender Spruch: „Das ist im Wandschrank!“

    Das Vorzeigemodell antwortete im Laufe der Jahre dann auch öfter mit: „Lasst mich raten! Das ist im Wandschrank?!“ Ein Running Gag in unserer Familie.

    Kurz nach Pfingsten hatte meine Mama ebenfalls ein paar Tage frei. Am darauffolgenden Freitag reiste ich mit Brause-Karl an, und fiel das erste Mal direkt in eine Zeitschleife. Der Keller stand voll mit Kisten und Kästen. Lego, Barbie-Sachen und Bücher, Bücher, Bücher. Schachteln mit Briefen meiner Brieffreundinnen, alte Zeichnungen und aufgehobene Postkarten. Einen Bruchteil dieser Kostbarkeiten konnte ich abends in meinen kleinen Flitzer laden – die Rückbank umgeklappt, angeschnallte Kästen auf dem Beifahrersitz.

    Die tropischen Temperaturen im Wonnemonat Mai brachten mich beim Ausladen am Abend ins Schwitzen. Fein säuberlich stellte ich die Kästen in unseren Eingang. Was für ein Schatz!

    Voller Aufregung öffnete ich die erste Box: Hörspielkassetten! Regina Regenbogen, Hallo Spencer, Pumuckl, Walt Disney, Alf – und natürlich Pippi Langstrumpf. Briefe, akkurat und chronologisch sortiert. Eine Karte fällt mir in die Hand: Grüße von meinem geliebten Opa. Dass es diese Karte noch gibt. Geburtstagskarten, Glückwünsche, Zeitungsartikel von der heiß geliebten Boyband, ein handgeschriebener Zettel meiner Mama, ein Begrüßungsplakat von meinem Papa nach einer ziemlich miserablen Klassenfahrt. Und böse Briefe einer vermeintlich besten Freundin, die ich feierlich im Altpapier versenke. Ich rase durch die Zeit: 1988, 1995, 1996, 1986, 1994. Hin, zurück. Und das war erst die erste Ladung.

    Eine Woche später brause ich wieder mit Karl, dem Kleinen, in Richtung Elternhaus. Ich habe frei, es ist Freitag, der erste Tag im Juni. Gewitterluft und schwül-warm. Mein Vater hat Nachtschicht und schläft. Meine Mama und ich stärken uns mit Frühstück. Das Vorzeigemodell ruft an – muss arbeiten und ist gespannt auf die weiteren Schätze. Wir fahren zu einer nahegelegenen Landpartie und werden nach kurzer Zeit evakuiert. Das angekündigte Gewitter hängt über uns wie ein Damoklesschwert, tiefschwarze Wolken, dicke Regentropfen. Wir retten uns zügigen Schrittes in die Wagenremise und warten ab: Donner und Blitze gleichzeitig und sturzbachartige Regenfälle. Das Unwetter hängt nur über uns. Das Rote Kreuz informiert regelmäßig und wir nippen an Wasser und Orangenbrause. Nach einer Stunde haben sich die Wolken entladen und das Gewitter hat sich verzogen. Wir gehen hinaus an die nunmehr frische Luft, atmen durch. Langsam schlendern wir weiter, mein Papa stößt ausgeschlafen noch dazu: Ein Eltern-Tochter-Tag! Ein Kaffee in der Schlossküche und viel Platz zum Schauen, denn das Gewitter hat viele wohl vertrieben.

    Wir genießen Platz und Ruhe, quatschen mit den Ausstellern und fahren dann wohlgemut zurück. Karl der Kleine wird wieder beladen mit Kisten und Kästen – dieses Mal ist Lego mit dabei.

    Das Gewitter hat nur kurze Abkühlung gebracht. Es ist tierisch warm und schwül. Als ich zurück fahre, hängt die Feuchtigkeit in den Bäumen rechts und links der Bundesstraße wie ein dicker Schleier. Ich lade die Kästen aus, stelle sie wieder in das Treppenhaus. Morgen reise ich wieder durch die Zeit!

    Als ich am folgenden Morgen die Kästen öffne, wirft mich der ein oder andere Brief wieder in die Vergangenheit, ein regelrechter Strudel. Manches Mal muss ich so über mich lachen. Finde gezeichnete Bildergeschichten oder eine gemalte Schneekugel – mit Vampir im Schneegestöber. Ganz natürliche Umgebung für so einen Blutsauger, insbesondere mit dem Lametta im Hintergrund.

