Tiergeschichten vom Dorf und ein Blumenkohl-Spinat-Curry

Manchmal wünsche ich mir, Schafanpflocker auf einem Deich zu sein. Es gibt so Tage. Ich könnte auch einfach aufs Meer schauen und Wellen zählen, oder Möwen. Möwen zählen wäre auch in Ordnung. Oder dem Gras beim Wachsen zusehen, die Wolken ziehen, den Schneeflocken beim Tanzen, obwohl das zurzeit eher unvorstellbar ist.

So beobachte ich zum Beispiel Mäuse. Ähnlich entspannend. Die Mäuse machen nämlich Polonaise und ziehen über den Steingarten an meinem Elternhaus. Mäuschen Lopez die 14. oder 15. geht vorweg. Auch sie hat den runden Popo ihrer Urururururur… also ihrer Vorfahrin geerbt. Die hatten wir Mäuschen Lopez getauft, weil sie eben so einen großen runden Pöter hatte.

Mäuschen Lopez’ dunkle Knopfaugen schauten stets so friedlich aus dem braunen Mausgesicht, dass man nicht anders könnte als das Mäuschen zu lieben und mit Mandeln und Nüssen zu füttern. Und weil es dem Mäuschen und seiner Familie so gut ging, blieb die fellige Sippe im Steingarten und dem Hang wohnen und bekam von Zeit zu Zeit Nüsse und Mandeln kredenzt, bescherte uns ab und an einen Besuch und zeigte uns ihr Vertrauen, wenn sie mit dem Nachwuchs um die Häuser zog.

Mäuschen waren nicht alles. Mathilde war eine Rebhuhndame. Sie verbrachte zwei Tage und drei Nächte im Sauerkirschbaum. Irgendwie war sie von ihrer Bahn angekommen. Wir ließen sie gewähren und im Baum, bis sie eines Morgens aufbrach.

Rumpel zog Jahr für Jahr in den Dachkasten und brachte Junge zur Welt, die fröhlich quiekend um 4:30 Uhr jeden Morgen unbeirrt das Heim verließen, um von Mutter Marder zu lernen. Und so zog der Mardertrupp auch an der Balkontür vorbei, dahinter das Schlafzimmer meiner Eltern. Und wie auch Menschenkinder alle unterschiedlich sind, schaute das letzte der Marderjungen mit den Pfoten an die Balkontür gelehnt in das Schlafzimmer, Auge in Auge mit meiner Mutter. Es hätte schöner nicht sein können.

Das Highlight aus dem dörflichen Tierleben, neben unzähliger Rotschwanzpärchen, vorwitzigen Meisen, Kernbeißern, Spechten und Igelfamilien, war allerdings Rüdiger. Seines Zeichens eine sogenannte „Kleine Hufeisennase“. Eine Fledermaus, die es im Hauseingang urgemütlich fand und dort ihre Zelte aufschlug. Da wir das Haus nur noch über den Keller betraten, um Rüdiger nicht zu stören, riefen wir den dorfansässigen Fledermausforscher an. Und bevor es ungläubige Stimmen gibt: Ja, den gab es damals! Der Forscher kam eines Abends mit allerlei Gerätschaften, nahm Rüdiger professionell von seinem Stammplatz, vermaß und untersuchte ihn.

Rüdiger war topfit, wollte wohl nur mal alleine abhängen. Kann ich verstehen. Rüdiger flog dann irgendwann von dannen.

Randall, der in einer Art Wohngemeinschaft mit uns lebende Marder, scheint inzwischen mit seinen Jungen ausgezogen zu sein. Mit uns leben unsere Sittiche, Emil und Emma, die in dieser Affenhitze endlich entdeckten, dass ein Bad ganz erfrischend sein kann.

Und weil diese Tiergeschichten allesamt so herzig sind, gibts heute ein veganes Blumenkohl-Spinat-Curry.

Ihr braucht:

  • 1 Blumenkohl
  • Pflanzenöl
  • 1 TL Senfsamen
  • 1 TL Kumin (Kreuzkümmel)
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 Knoblauchzehe (zerdrückt)
  • 1 kleingewürfelte halbe Zwiebel
  • 1 Chili, in Scheiben geschnitten
  • 500 g Babyspinat
  • Gemüsebrühe (etwa 3 Kellen)
  • reichlich frischen, gehackten Koriander
  • Salz und Pfeffer

Brecht den Blumenkohl in kleine Röschen und stellt ihn beiseite.

Gebt das Öl in einen Topf und fügt die Senfsamen hinzu. Erhitzt sie, bis sie platzen.

Gebt das restliche Gemüse dazu, außerdem Knoblauch, Zwiebel und die Chili. Unter ständigem Rühren etwa zwei bis drei Minuten anschwitzen.

Blumenkohl, Spinat, Gemüsebrühe, gehackter Koriander, Salz und Pfeffer dazugeben und bei schwacher Hitze 15 Minuten kochen, bis der Blumenkohl weich ist.

Kocht in der Zwischenzeit etwas Basmatireis. Für zwei Personen reicht eine Kaffeetasse.

Wenn alles fertig ist – schön anrichten und genießen!

