2017 – ein Gedanke

Eigentlich ist es noch gar nicht Zeit, einen Rückblick auf 2017 zu wagen. Eigentlich hat das Jahr noch zwei Tage. Und einer dieser Tage ist beladen mit Vorsätzen, Hoffnungen und Wünschen für ein neues Jahr. Eigentlich müsste dieser Tag ganz gebeugt sein unter der Last der Erwartungen und Sorgen und Hoffnungen. Alles auf ihn, auf diesen Tag!

So wie ich vor einem Jahr den großen Reinhard Mey zitierte in Kleiner Silvestertag – so denke ich immer noch und blättere durch meine Blogartikel-Entwürfe und bleibe bei einem hängen. Und der geht so:

Der Dachlattenmann ist wieder aufgetaucht – und er hat seine Brüder mitgebracht oder Schwestern, wer weiß das schon so genau. Er hat seine perfide Zuschlagtechnik perfektioniert, hat gewartet. Im Glückszustand hat er dann zugeschlagen. Tief, ganz tief – nicht in die Magenkuhle, nein, mitten ins Herz hat er geschlagen, gestochen und wieder zugeschlagen. Und dann zog er vondannen. Die Seele wund, das Herz eckig, die Nerven taub.

Mit den Tränen kam der Schlaf.

Grippeartige Symptome, kein Gehen – eher ein Wanken. Das Schiff pflügt sich durch die sturmumtoste See, die Wellen meterhoch. Ich versinke. Ein luftleerer Raum, alles dumpf. Ich falle wieder in den Schlaf. Schlafen – nur schlafen.

Ferngesteuert, wie aus weiter Ferne Stimmen. Essen? Vergessen.

Dann plötzlich – tauche ich auf, dringe durch die Blase, stoße durch die Oberfläche, hole Luft. Gierig sauge ich den Sauerstoff ein.

Leben – bist Du das? frage ich zaghaft.

Hallo! sagt es und ergreift meine Hände, zieht mich aus dem Wasser, legt mich an den Strand in die sanfte Brandung.

Ich komme auf die Füße, höre wie im Nebel, stehe langsam auf, schaue mich um.

So, denke ich, so…

Das Leben also…

Hast mich zurecht gerückt.

Hast mir Familie und Freunde geschickt.

Hast mir den Liebsten zur Seite gestellt.

Hast dem Dachlattenmann gesagt, dass er gehen darf, gehen soll.

Leben, was hältst Du für Prüfungen bereit…

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Leben, was hältst Du für Prüfungen bereit? Neues Jahr, was hast Du für uns parat?

Zwischen den Jahren…Rauhnächte und glutenfreie Gemüsequiche

„Zwischen den Jahren…“. Irgendwie ein merkwürdiger Ausdruck. Es klingt so abgetan. Dabei war die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr bzw. bis zum 5. Januar schon immer eine besondere Zeit. Ist es heute noch. 

Die Rauhnächte – 12 Nächte bzw. eigentlich Tage, begonnen um 24:00 Uhr am 24. Dezember bis zum 5. Januar. In den Rauhnächten soll die Arbeit ruhen, es soll gefeiert werden, aber diese Tage sollen auch achtsam erlebt werden. 

Es gibt Aufzeichnungen, die besagen, dass die Menschen in dieser Zeit die Tage, das Wetter, die Stimmungen usw. genauestens  betrachteten, um so für jeden Monat eine Prognose zu stellen. Dabei gab es unterschiedliche Methoden: Einerseits wurde es so ausgelegt, dass die erste Rauhnacht für den Januar steht, die zweite für den Februar, die dritte für den März usw. Aber es gibt auch Überlieferungen, in denen es heißt, dass die ersten zwei Stunden einer jeden Rauhnacht für den Januar stehen. Die nächsten zwei Stunden dann für den Februar usw. 

Gab es in den ersten Rauhnächten Streit oder war das Wetter miserabel, hatte man an besonderen Tagen Gelegenheit, das wieder gerade zu rücken – am 28. Dezember und am 5. Januar. Man sollte sich z. B. entschuldigen, über seinen Fehler reden und/oder seine schlechten Gedanken und seinen Ärger in helles Licht tauchen, damit das Schlechte vertrieben werden konnte. 

„Zwischen den Jahren…“ ist also irgendwie doch viel mehr. 

Achtsamkeit – zugegeben mal wieder so ein „Modewort“ – ist doch gar kein so schlechter Ausklang eines Jahres und kein übler Start für ein neues Jahr, oder? 

Der eine oder andere mag die Interpretation in äußerliche Begebenheiten auch für merkwürdig halten, aber mir erscheint die Betrachtung meiner Umwelt und ein Hineinhorchen in mich selbst doch gesünder als ein Fixieren auf ein nächstes Pokémon Go oder ähnliches Opium fürs Volk. 

Also – „zwischen den Jahren…“ ist weder Fisch noch Fleisch? Nun ja, dann eben Gemüsequiche.

Ihr braucht:

  • 1 Packung glutenfreien Blätterteig
  • 2 Bio-Eier
  • 350 g Ricotta oder Magerquark
  • 80 g geriebenen Parmesan oder anderen Hartkäse
  • 130 g Mozzarella, kleingeschnitten
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise geriebene Muskatnuss
  • 1 TL getrockneten Oregano
  • 1 Zucchini
  • 1 Aubergine
  • 2 Möhren
  • Neutrales Öl, z. B. Sonnenblumenöl

Den glutenfreien Blätterteig ausrollen. Eine Form mit Sonnenblumenöl fetten und den Teig hineinlegen. An den Seiten hochdrücken bzw. den Rest des Teiges an die Seiten der Form legen.

Einen Kochtopf auswählen, der in die Form passt und hitzebeständig ist. Den Kochtopf auf Backpapier stellen. Aus dem Backpapier einen Kreis in der Größe des Topfbodens ausschneiden und auf den Blätterteig legen. Den Topf darauf stellen und den Teig bei 180 Grad für 15 Minuten im Backofen backen.

In der Zwischenzeit zwei Eier verquirlen. Den Ricotta oder Quark  hinzufügen und miteinander verrühren. Die Prise Salz, die geriebene Muskatnuss und den Oregano ergänzen und unterrühren. Beide Sorten Käse unter die Masse heben.

Wenn die erste Backzeit um ist, die Form aus dem Ofen nehmen und den Topf (Achtung: sehr heiß!) entfernen. Das Backpapier vorsichtig ablösen. Den Teig etwas abkühlen lassen.

Nun nimmt man einen Sparschäler und schneidet dünne Streifen aus der Zucchini, der Aubergine und den Möhren. Beiseite stellen.

Die Eier-Quark-Masse gibt man nun gleichmäßig auf den Teig. Dann dreht man aus den Gemüsestreifen kleine Rosen und steckt sie in die Masse. 

Das Gemüse bepinselt man anschließend mit Sonnenblumenöl. 

Die Quiche gibt man nun für weitere 20 Minuten bei 180 Grad in den Ofen.

Und dann steht einem vegetarischen Genuss nichts mehr im Wege!