    Und nun haben wir wieder frei. Donnerstag fuhren mein Vorzeigemodell und ich wieder zu meinen Eltern – mit dem Hektor, der Firmenwagen. Der Rest wurde eingeladen: Brettspiele und Bücher.

    An diesem Donnerstag war ich selig. Denn außer dieser Aneinanderreihung von kleinen und großen Zeitmaschinen saß ich in der größten und besten Zeitmaschine, die man sich vorstellen kann: Ich saß im Kirschbaum. Der Kirschbaum mit den Glaskirschen ist knorrig und alt, einige Äste sind morsch und es ist schwierig, in ihm zu klettern. Doch während mein Papa mit seinem Bruder und dem Vorzeigemodell einen englischen Strandkorb zusammenbaute, trohnte ich im Baum, aß und pflückte Kirschen und war meines Lebens froh.

    Die Luft war herrlich, die Vögel zwitscherten und ich hatte so viel Bullerbü im Herzen, wie Ihr es Euch gar nicht vorstellen könnt. Und Kirschen in den Blumenampeln!

    Und anlässlich dieser wunderbaren Kirschenpflückerei hab ich Marmelade aus Glaskirschen gemacht.

    Dafür braucht Ihr:

    • 1 kg Glaskirschen (oder andere Kirschen), entsteint
    • 1 kg Gelierzucker 1:1

    Die Kirschen entsteinen und in einen großen Topf geben. Ein Kilo Gelierzucker drüber streuen und zwei Stunden ziehen lassen. Es duftet irgendwann wie Marzipan.

    Nach den zwei Stunden den Topf auf den Herd stellen und alles aufkochen, dabei ständig rühren!

    Wenn die Masse anfängt zu kochen – rühren, rühren, rühren! Eine Gelierprobe machen und wenn die Masse geliert, in vorbereitete Gläser abfüllen.

    Fertig!

    Und ein bisschen Vitriol…oder auch: Und was passiert, wenn Du was mit Gluten isst?

    Was dem Sokrates sein Schierlingsbecher ist mir ein Krümel Gluten. Gut, okay liebe Pharmakologen, Oecotrophologen und Giftmischer – ich räume ein, dass der Verzehr von Glutenhaltigem bei an Zöliakie erkrankten (kurz: Zölis) keine an den Füßen einsetzende Lähmung sowie an- und irgendwie dann ja auch abschließenden Atemstillstand hervorruft, ABER…

    Stellen Sie sich einfach vor, Sie essen mir nichts, Dir nichts ein als glutenfrei gekennzeichnetes Scheibchen scheinbar harmloses Brot, belegt mit Käse dazu gar trefflich garniert. Eine Stunde später wissen Sie nicht mehr, wo unten und wo oben ist, d. h. nein – Sie wissen ziemlich genau, wo unten und wo oben ist. Denn mit äußerster Präzision knien Sie vor der Porzellanschüssel Ihres Lieblingscafés und erhalten die Haltungsnote 9,0 während Sie kurz vorher nahezu spielerisch mit der rechten Hand den Deckel hochgeklappt haben. Und dann: Vollstorno!

    Und all das, was es nicht ans Tageslicht geschafft hat, geht den Weg durchs finstre Tal. Kurze Zeit später, die Haltungsnote ist nun nicht mehr so gut.

    Walle, walle manche Strecke bis zum Zwecke Wasser fließe…

    Wasser. Aus jeder Pore.

    Von der Stirne heiß rinnen muss der Schweiß.

    Warum ich gerade in dieser Situation Dichter und Denker rezitieren muss, rührt bestimmt vom Selbsterhaltungstrieb. Irgendwie muss man sich ja ablenken und nicht daran denken, dass dies echt ein beschissener Urlaubsauftakt ist – im wahrsten Sinne.

    Vor der Toilette hat sich sicherlich eine Schlange gebildet. Ich bin dankbar über Desinfektionsmittel, ausreichend Handtuch- und Toilettenpapier, meine Mama, die mir cool und vollkommen ruhig zur Seite steht – und über ein gut funktionierendes Abluftsystem.

    Ich hatte Kartoffelsuppe bestellt, denke ich, und schon gehts wieder los. Zwischendurch wechsele ich in Windeseile meine Gesichtsfarbe: Weiß, Rot, Grau…Weiß…

    So zeigt die Autoimmunerkrankung mal so richtig, wo der Hammer hängt und haut nochmal mit Schmackes in Richtung Zwölffingerdarm. Und wieder auf Start.

