Hey Ikarus, schreib doch – egal wie‘s lief… Glutenfreies Pastarezept und Sonntagsgedanken

Sonntag. Ich liege auf dem Sofa – nicht auf dem roten Cordsofa, sondern auf dem grauen von meinem Vorzeigemodell. Das ist größer, hier passe ich gut mit dem Dackel drauf, der neben mir liegt unter der Decke und sein Nachmittagsschläfchen hält. Es ist gemütlich, und der Morgen begann mit den typischen Morgengeräuschen, nur mit sonntäglicher Färbung – alles etwas gedämpfter, nicht so hektisch, etwas behäbiger. Und der Schnee, der über Nacht gefallen war, legte eine weiche Decke auf die Welt. Selbst der Dackel wollte erst nicht so früh vor die Tür. Wer will es ihm verübeln? Vergangene Woche stürmte, und zwischendurch öffneten sich Schleusen, und wahre Regengüsse prasselten hernieder.

Ikarus hätte mit seinen Flügeln heute auch seine liebe Müh‘ gehabt.

Wenn ich einmal mit der großartigen Judith Holofernes zusammensäße, würde ich ihr sagen, dass ihre Interpretation von „Armour“ mein ständiger Begleiter ist. Denn natürlich strahlt Ikarus – egal wie‘s lief, und der Panzer um das Herz hindert doch nur, macht das Leben schwer. Schleppte man doch nur kiloweise Ballast mit sich herum, würde man verbittert und vergrämt. Eine Abwärtsspirale – auch ohne Sonne und wächserne Flügel.

Stelle man sich also vor, man sei Ikarus, dem mit den Flügeln die Freiheit geschenkt würde. Man flöge aus der Gefangenschaft, der Himmel strahlendblau, die Sonne wie ein goldenes Juwel und die Flügel tragen und tragen. Voller Euphorie – wie Motten das Licht. Ikarus – hochmütig finde ich Dich nicht! Eher mutig!

Und so Summe ich vor mich hin in meinem Yoga-Castle und denke über meine letzten Yoga-Stunden nach. „Ich kann das auch!“ – ein Satz, der sich eingebrannt hat. Und ich betrachte das Rezept für glutenfreie Pasta. Meine Zöliakie ist „volljährig“, fast 19 sogar, aber glutenfreie Pasta ist mir tatsächlich noch nie gelungen. „Ich kann das auch!“ denke ich und rühre die Zutaten zusammen.

  • 50 g helles glutenfreies Mehl
  • 50 g Buchweizenmehl
  • 125 g Tapiokastärke
  • 1 gehäufter EL Xanthan
  • 3 große Bio-Eier
  • Ggf. 1 EL eiskaltes Wasser (wenn der Teig zu trocken ist)

Während die Zutaten in Rolle, der Küchenmaschine, zu einem Teig verknetet werden, stelle ich meinen rechten Fuß an die Innenseite meines linken Oberschenkels, senke die Schultern und bringe meine Hände vor die Brust in der Gebetshaltung. Kein Stoßgebet, aber ein bisschen positive Energie bitte für diesen Pastateig.

Nach einer Weile linse ich in die Rührschüssel. Der Teig ist elastisch, nicht zu feucht, nicht zu fest, nicht zu krümelig.

Er muss für 30 Minuten in Folie gewickelt ruhen. Nicht im Kühlschrank, sondern draußen, aber ruhen. Ich ruhe auch für 30 Minuten und kehre zum Dackel zurück, der sich wie ein kleiner Fuchs zusammengerollt hat und seine Nase unter meine Decke schiebt.

Nach 30 Minuten gehe ich in die Küche, bestreue das Backbrett mit Tapiokastärke und rolle den Teig aus. So dünn wie möglich. Die Konsistenz lässt mich hoffen. Elastisch und weich, nicht brüchig, nicht klebrig. Die Nudelmaschine kommt zum Einsatz. Der Teig lässt sich durch die Maschine drehen. Der Teig reißt nicht! Ich kann lange Bandnudeln schneiden!!

Ein Topf mit reichlich Wasser fix auf den Herd, das Wasser zum Kochen bringen. Die frische Pasta rein – und ich fasse es nicht. 2 Minuten, Pasta fertig. Mit Biss und Geschmack. Ein Erfolgserlebnis!

Voller Stolz – mein Pasta-Herz hüpft.

„Leg an, zähl auf drei – schieß los! Feuer frei!“

„Leg an, zähl auf drei

Schieß los, Feuer frei

Da ist kein Panzer um mein Herz

Feuer frei

Schieß doch, komm schieß los

Dein Ziel ist riesengroß

Da ist kein Panzer um mein Herz

Feuer frei“

Wer mag – schaut hier https://www.judith-holofernes.de/2018/05/feuer-frei-fuer-rea-garvey/ und hört vielleicht auch mal rein. Und öffnet vielleicht auch sein Herz?

Habt viel Spaß beim Nachkochen!

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