Weserlieder, Radfahren und Frankfurter Grüne Sauce

Die Hitze der letzten Tage steckt mir in den Knochen. Sie steckt in den Wänden, im Dach – in der Haut und im Kopf. Am Freitag habe ich mich mein Fahrrad ohne Namen aus dem Stall geholt, bin vorbei an den Gemüsefeldern, abgemähten Kornfeldern, durch die Masch geradelt und habe auf sie gewartet – die Gänsehaut. Doch sie kam nicht. Ich strengte meinen hitzegeschädigten Kopf an und erinnerte – ja, das letzte Mal Gänsehaut war vergangenen Samstag!

Letztes Wochenende waren wir bei guten Freunden im wunderschönen Minden in Nordrhein-Westfalen. Wir waren auf den Weserliedern, und wer vermutet, dass es sich dabei um ein schunkelndes Schlagerfestival handelt, der irrt gewaltig. „Wo die Weser einen großen Bogen macht“ mag ja – was den gesunden Lokalpatriotismus angeht – ganz nett sein, und weckt bei dem einen oder anderen sicherlich auch ein Heimatgefühl, aber bei dem Gratis-Musikfestival passiert etwas anderes Gutes. Es definiert Heimat neu – ein buntes, durch alle Altersklassen gemischtes Publikum, das nahezu einträchtig nebeneinander am Weserbogen steht und an Wasser, Bier oder Cocktail nippt und den Bands lauscht, mitwippt und mitklatscht. Kinder mit Mickey Mäusen auf den Ohren hüpfen vor der Bühne auf und ab, und während es singt, trommelt, musiziert, geht ganz nebenbei die Sonne unter und es wird – ja, es wird frisch.

Ich sauge den Sauerstoff förmlich ein und genieße das Gefühl von frischer Luft, fühle mich plötzlich hellwach. Und dann stellen sich meine Haare auf, ein wohliger Schauer – da ist sie: Gänsehaut. Wie herrlich!

Als wir gegen Mitternacht den Weg nach Hause antreten, ist der Himmel sternenklar. Ein wunderbarer Abend liegt hinter uns, und ich bin ein bisschen sentimental, denn manche Freunde wohnen einfach zu weit weg. Diese Freunde, bei denen man nahtlos dort anknüpfen kann, wo man das letzte Mal aufgehört hat – egal, ob es zwei Wochen oder zwei Monate her ist, manchmal sogar ein halbes Jahr. Die Freunde, bei denen man wie selbstverständlich in die Küche geht und den Tisch deckt, die sich aufs Sofa kuscheln und sich wohlfühlen, die sich ins eigene Interieur integrieren und so daliegen, als wäre es das Natürlichste der Welt. Ein Glück, ein ganz großes Glück!

So beseelt schläft es sich gut, und so wird die Arbeitswoche erträglich.

Der Freitag lädt uns ein zu einem Fahrradausflug. Wir treten in die Pedale, fahren an Wiesen und Feldern vorbei, sehen Rainfarn und Malven an den Rändern stehen. Birnen und Äpfel hängen an den Bäumen, und die Zwetschgen färben sich lila.

Dann ein Blumenfeld mit Sonnenblumen, Phazelien, Borretsch und auch hier Malven. Es summt und brummt vor lauter Hummeln und Bienen. Wir sehen Gradhüpfer und ein Tor in eine andere Welt.

Im Westen zieht Gewitter auf. Wir sehen es blitzen. „21, 22, 23, 24, 25, 26…“ es donnert. „Das ist noch weit weg!“ beruhigt mich mein Vorzeigemodell. Ich habe keine Angst vor Gewitter, aber ich mag es nicht, wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, und so treten wir etwas kräftiger in die Pedale und fliegen nach Hause. Gerade noch rechtzeitig, denn nun folgt der Wolkenbruch.

Und da wir hungrig sind, gibt es noch eine kleine leichte Mahlzeit.

Frankfurter Grüne Sauce mit Pellkartoffeln und gekochten Eiern. Erfrischend und köstlich.

Ihr braucht für 2 Personen:

  • 1 Topf Quark
  • 2 EL Crème Fraîche
  • 1 Hauch Sahne
  • Salz und Pfeffer
  • Kräuter für Grüne Sauce – das sind sieben Kräuter und diese sind: Schnittlauch, Borretsch, Pimpinelle, Kerbel, Sauerampfer, Petersilie, Kresse
  • 8 Kartoffeln
  • Eier und Kartoffeln aufsetzen und kochen.
  • Für die Grüne Sauce (im Dialekt auch Grie Soß genannt) werden die Kräuter eigentlich püriert. Ich mag es aber auch sehr gern, wenn die Kräuter sehr fein gehackt sind. Dieses Mal werden sie gehackt und in den Quark gegeben, Crème Fraîche dazu, einen Schuss Sahne, alles verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Kartoffeln abgießen. Eier abschrecken und pellen, halbieren und auf die Grüne Sauce legen.
  • Fertig ist das einfache köstliche Sommeressen!
  • Viel Spaß beim Nachkochen oder Radfahren oder bei einem schönen Abend mit guten Freunden oder alles zusammen!
  • Herzlich grüßt Euer
  • Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄
  • Nicht die Bohne…alles Käse und ein Gedanke

    Saubohnen, auch Pferdebohnen oder dicke Bohnen genannt, haben es gern kuschelig. Dicht an dicht liegen sie in ihrer Schote, und es sieht aus wie ein wärmendes Fell, wie die grünen Böhnchen so aneinander liegen.