    Das – liebe Zweifler, liebe „ach so’n bisschen kann ja nicht so schlimm sein“-Sager, liebe Ignoranten, liebe Besserwisser, liebe Wunderheiler, die Ihr uns Zölis durch Handauflegen und Globuli von unserem Gendefekt heilen wollt – DAS passiert, wenn wir Gluten zu uns nehmen. Und nein, wir wollen uns nicht mit kleinen Dosen gegen das Klebeeiweiß immunisieren, wir haben eine Autoimmunerkrankung! Wir haben einen Schlauch geschluckt und da hat man Gewebe entnommen. Bei den meisten von uns konnte man da schon sehen, dass die Zotten abgeflacht waren, keine Zotten = weniger/keine Nährstoffe. Doof.

    Wir haben keine Bulimie, wir kotzen und scheißen uns die Seele aus dem Leib, wenn wir Glutenhaltiges zu uns nehmen. Und – nein – Dinkel ist glutenhaltig!

    Und nein – Gluten verschwindet nicht beim Backen! Es ist auch kein Geschmacksverstärker! Und mir ist es egal, ob Sie jemanden kennen, der jemanden kennt, der eine Tochter hat, die eine Bioresonanz-Behandlung gemacht hat und „nun wieder alles essen kann – wirklich“.

    Bis vor einigen Jahren ging man davon aus, dass im Durchschnitt etwa einer von 1.000 bis 2.000 an Zöliakie erkrankt sind. Heute ist es einer von 100.

    (Mehr Informationen: Deutsche Zöliakie Gesellschaft)

    Was machen Sie nun mit diesen Informationen?

    Entweder Sie fragen mich oder Sie lesen sich auf den korrekten Seiten schlau oder beides! Aber: Zöliakie ist keine Modeerscheinung, Zöliakie ist ein Krankheit.

    Ihr wolltet Sonne – dann kriegt Ihr sie auch – Treffen sich zwei Fräuleins, Episode VI: Von dummen Menschen und Sonnenschnecken

    Die Arschlochdichte ist an manchen Tagen, einige unter Euch werden es wissen, höher als an anderen. Damit ist keineswegs die Beschaffenheit gemeint. Nein! Unter einer hohen Arschlochdichte ist zum Beispiel eine gesättigte Lösung ignoranter, selbstherrlicher, missgünstiger, niederträchtiger, zutiefst gemeiner und uneinsichtiger Menschen gemeint, die sich in nahezu akrobatischer Manier, d. h. mitunter stapelweise, in den Weg stellen. Geht der eine weg, kommt der nächste. Ähnlich einem PEZ-Brausebonbon-Spender, nur nicht so lustig.

    In den letzten Wochen lebte ich in einer Art Kaum-Zeit-Kontinuum – unterbrochen durch entspannende Ostertage und einen Kurztrip in die Herzensheimat erschien diese Dichte wohl auch noch präsenter als sonst. Und dann hat noch an einem Wochenende eines dieser Exemplare ein Knöpfchen gedrückt. Oder drücken lassen – man weiß es nicht so genau. Vermutlich hat er zwischen der Morgenlatte und Morgentoilette diesen Einfall gehabt. Und es musste schnell gehen. Kaffee treibt ja immer so…und *boom* da sind wir wieder auf dem Boden der Tatsachen.

    Und nun? Es scheint die Sonne noch so schön. Die Natur denkt sich: am Ende gewinne eh ich. Der Arsch bleibt immer hinten. In diesem Fall leider vorn, am Knopf, am Drücker am längeren Hebel.

    Menschen, die meinen am längeren Hebel zu sitzen, tun dies gern kund. Schüchtern andere gern ein. Warum? Weil sie Angst haben. Vor der Wahrheit? Möglicherweise. Vielleicht ist es auch ein Kindheitstrauma und im Sandkasten wurde ihnen die Schippe geklaut. Vielleicht haben sie auch nie im Sandkasten gesessen. Kein Knopf, keine Schippe, kein Hebel. Aber jetzt!

