Vom Herbst und einer italienischen Gemüsesuppe

Ich sitze auf dem roten Cordsofa, habe die Beine ausgestreckt und blicke auf. Die Sonne auf unseren Stubenfenstern ist unerbittlich – sie setzt meine Fensterputzfaulheit buchstäblich ins rechte Licht. Golden mit gräulichen Pünktchen. Nun ja.

Aber ich möchte heute faul sein. Auf der einen Seite jedenfalls. Auf der anderen Seite sehne ich mich ein bisschen nach dem Herbst, Basteln, Nähen, Stricken, nach bunten Blättern, Waldspaziergängen mit diesem typischen Duft, nach Wollpullovern und einem kleinen bisschen Frieren mit Vorfreude auf das warme Zuhause. Wenn es dämmert oder dunkel ist und das Licht zu Hause brennt – das ist Nachhausekommen. Klingt ein bisschen wie Werbung, aber dieses heimelige Wohlgefühl…

Und ich stelle fest, dass Jahreszeiten was Schönes sind. Welches mir die liebste ist, vermag ich nicht zu sagen. Ich weiß es nicht, weiß nur, dass sie mir fehlten, lebte ich in einem Teil der Welt, wo es keine gibt. Dabei philosophiere ich so vor mich hin: Wie malen denn die Kinder in den Teilen der Welt ohne Jahreszeiten Kalenderblätter?

Im Januar habe ich eigentlich immer einen Schneemann und Schlitten gezeichnet. Im Februar tanzte Clown neben Teufel, Prinzessin und Cowboy. Im März gab es die ersten Blümchen und im April grinste der Osterhase mit Kiepe vom Kalenderblatt. Im Mai der Maikäfer mit Maiglöckchen und im Juni Sonne satt. Juli und August waren Monate mit Meer, Sand und Strand, Seesternen und Muscheln. Im September Apfel- und Birnenbäume, im Oktober Drachensteigen. Im November Stoppelfelder und Laternen. Und der Dezember natürlich Weihnachten.

Wie das wohl in anderen Teilen der Welt ist?

Irgendwie bekomme ich gerade doch Lust auf Basteleien. Vielleicht Sockenstricken? Dann kann ich gemütlich auf dem Sofa liegen bleiben.

Oder ein herbstliches Menü kochen. Fangen wir doch mit einer Minestrone an. Die geht schließlich immer!

Ihr braucht:

  • 3 Handvoll bunte Bohnen, z.B. grüne, gelbe und lila Bohnen
  • 5 Wurzeln
  • 1 Stange Porree
  • 1 Stange Sellerie
  • 1 rote Spitzpaprika
  • 4 Kartoffeln
  • 1 Zucchini
  • Tomatenmark
  • Salz und Pfeffer
  • Basilikum, gern frisch
  • Parmesan
  • Etwas Olivenöl

Zunächst alles Gemüse putzen bzw. schälen und klein schneiden. Olivenöl in einen großen Topf geben und als erstes die Wurzeln anschwitzen, dann Sellerie und Porree, bis das Gemüse weicher wird. Mit Wasser, ca. 700 ml, aufgießen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Anschließend die Kartoffeln, die Spitzpaprika und die Bohnen hinzufügen. Für ca. 10 Minuten abgedeckt köcheln lassen. Dann die Zucchini hinzufügen. Weiter für ca. 5 Minuten köcheln lassen, gelegentlich umrühren. Basilikum kleinschneiden und zur Suppe geben. Mit Tomatenmark, Salz und Pfeffer abschmecken.

Suppe vor dem Servieren mit gehobeltem Parmesan bestreuen und schön heiß genießen.

Eine perfekte Suppe nach einem herrlichen Herbstspaziergang!

Genießt die Jahreszeiten, die Erntevielfalt, das Herbstlicht!

Und viel Spaß beim Nachkochen!

Euer Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄

Wohlig-warme selbstgestrickte Socken

Auf meinem Wunschzettel steht jedes Jahr eine Sache: Socken! Vor Jahren hat mir meine liebe Mama mal einen Korb mit Nadelspiel und Sockenwolle geschenkt. In dem Weihnachtsurlaub lernte ich Sockenstricken. Und da eine Freundin von mir einmal sagte: „Menschen, die keine selbstgestrickten Wollsocken mögen, sind mir suspekt!“ – und da sie damit völlig recht hat, ist hier nun für alle, die sich an dieser Form der Meditation versuchen wollen, meine Strickanleitung.