    Früher verband ich Saubohnen mit Kartoffelpuffer. Meine Oma machte die besten Puffer, und die ganze Küche roch nach Fett, rohen Kartoffeln und ein bisschen Zwiebel. Die Puffer wurden dick mit Zucker bestreut, oder es gab Apfelmus dazu. Ich glaube, ich habe mal sechs Stück geschafft. Anschließend war mir bestimmt schlecht.

    Hatten Mama und ich unsere Bäuche gefüllt, mussten wir uns zu Hause aller Klamotten entledigen, denn wir rochen selbst wie eine kleine Pufferküche. Eigenartigerweise war Oma gar nicht so der Pufferfan. Auch sonst waren Süßkram und Mehlspeisen mehr Opas und mein Ding. Milchreis mit Zimt und Zucker, Pfannkuchen oder Zuckerbrot in einen bekannten Getreidekaffee gestippt. Immer wenn es Puffer gab, hatte Oma ein Schälchen mit dicken Bohnen in der Speisekammer stehen. Eingelegt in Essig und Zwiebeln. Nicht unbedingt mein Lieblingskombination, aber die Form der grünen Bohnen faszinierte mich damals schon. Und manchmal mopste ich mir doch ein Böhnchen; nach sechs Puffern gar nicht so schlecht.

    Meine Lieblingskombination allerdings ist ein Zufallsprodukt. Neulich auf dem Wochenmarkt entdeckten wir einen neuen Stand. Ein fröhlicher junger Mann voller Enthusiasmus stand in dem kleinen Marktwagen und bot seine Produkte feil: allerfeinsten Ziegenkäse. Naheliegend daher der Name Die Ziegerei.

    Die Ziegerei wurde 2005 gegründet und ist ein Bio-Milchziegenbetrieb mit eigener Hofkäserei. Leidenschaft ist zu spüren. Und so steht auch auf der Homepage, dass Hiob und Sophia den Betrieb seit 2017 im Sinne des ökologischen Landbaus zukunftsorientiert und mit großer Leidenschaft weiterentwickeln.

    Wir kaufen Ziegen-„Feta“ und ein Stück von einem frischkäseartigen Käse, der dem Vesuv ähnelt und lustigerweise mit Asche ummantelt ist. Hiob lächelt und schneidet bereitwillig Ecken ab, reicht diese über den Tresen und lässt uns probieren. Der Käse zergeht auf der Zunge.

    „Vielleicht,“ so denkt sich der Pilz in mir, „wird das ja mein erstes Abenteuer?“ Und mein Vorzeigemodell liest meine Gedanken: „Hey, Pilz auf Pirsch, wäre das nicht was?“ fragt er.

    Denn den Hof findet man im Herzen von Niedersachen in der Mitte von Bremen und Hannover in Hohenmoor, einem Ortsteil von Asendorf.

    Schon länger spiele ich mit dem Gedanken, mein Pilzhütchen in Höfe, Ställe, Küchen, Cafés zu stecken und darüber zu berichten. Und ich strecke meinen Rücken. Dies könnte der Anfang meiner Pirsch sein.

    Doch bevor ich meinen Rucksack packe, muss ich die Hitze überstehen, und ich kredenze Euch einen Dicke Bohnen-Salat mit Ziegen-„Feta“ und Rucola.

    Ihr braucht für 2 Personen:

    • 1 Handvoll dicke Bohnen (ausgepult)
    • 1 Stück Ziegen-„Feta“
    • 1 Handvoll Rucola
    • Saft von einer Zitrone
    • 1 TL flüssigen Honig
    • 3 EL Sonnenblumenöl
    • Salz und Pfeffer
  • Kocht die Bohnen für ca. 5 Minuten und blanchiert sie anschließend mit eiskaltem Wasser. Gebt den Käse in eine Aufkaufform mit etwas Öl und stellt die Form in den Backofen (180 Grad, 10 Minuten). Wascht den Rucola und stellt ihn beiseite.
  • Mischt den Saft der Zitrone mit dem Honig, dem Öl und Salz und Pfeffer und macht daraus ein leckeres Dressing. Ich empfehle Euch, die Zitrone sparsam zu dosieren – lieber nachkippen.
  • Holt den Käse aus dem Ofen und zerbrecht ihn mit einer Gabel.
  • Nun gebt Ihr den Rucola und die Bohnen in eine große Schüssel, streut den Käse drüber und gießt das Dressing auf die Mischung. Vermengt alles und richtet es nett an. Dann bleibt Euch nur noch: Genießen!
  • Viel Spaß beim Nachkochen, und wer weiß – vielleicht startet meine Pirsch ja demnächst?
  • Es grüßt Euch herzlich Euer Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄
  • Von Gram Slot, Sankt Hans und einem köstlichen Omelette

    Wir hatten Urlaub, mein Vorzeigemodell und ich. 14 wundervolle Tage. 14 Tage mit bestem Wetter.

    An einem dieser Abende sitzen wir auf unserem Sofa in unserem dänischen Ferienhaus und schauen abwechselnd Prospekte an und aus den Fenstern, die bis auf den Boden reichen. Blick auf die Dünen und den endlos weiten Himmel. Zugegeben – das Possesivpronomen hat nur eine 14-tägige Gültigkeit. Doch diese 14 Tage ist es eben unser Haus, sind es unsere vier Wände, ist es unser Sofa und unsere Terrasse.