    Doch die Sonne scheint. Die Natur hat sich mit Macht und Wucht zurückgemeldet. Es grünt und sprießt, blüht und tiriliert. Auf Pæreø wachsen Rosa und Rot in ihren Töpfen. Rosa und Rot sind zwei Rosen, die vor Kurzem ihren Weg in ein neues Zuhause gefunden haben. Und Johnny steht auch dort. Johnny B. – how much there is to see. Johnny hates Jazz but loves water. Johnny ist eine Johannisbeere. Und Johnny trägt Früchte, keine Wassermelone. Und wir locken die Sonne. Denn die Welt ist schön, eigentlich. Doch manchmal gibt es Regentage in Bullerbü. Vielleicht sollte man es so sehen: die Natur braucht Regen um zu gedeihen.

    Und so sitze ich auf Pæreø und schau Johnny, Rosa und Rot beim Wachsen zu. Die Abendsonne scheint mir ins Gesicht, auch die Sommersprossen sprießen.

    Aus dem Yoga-Castle duftet es verführerisch. Ich habe Sonnenschnecken gebacken. Mit glutenfreiem Hefeteig, der beste, den ich jemals ausprobiert habe! Und mit Gelinggarantie, denn auch beim zweiten Mal sind die Schnecken zu Monsterschnecken geworden, herrlich fluffig und weich. Keine Türstopper oder Wurfwaffen.

    Und auf Æblerø duftet es nach Birke, nach Grün, Frühling und Raps, der sich Gelb auf die Balkonstühle gelegt hat. Morgen ist Brückentag. Herrlich! Und „Like a Bridge over Troubled Water“ kommt mir in den Sinn. Dienstag ist Flohmarkt! Und ich freue mich auf viele liebe Freunde, die vorbeikommen, auf freundliche Gesichter, auf Zusammenhalt und auf Freude, auf Zuversicht und Gemeinschaft.

    Ich freue mich auf viele weitere sonnige Episoden mit dem Marktfräulein – und gebe ab, an die beste Veganista, die man sich vorstellen kann!

    Und hier das Rezept:

    • 15 g Frischhefe
    • 150 ml lauwarmes Wasser
    • 450 g glutenfreies Mehl (hier: Dr. Schär Mix B)
    • 2 Prisen Salz
    • 50 g Puderzucker
    • 1 TL Anis, gemahlen
    • 100 ml Milch
    • 10 Tropfen Vanilleextrakt
    • 1 Bio-Ei
    • 3 EL Maiskeimöl
    • 1 EL Flohsamenschalen
    • 2 TL Xanthan

    Löst die Hefe im warmen Wasser auf. Gebt das Mehl, Salz, Zucker und Anispulver in die Rührschüssel. Drückt eine Vertiefung in die Mitte und gebt das Wasser mit der aufgelösten Hefe hinein. Vorsichtig verkneten und 20 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

    Milch, Vanilleextrakt und Ei sowie Flohsamenschalen und Xanthan nach der Gehzeit hinzufügen und etwa 5 Minuten alles zu einem glatten Teig verkneten.

    Den Teig mit Frischhaltefolie abdecken und erneut an einem warmen Ort um das doppelte aufgehen lassen.

    Anschließend glutenfreies Mehl auf die Arbeitsfläche streuen. Teig in ca. acht Teile teilen. Aus jedem Teil 30 cm lange Würste rollen und zu Schnecken legen. Zeigende gut festdrücken.

    Die Schnecken auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit Frischhaltefolie abdecken und nochmal 10 Minuten gehen lassen.

    Backofen in der Zeit auf 230 Grad vorheizen und die Schnecken 15 bis 20 Minuten backen.

    Auf einem Rost abkühlen lassen!