Schuhgröße 18/20 22/23 24/25 26/27 28/29
Anschlag in Maschen 40 44 46 48 50
Fersenbreite in Maschen 20 22 23 24 25
Fersenhöhe in Reihen 10 12 14 16 16
Fersenmaschen beidseitig aufnehmen 8 10 12 12 13
Fußlänge inkl. Ferse bis Abnahmebeginn in cm 9-10 11 12 13 14
Gesamte Fußlänge in cm 13 15 16 18 19
30/31 32/33 34/35 36/37 38/39 40/41 42/43 44/45
52 54 56 58 60 62 64 68
26 27 28 29 30 31 32 34
18 18 20 20 22 24 24 26
13 14 14 15 15 16 16 17
15 16 17 18 19-20 20-21 21-22 23
20,5 22 23 24,5 26 27 28 29

Arbeitsanleitung

Die Maschenzahl für die gewünschte Größe anschlagen, auf 4 Nadeln verteilen und in Runden stricken, z. B. für einen Herrensocken in Schuhgröße 42-43: 64 M anschlagen = 16 M je Nadel. Zwischen der 1. und der 4. Nadel liegt das Fadenende, hier ist die hintere Mitte des Sockens.

Die Beinlänge in der gewünschten Höhe im jeweiligen Muster stricken, z. B. 20 cm Bundmuster 2 M re, 2 M li.

1 Fersenhöhe

Die M der 2. und 3. Nd ruhen lassen. Die Fersenhöhe wird nur mit den M der 1. und 4. Nd gestr. Diese z. B. 32 M werden auf eine Nd genommen und glatt re weitergestrickt, bis die in der Tabelle angegebene Reihenzahl erreicht ist, z. B. 24 R.

2 Fersenkäppchen

Die Fersenmaschen dritteln und gl. re in verkürzten Reihen arbeiten. Das erste Drittel wird ganz, das zweite bis auf die letzte M gestr. = z. B. 21 M. Diese letzte M re abheben, die anschließende M re str. und die abgehob. M darüberziehen, die Arbeit wenden. Nun die 1. M abheben, links str. bis zur letzten M des zweiten Drittels (= z. B. 10 M), die letzte M des zweiten Drittels mit der folg. M li zusammenstr., die Arbeit wenden. So weiterstr., sind alle seitlichen M aufgebraucht, ist das Käppchen beendet, noch 1 Hinreihe str.

3 Auffassen der Fersenmaschen

Die M des Fersenkäppchens auf 2 Nd verteilen, die Mitte ist der Rundenbeginn und die hintere Mitte. Nun aus den Randm. der Fersenhöhe die entsprechende Maschenzahl für die jeweilige Größe herausstr., z. B. 16 M. die M der 2. und 3. Nd str., aus den Randm. wieder 16 M herausstr., die M bis zur hinteren Mitte str. In der folgenden Runde werden die neuaufgenommenen M der Vor-Rd. re verschränkt gestr.

4 Ristabnahme

Die stärkste Stelle des Fußes ist nun erreicht; auf der 1. und 4. Nd sind mehr M als auf der 2. und 3. Nd. Die M werden in den nächsten Rd. wieder abgenommen, indem man einen Keil strickt. Dafür werden am Ende der 1. Nd 2 M re zusammengestr. und am Anfang der 4. Nd 2 M überzogen zusammengestr. (1 M wie zum Re-Str. abheben, 1 M re str., die abgehob. M darüberziehen). Dann 2 Rd. str. Die Abnahmen wdh. bis wieder die M-Zahl vom Anschlag auf den Nd ist (= z. B. 64 M). Die Fußlänge in der gewünschten Größe str. Die M der 1. und 4. Nd = Sohle werden in der Regel gl. re gestr., die M der 2. und 3, Nd = Fußrücken im jeweiligen Muster.

5 Bandabnahme für die Spitze

Die M der 1. Nd bis zu den letzten 3 M re str., die zweit- und drittletzte M re zusammenstr., 1 M re.

Bei der 2. Nd die 1. M re str., 2 M überzogen zusammenstr., restliche M der 2. Nd re str.

Bei der 3. Nd wie bei der 1. Nd abn., bei der 4. Nd wie bei der 2. Nd abnehmen. Nach der 1. Abnahmerunde je 3 Rd. gl. re str., nach der 2. und 3. Abnahmerunde je 2 Rd. gl. re; nach der 4., 5. und 6. Abnahmerunde je 1 Rd. gl. re str. Dann ohne Zwischenrunden in jeder Rd. abn. bis nur noch 8 M (2 pro Nd) übrig sind. Diese M mit doppeltem Faden zusammenziehen und den Faden und die anderen Fäden vernähen.

FERTIG!