Im Wald – Von Pilzen und einem gefüllten Spaghettikürbis

Wie bist Du gelb, Oktober,

Wie bist Du gelb und schön!

Und leuchtendes Zinnober

lässt Du am Ahorn glühn.

Årets Saga

Wir waren im Wald. Nach dem penetranten Dauerregen kam Samstagmorgen tatsächlich die Sonne raus. Und es verschlug uns in die Pilze. Gummistiefel und Weidenkörbchen, Küchenmesser und Pilzbürstchen im Gepäck. Der Duft des Waldes umfing uns und nahm uns in die Arme, wie ein alter, guter Freund. Leichtes Kiefernrauschen, Vogelgezwitscher, das Knacken der Äste, das Schmatzen des feuchten Bodens. Das leuchtende Moos, teilweise wie dicke Kissen, manchmal wie kleine spitze Sterne, zieht sich über Baumstümpfe und morsche Äste. Und plötzlich tut sich ein Pilzwald auf, wie eine winzige Elfenstadt. Das Sonnenlicht fällt durch die Äste der hohen Laub- und Nadelbäume. Träte Titania hervor, es würde mich nicht wundern, so märchenhaft liegt dieser Wald da. Ohren auf! Kraniche! Das unverwechselbare Schreien der majestätischen Vögel macht die Symphonie des Waldes komplett. Augen zu! Einfach nur dastehen und lauschen, dastehen und atmen.

Der Steinpilz steht wohl schon eine Weile vor mir. Als ich die Augen öffne, sehe ich ihn aber zum ersten Mal. Ich bilde mir ein, dass er mich fast ein wenig triumphierend anblickt. „Hab ich es Dir nicht gesagt? Komm erst mal an im Wald, dann findest Du mich auch!“ Ich muss schmunzeln, dann beuge ich mich zu dem kleinen Charmeur und drehe ihn aus seinem weichen Bett aus Moos. Und folge der Melodie des Waldes…

Spaghettikürbis mit Steinpilzen

Der Spaghettikürbis wird ein wenig verkannt, dabei ist es babyeierleicht zuzubereiten. Ihr braucht für 2 Personen mit großem Hunger:

  • 1 Spaghettikürbis
  • 1 Handvoll Steinpilze, ganz oder kleingeschnitten
  • 5-6 Tomaten
  • Tomatensauce
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • reichlich geriebenen Parmesan
  • Basilikum, gern frisch
  • Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Den Spaghettikürbis halbieren. Das Kerngehäuse mit einem Löffel entfernen. Öl in die Mulde geben und auch den Rand gut einölen. Tomaten kleinschneiden und in die Mulden geben. Frühlingszwiebeln kleinschneiden und auf den Kürbis streuen. Steinpilze hinzufügen. Mit Basilikum, Salz und Pfeffer würzen. Tomatensauce auf den Kürbis geben und mit Parmesan bestreuen. Kürbishälften auf ein Backblech legen. Für etwa 1 Stunde in den Ofen geben. Nach ca. 40 Minuten die Temperatur auf 160 Grad reduzieren.

Nach der Garzeit den Kürbis auf Tellern anrichten. Das Kürbisfleisch lässt sich wie Spaghetti rausdrehen. Köstlich!!!

Viel Spaß beim Nachkochen wünscht Euch Euer Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄

Vom Herbst und einer italienischen Gemüsesuppe

Ich sitze auf dem roten Cordsofa, habe die Beine ausgestreckt und blicke auf. Die Sonne auf unseren Stubenfenstern ist unerbittlich – sie setzt meine Fensterputzfaulheit buchstäblich ins rechte Licht. Golden mit gräulichen Pünktchen. Nun ja.