    Gestern waren wir schwimmen in der Nordsee. Es kostete keine Überwindung, denn der ablandige Wind und die 33 Grad sorgten dafür, dass man ohne zu zögern in die spiegelglatte Nordsee tauchte, sich irgendwann auf den Rücken drehte und sich treiben ließ.

    Über Nacht kam dann der Temperatursturz. Heute Wind, viel Wind und 16 Grad. Wir schmeißen den Kamin an und sitzen da, schauen auf die Flammen, ins aufgeschlagene Prospekt, nach draußen in den Himmel und die Sonne, die einfach nicht untergehen will. „Lyse nætte“ nennen die Dänen das, helle Nächte. An Sankt Hans Aften, also am 23. Juni, standen wir alle ums Feuer und sangen die „Midsommervisen“. Barfuß in kurzen Hosen – alles Sommerverliebte, alle gleich und alle in Einigkeit. Let‘s hygge beschreibt es so: „Ganz Dänemark versammelt sich zur Dämmerung am Strand, zündet ein Feuer an, singt ein Lied, trinkt ein Bier, schaut zu wie die Hexe brennt, trinkt noch ein Bier, und geht wieder nach Hause.“ Aber das Wichtige ist doch – die Menschen einigt die Zeremonie, das Beisammenstehen, das Singen.

    Kurze Zeit später erhielten die Abiturienten in Dänemark ihre „Abschlusskappen“. Zum bestandenen Abitur wünscht man sich auch „Tillykke med huen“. Denn jede(r) Reifegeprüfte erhält eine schicke Kappe mit eingesticktem Namen.

    Bild von Mousse and Pen Illustration

    Am Tag drauf ist das Thermometer wieder auf die 23 Grad geklettert, und wir haben uns für einen Besuch des Gram Slot entschieden. „Sollen wir ein Schloss kaufen, Schatz?“ soll die Frage gewesen sein, die der Schlossherr seine Frau (oder auch umgekehrt) im Jahr 2007 halb im Spaß, halb im Ernst gestellt haben soll.

    Gram Slot stand für 25 Jahre leer. Es sollte wieder mit Leben gefüllt werden. Und nun – nach einiger Zeit – erstrahlt das Schloss im Herzen Sønderjyllands im neuen Glanz. Kein pompöses Schickimicki. Nein! Gram Slot wird buchstäblich genutzt. Ein lebendes Kulturerbe sozusagen, in dem viele verschiedene Events stattfinden: Konzerte, Festivitäten, Kurse und Konferenzen. Aber nicht nur das: Gram Slot betreibt Landwirtschaft in großem Stil – biologisch!

    In dem großen Hofladen mit Café gibt es Mehle verschiedenster Sorten, Kaffee und Säfte ne Öle.
    Die Familie lebt im ältesten Flügel des Schlosses – dem Ostflügel – um 1470 erbaut. Süd- und Westflügel sind öffentlich zugänglich und werden für die Veranstaltungen und für Führungen genutzt.

    Im Café selbst herrscht angenehm ruhige Trubeligkeit. Wir schauen in die kleine, aber feine Karte und entscheiden uns nach kurzer Beratung mit der herzlichen Bedienung für Carpaccio und Omelette. Das Omelette ist glutenfrei. Um sicherzustellen, dass bloß kein Malheur passiert, brüllt die freundliche Dame aber nochmal in die Küche: „Omeletten skal være glutenfri! Pigen kan ikke tåle gluten!“

    Und das Mädchen, das kein Gluten tolerieren kann, erhält eine fantastische Portion eines glutenfreien Omelettes.

    Herrlich ist es dort. Inzwischen füllt es sich langsam mit Menschen unterschiedlichen Alters. Manche möchten Kaffee, andere einen Happen Herzhaftes.

    Wir schlendern hinaus, gehen an den Getreidefeldern vorbei, an dessen Rändern Kornblumen stehen. Es fühlt sich an wie früher, als man als Kind durch die Felder gelaufen ist.

    Nun sind wir zurück aus der Herzensheimat. Eine Woche ist schon wieder rum. Und Omelette gab’s heute. Ein Käse-Schinken-Omelette à la Gram Slot.

    Rezept

    • 3 Bio-Eier
    • Salz und Pfeffer
    • etwas Sahne
    • 2 Scheiben Bio-Kochschinken, in Streifen geschnitten
    • gewürfelten Käse, z. B. Comté oder Nordseekäse oder ähnlichen würzigen Käse
    • Öl für die Pfanne und für den Salat
    • Essig
    • etwas Salat
    • ein paar Tomaten
  • Schneidet den Salat klein, teilt die Tomaten und gebt alles in eine Schüssel. Gebt Essig und Öl darauf und ein paar der Käsewürfel. Vermengt alles und stellt es beiseite.
  • Schlagt die Eier in einer Schüssel auf. Gebt Salz und Pfeffer nach Belieben dazu, ebenfalls einen Schuss Sahne. Vermengt alles mit einem Schneebesen.
  • Gebt Öl in eine Pfanne. Wenn das Öl heiß ist, gebt die Eier hinein. Lasst das Ei bei kleiner Hitze stocken. Auf die eine Hälfte gebt Ihr Käse und Schinken. Klappt das Omelette zusammen und versucht, wenn es recht fest ist, in der Pfanne zu drehen.
  • Teilt das Omelette in der Mitte und richtet es mit dem Salat auf den Tellern an!
  • Vel bekomme!
  • Es grüßt Euch herzlich Euer

    Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄

    Vom Fuchs: Eine etwas andere Fabel und ein Vietnamisches Tofu-Baguette

    Der Fuchs hat die Gans nicht stehlen können. Auch die Hühner blieben verschont. Der Hühnergott hat seine Pflicht und Schuldigkeit getan. Hat mit Donnern und Klackern den Listigen vom Stall verscheucht. Die Hühner darinnen – dicht an dicht – hatten vor lauter Angst das Gackern vergessen. Und der Fuchs zog von dannen, mit hängenden Schultern und knurrendem Magen. Trottete durch die Nacht – auf der Suche nach etwas Essbarem. Doch nichts kreuzte seinen Weg durch die Felder und Wiesen, Wälder und Auen. Der Fuchs war auch ein wenig faul, wollte, dass ihm die Brathähnchen in den Mund flogen. Und er träumte auf seiner Tour durch den Wald von Hühnertransportern, die durch den Wald fuhren und vor seinem Bau hielten. Gefüllt mit Brathähnchen und Kaninchen und allerlei anderem Getier. Paradiesisch wäre das. Und der Fuchs trottete weiter. Vielleicht, so dachte er, wäre das gar keine schlechte Idee. Vielleicht könnte man so alle Füchse dieser Welt ernähren, Huhn für alle! Aber nur Huhn bitteschön. Hahn war immer so zäh. Vor seinem inneren Auge sah der Fuchs ein Logo auftauchen „Fuchs Foods“. Ja, das klang gut.

    Und so beschloss der Fuchs, dass er zum Schneckenkönig gehen sollte. Der Schneckenkönig, eine stolze Weinbergschnecke mit Erdbeerblattthron, war ein guter Ratgeber. In besonderen Nächten, wenn die Luft feucht war und sich der Vollmond in den Pfützen spiegelte, konnte der Schneckenkönig in die Zukunft sehen. Und vielleicht, nur vielleicht, hatte unser rotfelliger Freund ja Glück…

    Der Fuchs hatte Glück. Der Schneckenkönig mit seinem herrlich schillernden Schneckenhaus betrachtete schon eine ganze Weile den Tropfen am Halm des hohen Grases. Der Vollmond verlor sich darin und ließ den Tropfen strahlen und funkeln. Und ohne ein weiteres Wort deutete der Schneckenkönig auf den Tropfen. Wie ein Stummfilm sah der Fuchs darin seine Vision. Hühner in Reih und Glied – wie sie die Rampe hochmarschierten in den Wagen mit der Aufschrift „Fuchs Food“. Kein Gackern und kein Krähen, die Augen weit aufgerissen. Und der Fuchs schluckte. „Willst Du das?“ fragte der König. Beschämt schlug der Fuchs die Augen nieder. „Willst Du noch mehr sehen?“ fragte der König. Der Fuchs war mutig und betrachtete den Rest – Küken auf Laufbändern, durchleuchtete Eier. Ohne ein weiteres Wort trottete er davon. „Nein!“ flüsterte er in den Wald. „Mein Essen soll etwas wert sein.“ Und gedanklich strich er den Schriftzug durch, aß in dieser Nacht ein wenig Grünzeug und schlief unruhig. Es muss am Vollmond gelegen haben.

    Wer wissen will, was Hühnergötter und Schneckenkönige tatsächlich sind, der scrollt einfach nach unten. Und wer wissen will, was mit dem Fuchs passiert ist, dem sei so viel gesagt: Er hat was verstanden. Sicherlich ist er kein Vegetarier geworden, aber er ist eingestanden für diese Welt und hat sich Gedanken gemacht. Er hat sein Leben umgestellt und ist auch mal eine Nacht mit knurrendem Magen ins Bett gegangen, weil er eben nicht eine Sechser-Hühnerbein-Box in sich reingeschaufelt hat.

    Und der Schneckenkönig ist eine dieser Seltenheiten, die mit Weitsicht durch die Welt gehen. Nicht mit erhobenem Schneckenfühler, aber vielleicht mit einem sanften Fingerzeig und manchmal einer erschreckenden Version.

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    Hühnergötter sind Steine mit Loch. Die Löcher entstanden durch das Meer. Früher hängten die slawischen Völker im Baltikum diese Lochsteine an ein Band und hängten diese Kette an den nachts verschlossenen Hühnerstall. Der Wind spielte mit dieser Kette, und das Klackern sollte den Fuchs vertreiben. Schutzgötter für die Hühner.

    Schneckenkönige sind sehr selten. Als Schneckenkönige bezeichnet man Schnecken, deren Häuser in die nicht typische Richtung gewunden sind.

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    Möglicherweise habt Ihr Zuhause ja noch ein Päckchen Tofu im Kühlschrank. Dann sei Euch dieses Rezept ans Herz gelegt.