    Treffen sich zwei Fräuleins – Pilotfolge

    Treffen sich zwei Fräuleins – Episode 1

    Treffen sich zwei Fräuleins – Episode 2

    Treffen sich zwei Fräuleins – Episode 3

    Treffen sich zwei Fräuleins – Episode 4

    Treffen sich zwei Fräuleins – Episode 5

    Sonntagsruhe, Kindheitserinnerungen und ein sizilianischer Zitruskuchen

    Ich sitze in eine flauschige Decke gehüllt in der Ecke von Æblerø und genieße die Sonne, den Himmel und die sonntägliche Ruhe. Die Vögel zwitschern, ein altes Einweckglas mit Traubenhyazinthen steht auf dem kleinen Balkontisch vor mir und ich tu was ich selten tu: ich rauche genüsslich eine Zigarette, halte mein Gesicht in die Sonne und lasse mich von der Ruhe und den Sonntagsgeräuschen einlullen. Das, was Elisabeth Flickenschildt in ihrem Buch „Kind mit roten Haaren“ als bedrückend beschreibt, gerade wenn im Sommer sich noch die Schwere heißer aneinandergereihter Sommertage in Hamburger Stadtteil Blankenese dazu mischte, habe ich schon immer genossen. Wenn man als Kind nach einem schweren Mittagessen die Gelegenheit am Schopf ergriff, weil die Erwachsenen ihre gefüllten Bäuche auf Sofa und Sessel entspannten oder tief in im Schatten stehende Liegestühle sanken, ging ich auf Entdeckungstour in Omas und Opas Garten, kroch durch den verwilderten Gang zur Gartenlaube, pflückte Walderdbeeren, die auf dem Terrassengarten wuchsen und sammelte ein, was mir in meiner Phantasiewelt in die Finger kam und zur Geschichte in meinem Kopf passte. Kind mit rotblonden Haaren, aufgeschlagenen Knien und Sand und Dreck an Händen und Füßen.

    Wenn sich Oma, Opa, Mama, Papa, Tante, Onkel mit Gestöhne aufrichteten, weil nun endlich Platz für Kaffee und Kuchen war, war ich selig, sank selbst auf einen Stuhl, führte eines meiner erdachten Stücke auf und sorgte für Belustigung der Verwandt- und Nachbarschaft. Ich fuhr mit einem riesigen Rhabarberblatt auf dem Kopf auf meinem kleinen roten Fahrrad über den Schotter des Hofes, spielte mit einem Tennisschläger Labamba und sang dazu oder zeigte voller Stolz meine erste Zecke am Po. Das fand die Gemeinschaft nicht so lustig und ich wurde auf das große hellgrüne Sofa verfrachtet, die Zecke wurde entfernt und zur Belohnung gab es Eis, weil ich nicht den Mega-Aufstand geprobt hatte.

    Mit meinen Augen ging morgens der Mund auf, sagt meine Mutter heute noch, und mein Göttergatte kann das bestätigen. Geht es mir gut, ist das meistens heute – zum Leidwesen einiger (An-)Verwandter – noch so. Tja, Kind mit rotblonden Haaren, aufgeschlagenen Knien, und Sand und Dreck an Händen und Füßen hatte schon immer Quasselwasser getrunken. Gern, sehr gern! Bin ich fröhlich, quassel ich! Ich beobachte, dass meine Stimme auch mit der Zeit immer etwas rauher wird, was – wie ich vermute – am Wortschwall liegt, der sich täglich den Weg hinaus bahnt. Ich möchte auch die Hypothese, vielleicht sogar Theorie aufstellen, dass Italiener oft eine so ergreifend rauhe Stimme haben, weil ihre Sprache so wortgewaltig ist. Ich liebe das – auf der einen Seite, auf der anderen Seite liebe ich Ruhe und Stille und die Melodie der Natur.

    Wenn ältere Menschen von ihrer Kindheit erzählen und davon, wie das Verhalten bei Tisch gewesen ist, imponieren mir manche Dinge, andere finde ich schrecklich. Neulich sagte eine Bekannte zu mir, dass es doch schön sei, wenn die Kinder bei sterbenslangweiligen Familienfeiern ein iPad in die Hand gedrückt bekommen. Ich habe mich bei Familienfeiern eigentlich nie gelangweilt. Entweder habe ich mit Omas schwarzem Kohlekajal die Blumen an der Tapete des Gästezimmers nachgemalt – sehr zur Freude aller – oder ich habe beim Abtrocknen geholfen und den Gesprächen gelauscht. Oma, die einen neuen Kühlschrank mit dem Namen „Alaska“ bekommen hatte und sagte, dass ihr schon beim Lesen des Namens ganz kalt würde. Oma, die nicht gern „Sendung mit der Maus“ geguckt hat, weil sie Mäuse nicht besonders gut leiden konnte. Und Opa, der ohne mit der Wimper zu zucken die hundertste Flasche „Doppelherz“ zum Geburtstag in einem riesigen Präsentkorb bekam, für den aber das größte seine kleine Enkeltochter war. Das kann ich mit Fug und Recht und ohne Arroganz behaupten. Diese Enkeltochter bin ich – Kind mit rotblonden Haaren. Opa, der mich aus dem Gartenteich fing, in den ich kopfüber eintauchte, weil ich die Goldfische genauer anschauen wollte, der unzählige Male Eis in der Mosterei im Dorf kaufte bei der alten „Frau Moster“, die auf Anraten eines naseweisen Kindes Schokoladenstückchen in das Schokoeis gemacht hat. Opa, der heimlich, still und leise viel zu früh von dieser Welt ging und den ich manchmal schmerzlich vermisse. Mit dem ich an vielen Nachmittagen das Zuckerbrot in den Karokaffee tunkte oder Milchreis mit viel Zimt und Zucker aß, der morgens seine Kniebeugen im gelb-gefliesten Badezimmer machte und der an Weihnachten mit liebevoll ausgestrecktem Zeigefinger und gerauntem ‚Horch!‘ dafür sorgte, dass man den Weihnachtsmann hörte.