Aber ich möchte heute faul sein. Auf der einen Seite jedenfalls. Auf der anderen Seite sehne ich mich ein bisschen nach dem Herbst, Basteln, Nähen, Stricken, nach bunten Blättern, Waldspaziergängen mit diesem typischen Duft, nach Wollpullovern und einem kleinen bisschen Frieren mit Vorfreude auf das warme Zuhause. Wenn es dämmert oder dunkel ist und das Licht zu Hause brennt – das ist Nachhausekommen. Klingt ein bisschen wie Werbung, aber dieses heimelige Wohlgefühl…

Und ich stelle fest, dass Jahreszeiten was Schönes sind. Welches mir die liebste ist, vermag ich nicht zu sagen. Ich weiß es nicht, weiß nur, dass sie mir fehlten, lebte ich in einem Teil der Welt, wo es keine gibt. Dabei philosophiere ich so vor mich hin: Wie malen denn die Kinder in den Teilen der Welt ohne Jahreszeiten Kalenderblätter?

Im Januar habe ich eigentlich immer einen Schneemann und Schlitten gezeichnet. Im Februar tanzte Clown neben Teufel, Prinzessin und Cowboy. Im März gab es die ersten Blümchen und im April grinste der Osterhase mit Kiepe vom Kalenderblatt. Im Mai der Maikäfer mit Maiglöckchen und im Juni Sonne satt. Juli und August waren Monate mit Meer, Sand und Strand, Seesternen und Muscheln. Im September Apfel- und Birnenbäume, im Oktober Drachensteigen. Im November Stoppelfelder und Laternen. Und der Dezember natürlich Weihnachten.

Wie das wohl in anderen Teilen der Welt ist?

Irgendwie bekomme ich gerade doch Lust auf Basteleien. Vielleicht Sockenstricken? Dann kann ich gemütlich auf dem Sofa liegen bleiben.

Oder ein herbstliches Menü kochen. Fangen wir doch mit einer Minestrone an. Die geht schließlich immer!

Ihr braucht:

  • 3 Handvoll bunte Bohnen, z.B. grüne, gelbe und lila Bohnen
  • 5 Wurzeln
  • 1 Stange Porree
  • 1 Stange Sellerie
  • 1 rote Spitzpaprika
  • 4 Kartoffeln
  • 1 Zucchini
  • Tomatenmark
  • Salz und Pfeffer
  • Basilikum, gern frisch
  • Parmesan
  • Etwas Olivenöl

Zunächst alles Gemüse putzen bzw. schälen und klein schneiden. Olivenöl in einen großen Topf geben und als erstes die Wurzeln anschwitzen, dann Sellerie und Porree, bis das Gemüse weicher wird. Mit Wasser, ca. 700 ml, aufgießen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Anschließend die Kartoffeln, die Spitzpaprika und die Bohnen hinzufügen. Für ca. 10 Minuten abgedeckt köcheln lassen. Dann die Zucchini hinzufügen. Weiter für ca. 5 Minuten köcheln lassen, gelegentlich umrühren. Basilikum kleinschneiden und zur Suppe geben. Mit Tomatenmark, Salz und Pfeffer abschmecken.

Suppe vor dem Servieren mit gehobeltem Parmesan bestreuen und schön heiß genießen.

Eine perfekte Suppe nach einem herrlichen Herbstspaziergang!

Genießt die Jahreszeiten, die Erntevielfalt, das Herbstlicht!

Und viel Spaß beim Nachkochen!

Euer Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄

Tiergeschichten vom Dorf und ein Blumenkohl-Spinat-Curry

Manchmal wünsche ich mir, Schafanpflocker auf einem Deich zu sein. Es gibt so Tage. Ich könnte auch einfach aufs Meer schauen und Wellen zählen, oder Möwen. Möwen zählen wäre auch in Ordnung. Oder dem Gras beim Wachsen zusehen, die Wolken ziehen, den Schneeflocken beim Tanzen, obwohl das zurzeit eher unvorstellbar ist.

So beobachte ich zum Beispiel Mäuse. Ähnlich entspannend. Die Mäuse machen nämlich Polonaise und ziehen über den Steingarten an meinem Elternhaus. Mäuschen Lopez die 14. oder 15. geht vorweg. Auch sie hat den runden Popo ihrer Urururururur… also ihrer Vorfahrin geerbt. Die hatten wir Mäuschen Lopez getauft, weil sie eben so einen großen runden Pöter hatte.