    Vietnamesisches Baguette mit Tofu und Sesammayonnaise

    Ihr braucht:

    • 1 Packung Tofu Natur
    • Soja- und Worcestersauce (glutenfrei)
    • 1 Stange Staudensellerie
    • 1 Spitzpaprika
    • 1 Frühlingszwiebel
    • Frischen Koriander
    • 1 Bio-Mayonnaise (glutenfrei)
    • Sesam
    • Sesamöl
    • Salz und Pfeffer
  • Zerkrümelt den Tofu und legt ihn für 30 Minuten in drei EL Sojasauce und drei EL Worcestersauce ein.
  • Schnippelt das Gemüse klein. Und gebt Sesamöl in eine Pfanne. Bratet zunächst die Zwiebel an, dann die Paprika und den Sellerie. Dann gebt den Tofu dazu und bratet ihn scharf an. Immer schön rühren und weiter braten, bis alles lecker duftet und angeröstet ist. Eventuell mit Salz und Pfeffer würzen. Die Hitze reduzieren.
  • Schneidet den Koriander klein und stellt ihn beiseite.
  • Gebt einen großzügigen Klecks Mayonnaise in eine Schüssel. Röstet den Sesam in einer separaten Pfanne ohne Öl. Lasst den Sesam etwas abkühlen und gebt ihn dann zur Mayonnaise. Rührt den Sesam unter.
  • Schneidet ein Baguette halb auf und gebt einen großzügigen Klecks Mayo hinein. Dann folgt das Tofu-Gemüse-Gemisch, dann Koriander-Blätter.
  • Und dann?
  • Nur noch genießen.
  • William Wallace und das Schneegestöber – glutenfreier Flammkuchen, Pfannkuchen und eine herrliche Sommerträgheit

    Jesus hatte einen im Kahn. Das kann schon mal vorkommen bei winterlichen Temperaturen. Dann nehme man Hochprozentiges. Das wärmt. Von innen. Jesus wählte Absinth. Macht Gin – ‚tschuldigung.

    Zur Freude von Arthur Dent, Rotkäppchen, dem bösen Wolf, Alice und dem verrückten Hutmacher wuchs Jesus Gras aus der Tasche.

    Das hatte zur Folge, dass Jesus nicht nur einen im Kahn hatte und sein Glas fallen ließ. Böse Zungen würden behaupten, das lag an den Löchern in den Händen.

    Ich war nüchtern und Tinkerbell, griff mir Arthur Dents Handtuch, nachdem ich den Absinth auf dem Boden aufgewischt hatte. „Wer bist denn Du?“ fragte mich der Anhalter. „Ich bin die Absinth-Fee!“ antwortete ich. Tarnung ist alles. Meine Flügel waren in der kleinen Wohnküche etwas sperrig und mein rechtes spitzes Ohr knickte regelmäßig nach vorn.

    Zudem lag draußen 30 cm hoch der federleicht vom Himmel fallende Neuschnee. Ein Umstand, den meine Begleitung, in keinster Weise erschütterte. Es war William Wallace. „Freedom!“ tönte es, wenn sich die Tür öffnete. „Free Scotland!“ brüllte es ihm entgegen.

    Alle Epochen waren sich einig: Freiheit ist das größte Gut!

    Es war Anfang Februar und klirrend kalt. Wir fuhren mit dem Auto durch Schneetreiben; die Schneeflocken stoben an uns vorbei wie die Sterne bei Lichtgeschwindigkeit in einem Star Wars-Film. William Wallace hatte sich das Gesicht blau geschminkt. Der Kilt saß einwandfrei. Meine Flügel lagen auf der Rückbank. Ich hoffte auf eine Polizeikontrolle. „Allgemeine Verkehrskontrolle, guten Abend, Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte!“ „Einen zauberhaften Abend!“ hätte ich feengleich gezwitschert, wäre leichtfüßig ums Auto getrippelt und hätte ihm noch Verbandskasten und Warndreieck gezeigt. „Normalerweise,“ hätte ich gehaucht, „löse ich meine Probleme mit Feenstaub!“ Vermutlich hätte ich dann in ein Röhrchen pusten müssen. Das wollte ich immer schon mal. Und William Wallace? Er hätte Contenance bewahrt, hätte sich ganz ruhig verhalten. Manchmal müssen Freiheitskämpfer schweigend abwarten.

    Nun sitze ich flügel- und spitzohrlos in meinem Yoga-Castle. Der Gedanke an Minustemperaturen ist komplett abwegig. Kurz überlege ich, ob ich mich vor das Tiefkühlfach stellen soll und entscheide mich dann für leichte Kleidung.

    Morgens steige ich auf mein Fahrrad, das – unseren Traditionen zum zufälligen Trotz gar keinen Namen besitzt. Eine Schande, wenn ich recht überlege. Wie könnte es heißen? Doch das Hirn ist eher behäbig und angenehm schwer. Ein Name? Für ein Fahrrad? Wie dem auch sei, Karl hat im Moment Sommerpause und wird nur selten aus dem Stall geholt. Das Rad muss her.

    Die letzten Tage waren neben sommerlich und warm ereignisreich, überraschend, turbulent, und über allem hing diese sommerliche Schwere, das Schreien der Schwalben und die unerbittliche Hitze. Die Getreidefelder werden abgemäht und die August-Äpfel sind reif – dabei ist es Anfang Juli. Der Erdbeeren sind aufgegessen, selbst die späten Sorten. Inzwischen setzt man sich freiwillig in den Schatten und genießt die Dunkelheit. Sommer!