    Und so sitze ich hier, schwelge in Kindheitserinnerungen und würde sie gern einladen zu einem Stück sizilianischen Zitronenkuchen.

    Und was würden sie wohl sehen? Was ist geworden aus dem Kind mit den rotblonden Haaren?

    Rezept für sizilianischen Zitruskuchen

    Ihr braucht:

    • 4 Eigelb
    • 4 Eiweiß
    • 125 g Zucker
    • Abgeriebene Schale von zwei Bio-Orangen + deren Saft
    • Abgeriebene Schale von einer Bio-Zitrone + den Saft
    • 125 g gemahlene Mandeln
    • 200 g glutenfreies Mehl (z. B. „Kuchen & Kekse“ von Dr. Schär)
    • 2 TL Weinsteinbackpulver
    • Mandeln und Zucker für die Verzierung

    Fettet eine Springform mit Butter oder Margarine. Rührt die Eigelbe und den Zucker schaumig und gebt die abgeriebene Schale von Zitrone und Orangen hinzu. Gießt den ausgepressten Orangen- und Zitronensaft zum Teig und lasst die Mandeln einrieseln. Gebt dann Mehl und Backpulver dazu und verrührt alles zu einem flüssigen Teig. Schlagt das Eiweiß steif und gebt es anschließend unter die Mischung.

    Gießt den Teig in die gefettete Springform und backt dem Kuchen bei ca. 180 Grad Ober-/Unterhitze bis er goldbraun ist.

    Nehmt die Form aus dem Ofen und lasst ihn abkühlen. Wenn Ihr den Kuchen aus der Form nehmt, könnte es sein, dass er etwas zusammenfällt. Das tut dem Geschmack aber keinen Abbruch!

    Zerstoßt die Mandeln im Mörser oder tut sie in einen Gefrierbeutel und haut mit dem Nudelholz darauf. Gebt zwei bis drei EL Zucker in eine Pfanne und macht Karamell. Gebt die Mandel dazu. Ständig rühren!

    Dann gebt die Mandeln auf den Kuchen.

    Ladet Euch die Liebsten ein und genießt den Sonntag!

    Herzliche Grüße,

    Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄

    Die Superhelden sind los – Trio Infernale und glutenfreie Ricotta-Gnocchi

    Wenn man mich fragen würde, welche berühmten Personen ich gern mal in unser Nest einladen, in unserem Yoga-Castle bekochen und mit wem ich auf Æblerø mal die Aussicht genießen wollen würde, würde ich antworten:

    Reinhard Mey und Astrid Lindgren und Mary Poppins

    Manchmal schwanke ich, ob ich noch Daphne du Maurier oder Helmut Schmidt dazu holen sollte, aber dann wäre meine Bude verqualmt oder ich fände mich urplötzlich in irgendeinem südenglischen Moor wieder. Besten Dank auch. Nichtsdestotrotz hätte ich gern mal eine typisch schwedische Fika mit Astrid Lindgren abgehalten. Von mir aus stundenlang aus dem Fenster geschaut, an einem guten Kaffee genippt und geseufzt. „Oh Astrid,“ hätte ich gesagt, „jemanden wie Dich“ – und wir hätten uns nach kurzer Zeit geduzt, da bin ich sicher – „also jemanden wie Dich braucht die Welt!“ Und Astrid hätte vermutlich den Kopf zur Seite gelegt, gelacht und ausgerufen: „Ah, jo man næ!“ Oder so ähnlich.