Mäuschen Lopez’ dunkle Knopfaugen schauten stets so friedlich aus dem braunen Mausgesicht, dass man nicht anders könnte als das Mäuschen zu lieben und mit Mandeln und Nüssen zu füttern. Und weil es dem Mäuschen und seiner Familie so gut ging, blieb die fellige Sippe im Steingarten und dem Hang wohnen und bekam von Zeit zu Zeit Nüsse und Mandeln kredenzt, bescherte uns ab und an einen Besuch und zeigte uns ihr Vertrauen, wenn sie mit dem Nachwuchs um die Häuser zog.

Mäuschen waren nicht alles. Mathilde war eine Rebhuhndame. Sie verbrachte zwei Tage und drei Nächte im Sauerkirschbaum. Irgendwie war sie von ihrer Bahn angekommen. Wir ließen sie gewähren und im Baum, bis sie eines Morgens aufbrach.

Rumpel zog Jahr für Jahr in den Dachkasten und brachte Junge zur Welt, die fröhlich quiekend um 4:30 Uhr jeden Morgen unbeirrt das Heim verließen, um von Mutter Marder zu lernen. Und so zog der Mardertrupp auch an der Balkontür vorbei, dahinter das Schlafzimmer meiner Eltern. Und wie auch Menschenkinder alle unterschiedlich sind, schaute das letzte der Marderjungen mit den Pfoten an die Balkontür gelehnt in das Schlafzimmer, Auge in Auge mit meiner Mutter. Es hätte schöner nicht sein können.

Das Highlight aus dem dörflichen Tierleben, neben unzähliger Rotschwanzpärchen, vorwitzigen Meisen, Kernbeißern, Spechten und Igelfamilien, war allerdings Rüdiger. Seines Zeichens eine sogenannte „Kleine Hufeisennase“. Eine Fledermaus, die es im Hauseingang urgemütlich fand und dort ihre Zelte aufschlug. Da wir das Haus nur noch über den Keller betraten, um Rüdiger nicht zu stören, riefen wir den dorfansässigen Fledermausforscher an. Und bevor es ungläubige Stimmen gibt: Ja, den gab es damals! Der Forscher kam eines Abends mit allerlei Gerätschaften, nahm Rüdiger professionell von seinem Stammplatz, vermaß und untersuchte ihn.

Rüdiger war topfit, wollte wohl nur mal alleine abhängen. Kann ich verstehen. Rüdiger flog dann irgendwann von dannen.

Randall, der in einer Art Wohngemeinschaft mit uns lebende Marder, scheint inzwischen mit seinen Jungen ausgezogen zu sein. Mit uns leben unsere Sittiche, Emil und Emma, die in dieser Affenhitze endlich entdeckten, dass ein Bad ganz erfrischend sein kann.

Und weil diese Tiergeschichten allesamt so herzig sind, gibts heute ein veganes Blumenkohl-Spinat-Curry.

Ihr braucht:

  • 1 Blumenkohl
  • Pflanzenöl
  • 1 TL Senfsamen
  • 1 TL Kumin (Kreuzkümmel)
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 Knoblauchzehe (zerdrückt)
  • 1 kleingewürfelte halbe Zwiebel
  • 1 Chili, in Scheiben geschnitten
  • 500 g Babyspinat
  • Gemüsebrühe (etwa 3 Kellen)
  • reichlich frischen, gehackten Koriander
  • Salz und Pfeffer

Brecht den Blumenkohl in kleine Röschen und stellt ihn beiseite.

Gebt das Öl in einen Topf und fügt die Senfsamen hinzu. Erhitzt sie, bis sie platzen.

Gebt das restliche Gemüse dazu, außerdem Knoblauch, Zwiebel und die Chili. Unter ständigem Rühren etwa zwei bis drei Minuten anschwitzen.

Blumenkohl, Spinat, Gemüsebrühe, gehackter Koriander, Salz und Pfeffer dazugeben und bei schwacher Hitze 15 Minuten kochen, bis der Blumenkohl weich ist.

Kocht in der Zwischenzeit etwas Basmatireis. Für zwei Personen reicht eine Kaffeetasse.