    Mahlzeiten bestehen zu 90 % aus Beeren und Joghurt, Eis oder Tomaten. Das höchste der Gefühle ist ein glutenfreier Flammkuchen und – weil es so ähnlich klingt – ein glutenfreier Pfannkuchen. Mit Apfelscheiben, Zimt und Zucker.

    Und weil ich im Moment so unglaublich faul bin, gibt es hier gleich zwei Rezepte auf einen Streich. Denn wer weiß, wann mich in diesem Sommer das nächste Mal die Muse küsst. Ich weiß es nicht. Und während ich mich auf meiner Sonnenliege auf Pæreø rekele wie einst Sophia Loren geht in Windeseile an einem warmen Plätzchen der Hefeteig für den Flammkuchen.

    Und hier Rezept Nummer 1:

    Glutenfreier Flammkuchenteig

    • 200 g glutenfreies helles Mehl (z. B. Dr. Schär Mix it!)
    • 200 g glutenfreies dunkles Mehl (z. B. Dr. Schär Mix B)
    • 1 TL Salz
    • 200 ml lauwarmes Wasser
    • 20 g Frischhefe
    • 2 TL Flohsamenschalen
    • 1 TL Xanthan

    Mische beide Mehlsorten, die Flohsamenschalen, Xanthan und Salz in einer großen Rührschüssel mit dem Salz. Gebe das lauwarme Wasser in einen hohen Becher und bröckele die Frischhefe hinein. Lass sich die Hefe langsam auflösen. Drücke eine Mulde in die Mitte des Mehlberges und gieße das lauwarme Wasser langsam hinein. Nun verknete alles zu einem Teig und lass diesen zugedeckt an einem warmen Ort etwa zum doppelten Volumen aufgehen.

    Rolle den Teig dünn auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech aus und heize den Backofen auf 200 Grad vor.

    Belag für den Flammkuchen

    • 200 – 250 g Schmand oder Sauerrahm
    • ca. 50 g magere Speckwürfelchen
    • 1/2 Zucchini, in Scheiben geschnitten
    • 1/4 Zwiebel, rot und gewürfelt
    • geriebener Gouda
    • gehackte glatte Petersilie
    • Salz und frisch gemahlener Pfeffer

    Schwitze die Zwiebel in einer Pfanne mit Olivenöl an und gebe die Speckwürfel hinzu. Brate alles, bis es glasig bzw. leicht gebräunt ist, an. Schneide die Zucchini in gleichgroße Scheiben. Streiche den Schmand oder Sauerrahm auf dem ausgerollten Hefeteig aus und lege die Zucchini-Scheiben auf den Schmand. Streue die angebratenen Zwiebeln und den Speck darüber, ebenfalls die gehackte glatte Petersilie. Würze mit Salz und Pfeffer und streue anschließend den geriebenen Gouda über den Flammkuchen.

    Schiebe das Blech in den Ofen und backe den Flammkuchen auf mittlerer Schiene für etwa 15 Minuten bei 200 Grad.

    Und hier Rezept Nummer 2:

    Einfacher geht’s nicht.

    • 4 gehäufte EL glutenfreies helles Mehl (z. B. Dr. Schär Mix C)
    • 3 EL Milch
    • 2 EL Zucker
    • 1 Ei
    • 1 Schuss Mineralwasser mit Kohlensäure
    • neutrales Öl für die Pfanne
    • Apfelscheiben und Zimt für den Beleg (oder was Euch gerade so gefällt)

    Gebt alle Zutaten nacheinander in eine Schüssel und rührt diese mit einem Schneebesen zu einem geschmeidigen Teig. Lasst den Teig einen Augenblick stehen und lasst das Öl in der Pfanne heiß werden.

    Gebt eine Kelle mit dem Pfannkuchenteig in die heiße Pfanne und backt Euch wunderbar fluffige Pfannkuchen. Belegt diese anschließend mit Apfelringen und streut reichlich Zimt-Zucker darüber.

    Bon appétit!

    Sehnsucht nach dem Frühling – frühlingshafter Linsensalat

    Schöner Frühling, komm doch wieder,
    Lieber Frühling, komm doch bald,
    Bring‘ uns Blumen, Laub und Lieder,
    Schmücke wieder Feld und Wald!
    (Aus „Sehnsucht nach dem Frühling“ von Hoffmann von Fallersleben)

    Freitag vor dem letzten Wochenende. Karl der Kleine – mein kleiner süßer Flitzer – und ich fuhren dem Feierabend entgegen. Durch die matschige Masch, an bräunlichen Feldern vorbei. Geradeaus, links abbiegen, geradeaus, rechts abbiegen, geradeaus, links abbiegen, geradeaus… Was ist das? Wagen voller Hornveilchen vor unserer ortsansässigen Gärtnerei? Blinker rechts, rechts abbiegen, Parkplatz suchen, halten, Motor aus, Schlüssel raus, abgeschnallt, Autotür auf, Tasche geschnappt, Autotür zu, Laufschritt, Bremsen, Stopp. HORNVEILCHEN! Ihre kleinen wackeren Köpfe stecken sie in den frühlingshaften Wind, und ich stehe davor, freue mich unendlich und kann mich nicht entscheiden zwischen den ganzen wunderbaren Blautönen, dem satten Gelb und dem zarten Rot. Irgendwann – meine Auswahl fiel auf eine Blauvariation – trage ich die Töpfe mit stolz geschwellter Brust zur Kasse, bezahle, trage die kleinen Frühlingsboten zum roten Flitzer, öffne den Kofferraum, stelle die Blumen hinein und fahre dann – fröhlich pfeifend – nach Hause, zum Balkon – æblerø, ich komme!