    Astrid Lindgren wäre für mich die Superheldin. Sie hätte kein Cape oder eine lustige Maske mit putzigen Öhrchen oder Leggins in Knallfarben, über die ein fescher Schlüppi mit Gürtel gezogen wurde. Das wäre auch undenkbar! Aber Astrid wäre Astrid und sie hätte einen Wagen. Einen Saab oder Volvo. Oder vielleicht ein Pferdefuhrwerk vollbeladen mit Büchern. Mit ihren und mit anderen Büchern, mit Märchen und Geschichten. Und die Superheldin Astrid würde zusammen mit ihrem Side-Kick Mary Poppins den Eltern über den Kopf streichen, diese sanft aufs Sofa drücken, das Smartphone aus der Hand nehmen, es ausschalten und sich ihnen gegenüber setzen. Und sie würden zunächst nur schauen. Tief in die Seelen der Eltern oder der Mama oder des Papas. Und die Eltern würden nervös nach dem Smartphone schauen, dann aus dem Fenster auf den blankgeputzten SUV, dann wieder auf das ausgeschaltete Smartphone. Und das Superheldenteam würde den Zeigefinger an die Lippen legen. Dann hätte Astrid sich ganz unarrogant selbst zitiert:

    Und dann muss man ja noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen.

    Die Kinder hätten längst den Saab oder Volvo oder das Pferdefuhrwerk gekapert. Und sie hätte ihnen hinterher gerufen:

    Seid frech und wild und wunderbar!

    Einige hätten laut aufgeschrien, was sie denn mit Büchern sollen, aber dann hätte ein Mann mit einer Gitarre die Bühne betreten und hätte gesungen:

    Hilf mir gerade zu stehen!

    Und wie ein Zauberspruch würde sich dieses Lied in die Köpfe einbrennen und die Smartphones würden ausgeschaltet, WhatsApp-Gruppen abgeschafft und Elterntaxis durch selbständige Laufgruppen zur 500 m entfernten Schule ersetzt werden.

    Das ist – zugegeben – ziemlich utopisch. Wenngleich ich mich ernsthaft frage, ob das Ziel unserer Politiker einer ständigen, gleichermaßen allerorts guten Erreichbarkeit, Utopie, Dystopie oder schlichtweg blanker Horror ist.

    Möglicherweise bin ich konservativ, nicht aufgeschlossen oder verbohrt. Allerdings möchte ich den Damen und Herren, die mich gern mundtot in eine dieser Schubladen pressen wollen, zwei Fragen stellen:

    „Welche Kindheitserinnerung war Ihre schönste? Und hatte sie mit einem Smartphone zu tun?“

    Mir geht dieses ewige Gedaddele und Draufgegucke so fürchterlich auf den Geist, dass ich mich manchmal selbst nervig finde, wenn ich mal wieder aufs Display schaue, um festzustellen, dass – nichts festzustellen ist.

    Und nun, zwiegespalten und auf dem roten Cordsofa liegend, fliegen meine Finger über die Tastatur des – richtig – Smartphones. Irgendwie seltsam.

    Was wohl Astrid, Mary und der verehrte Herr Mey wohl dazu sagen würden?

    *******************************

    Da Astrid leider nicht mehr lebend unter uns weilt und Mary bestimmt andernorts zu viel zu tun hat, würde ich für Herrn Mey ein paar glutenfreie Ricotta-Gnocchi mit einer Tomaten-Gemüse-Sauce servieren, mit frisch gehobeltem Parmesan und einem schönen Glas gekühlten Weißwein. Auf alle Superhelden ohne Cape!

    Und hier das Rezept –

    Für die Gnocchi:

    • 225 g Ricotta
    • 2 Eigelb
    • 70 g glutenfreies Mehl (z. B. helle Mehlmischung von Hammermühle)
    • 40 g Kartoffelstärke
    • 35 g Buchweizenmehl (z. B. von Bauckhof)
    • 1 TL feines Salz
    • geriebene Muskatnuss
    • etwas Mehl für die Arbeitsfläche

    Gebt alle Zutaten in eine Schüssel und vermengt sie mit den Händen. Dann nehmt die Knethaken und lasst ihn zu einem leicht klebrigen Teig werden. Nehmt zum Schluss gern die Hände.

    Bestäubt Eure Arbeitsfläche mit Mehl und knetet den Teig erneut, bis er schön geschmeidig ist. Formt ihn zu einer Kugel und teilt ihn in vier Portionen.