    Ich giere danach, meine Hände in Erde zu stecken, in den Kästen zu wühlen, die Blumen vorsichtig aus ihren Pötten zu drehen und einzupflanzen, die Gießkanne zu befüllen und alles anzugießen – und nach vollendetem Werk mit den Händen in die Hüften gestützt dort zu stehen, den Rücken gerade zu biegen und den Blick über Kästen und Töpfe schweifen zu lassen. „Ja!“

    Meine Sehnsucht nach Sonne und Frühling und Blumen und Frühlingsduft und Bärlauch und erstem frischen Grün ist so groß, dass wir Sonntag nach dem Frühstück noch einmal zur Gärtnerei fahren und für die restlichen Töpfe und Kästen weitere Hornveilchen holen. Und zwei Rosen für den windigen Balkon, denn Rosen, so der Fachmann, finden Wind gut. Rosa und Rot stehen nun links und recht neben der Balkontür auf pæreø, denn unser neues Nest hat nicht nur einen Balkon namens „æblerø“ (Apfelinsel), sondern auch einen Balkon namens „pæreø“ (Birneninsel).

    Und so knie ich auf einer alten Decke mit dünnen Handschuhen an den Händen und pflanze Rosa und Rot in tiefe Steinkübel, bedecke die Veredelungsstelle sanft mit Erde – so wie Florian, der Blumenfreund, es uns aufgetragen hat. Rosa ist klein und zart, lässt sich wunderbar in ihren neuen Topf setzen. Rot – mit dem wunderbaren Beinamen „Rigo-Ros“ – ist da schon etwas störrischer. Zu guter Letzt rammt sie mir einen ihrer spitzen Dornen in meinen linken Zeigefinger – durch den Handschuh durch – und die vorderste Spitze bricht ab – der Dorn steckt, und hält – bei jedem Wetter. Ich wühle, pflanze, drehe, bücke und knie, fege Erde weg, trage kannenweiße Wasser auf die Balkone, gieße an. Und dann stehe ich wirklich da, rufe mein Vorzeigemodell, der mir ein Glas mit erfrischender Apfel-Mango-Schorle reicht, strecke den Rücken durch, stelle die Arme in die Hüften und schaue ihn mit gerecktem Kinn stolz ins Gesicht. „Fertig!“ sage ich. „Schön!“ sagt das Vorzeigemodell und grinst mich an. Der Frühling ist da – auf æblerø und pæreø.

    Erfrischt und zufrieden bin ich, glücklich und hungrig. Der Frühling aber ist nicht nur auf æblerø und pæreø eingezogen, auch im Yoga-Castle duftet es nach dem ersten Bärlauch, zarten Radieschen und erstem frischen Grün.

    Wie wäre es heute mit einem vegetarischen Linsensalat?

    Dafür braucht Ihr:

    •  250 g braune Tellerlinsen
    • 1 Handvoll gemischten Salat oder einen kleinen Kopfsalat, in feine Streifen geschnitten
    • 2 Bio-Eier, hartgekocht
    • 4 – 5 saure Gurken und ein bisschen Gurkenwasser für die Salatsauce
    • Salatgurke
    • 4 TL Kapern
    • 1 Bund Radieschen

    Für die Salatsauce:

    • ca. 2 EL Gurkenwasser (s. oben)
    • 2 EL Senf, mittelscharf
    • 1 Spritzer Zitronensaft
    • 1 TL Honig
    • Salz
    • Pfeffer
    • frischen Schnittlauch

    Kocht zunächst die Linsen in Wasser, bis sie noch Biss haben – das ist etwa die Hälfte der auf der Packung angegebenen Garzeit. Stellt die Linsen dann zum Abkühlen beiseite.

    Während die Linsen köcheln, könnt Ihr schon die ganze Schnippelarbeit erledigen. Schneidet den Salat in feine Streifen, pellt die hartgekochten Eier – eines davon kleinwürfeln, das andere vierteln. Schneidet die sauren Gurken in kleine Stücke, die Salatgurke und die Radieschen ebenfalls.

    Gebt die abgekühlten Tellerlinsen in eine Schüssel und gebt alles Kleingeschnippelte sowie die Kapern hinein – außer das geviertelte Ei.

    Nehmt Euch einen Rührbecher und gebt alle Zutaten für die die Salatsauce hinein, schmeckt mit Salz und Pfeffer ab und gebt je nach Geschmack frischen Schnittlauch hinzu.

    Gießt die Salatsauce über den Salat und mischt alles gut durch. Noch einen Augenblick durchziehen lassen, auf Tellern mit den Eiervierteln hübsch anrichten, auf den Balkon setzen und die frisch gepflanzte Blütenpracht genießen!

    Die runden Bällchen sind übrigens Falafel – glutenfrei und sehr lecker!

    Habt alle schöne Ostertage! God Påske!

    Fräulein Fliegenpilz – Frøken Fluesvamp 🍄