    Nun formt Ihr aus jedem Viertel eine Rolle mit einem Durchmesser von etwa 1 1/2 cm. Nehmt ein scharfes Messer und schneidet aus der Rolle gleichgroße Stücke. Bringt die Stücke mit den Händen in die gnocchitypische Form und drückt mit einer Gabel ein Muster hinein.

    Stellt die Gnocchi für ca. 15 Minuten beiseite. In dieser Zeit bereitet Ihr die Sauce vor und setzt einen großen Topf mit Wasser für die Gnocchi auf.

    Für die Sauce:

    • Tomatensauce aus dem Glas (ungewürzt)
    • 1 Zucchini
    • 1 Aubergine
    • 1 Stück Staudensellerie
    • 1 Knoblauchzehe
    • Basilikum
    • etwas Sahne oder Ricotta
    • Salz und Pfeffer
    • Olivenöl

    Gebt das Olivenöl in einen Topf und schwitzt die Knoblauchzehe darin an. Nehmt sie raus, bevor sie verbrennt und bitter wird.

    Schneidet die Zucchini, die Aubergine und den Staudensellerie in Würfel und gebt es in den Topf. Alles anschwitzen und gut umrühren. Gebt die Tomatensauce hinzu und reduziert die Hitze.

    Schneidet etwas Basilikum klein (oder nehmt getrocknetes) und gebt es in die Sauce. Gebt einen Löffel Ricotta hinzu oder einen Schuss Sahne. Schmeckt mit Salz und Pfeffer ab.

    Wenn das Wasser kocht, gebt Ihr die Gnocchi hinein. Nach etwa drei bis vier Minuten schwimmen sie oben und sind fertig. Nehmt eine Schaumkelle und fischt die Gnocchis aus dem Wasser.

    Gebt sie in die Sauce und rührt alles vorsichtig um. Auf die Teller tun und mit frisch gehobeltem Parmesan servieren.

    Velbekomme! 🍄

    2017 – ein Gedanke

    Eigentlich ist es noch gar nicht Zeit, einen Rückblick auf 2017 zu wagen. Eigentlich hat das Jahr noch zwei Tage. Und einer dieser Tage ist beladen mit Vorsätzen, Hoffnungen und Wünschen für ein neues Jahr. Eigentlich müsste dieser Tag ganz gebeugt sein unter der Last der Erwartungen und Sorgen und Hoffnungen. Alles auf ihn, auf diesen Tag!

    So wie ich vor einem Jahr den großen Reinhard Mey zitierte in Kleiner Silvestertag – so denke ich immer noch und blättere durch meine Blogartikel-Entwürfe und bleibe bei einem hängen. Und der geht so:

    Der Dachlattenmann ist wieder aufgetaucht – und er hat seine Brüder mitgebracht oder Schwestern, wer weiß das schon so genau. Er hat seine perfide Zuschlagtechnik perfektioniert, hat gewartet. Im Glückszustand hat er dann zugeschlagen. Tief, ganz tief – nicht in die Magenkuhle, nein, mitten ins Herz hat er geschlagen, gestochen und wieder zugeschlagen. Und dann zog er vondannen. Die Seele wund, das Herz eckig, die Nerven taub.

    Mit den Tränen kam der Schlaf.

    Grippeartige Symptome, kein Gehen – eher ein Wanken. Das Schiff pflügt sich durch die sturmumtoste See, die Wellen meterhoch. Ich versinke. Ein luftleerer Raum, alles dumpf. Ich falle wieder in den Schlaf. Schlafen – nur schlafen.

    Ferngesteuert, wie aus weiter Ferne Stimmen. Essen? Vergessen.

    Dann plötzlich – tauche ich auf, dringe durch die Blase, stoße durch die Oberfläche, hole Luft. Gierig sauge ich den Sauerstoff ein.

    Leben – bist Du das? frage ich zaghaft.

    Hallo! sagt es und ergreift meine Hände, zieht mich aus dem Wasser, legt mich an den Strand in die sanfte Brandung.

    Ich komme auf die Füße, höre wie im Nebel, stehe langsam auf, schaue mich um.

    So, denke ich, so…

    Das Leben also…

    Hast mich zurecht gerückt.

    Hast mir Familie und Freunde geschickt.

    Hast mir den Liebsten zur Seite gestellt.

    Hast dem Dachlattenmann gesagt, dass er gehen darf, gehen soll.

    Leben, was hältst Du für Prüfungen bereit…

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    Leben, was hältst Du für Prüfungen bereit? Neues Jahr, was hast Du für uns parat?