Wenn alles fertig ist – schön anrichten und genießen!

Vom Hasen und vom Igel – Falscher falscher Hase

Ziehen wir das Pferd doch mal von hinten auf. Der Hase war tot – er war zu viel gelaufen, und verlieren wollte er nicht, der Hase. Sein falscher Stolz trieb ihn dann buchstäblich in den Tod. Wie einstmals in Marathon als der Läufer nach Überbringung der Botschaft aus den Latschen kippte und somit tot umfiel. Doch der Hase war auf einem hohen Ross. Er hatte vorher den Igel getroffen und sich über seine kurzen Beine lustig gemacht. Der Igel aber schien aus Hasenaugensicht ein einfältiges Gesicht zu haben; er war aber nicht dumm und hörte sich an, was der Hase zu sagen hatte.

Der Hase rümpfte die Hasennase und schaute – auf seinen Hinterbeinen stehend – den Igel von oben herab an. Ja, einfältig und dicklich war dieses Tierchen. Seine Grunzlaute waren so gar nicht possierlich, und Schnecken fraß er – widerlich. Und mit der Höhenluft in der Nase schlug der Hase dem Igel einen Wettstreit vor. „Wir laufen um die Wette!“ und innerlich rieb sich der Hase bereits die Hände. Sollte der dümmliche Igel einschlagen – er, der Hase von Welt, würde gewinnen.

Hase und Igel brachten sich in Position und liefen los, liefen und liefen über Stock und über Stein. Der Hase blindlings jedoch erstarrte als er den Igel am Ende der Strecke entdeckte. Dann hörte er ihn rufen: „Ich bin schon da!“

Wut stieg in dem Hasen hoch, blinde Wut. Wie konnte das passieren? Wir konnte dieser fette Igel schneller sein als er? Der Hase! Er – das schnellste Waldtier? Was fiel ihm – diesem haarigen Igel – eigentlich ein?

In seiner Eitelkeit verletzt und mit angekratztem Stolz forderte der Hase Revanche. Hase und Igel stellten sich an die Startlinie, liefen los und liefen, liefen, liefen – bis, ja, bis der Hase in der Ferne wieder den Igel winken sah. Und er hörte wie er rief: „Ich bin schon da!“

„WUT – WUT – WUT!!!“ kochte es im Hasenmagen. „Nein, nein, nein!“ schallte es im Hasenhirn. „Das KANN nicht sein!“ schnaufte der Hase. Uneinsichtig forderte er Revanche um Revanche – bis das Hasenherz aufhörte zu schlagen und der schöne, stolze Hase mit dem glänzenden Fell und den seidenen Hasenohren auf den Waldboden sank.

Doch was hatte der Igel an sich, dass es den Hasen derart provozierte? War er etwa glücklich mit seiner Igelfrau? War er etwa zufrieden mit sich selbst und seinem Leben? Oder – was für den Hasen ein gar unerträglicher Gedanke war – war der Igel etwa glücklich?

Nun, geht man nach der Moral des Märchens ist klar, dass der Hase die Quittung für sein herablassendes Verhalten kassiert. Dass er den Igel nach seinem Äußeren bewertet und sich ihm überlegen fühlt, wird dem Hasen zum Verhängnis.

Und der Igel? Der nimmt mit seiner Frau, die ihn bei dem ungleichen Rennen unterstützt, weil sie eben ein gutes Team sind, in Kauf, dass der Hase Runde um Runde um sein Leben rennt und rennt und rennt.

Und der Leser jubelt…denn der Igel hat gewonnen. Hat er? Hat das Igel-Team tatsächlich gewonnen? Oder hat das Igel-Team mit unlauteren Mitteln gegen den zugegeben arroganten Hasen gekämpft? Lässt man einen Hasen in Rage sehenden Auges in sein Unglück laufen?

Ich bin mir unschlüssig, aber als Kind tat mir der Hase irgendwie immer leid. Irgendwas war dort in seinem Hasenhirn, das ihm Kummer bereitete. Grundsätzlich böse fand ich den Hasen nie, nur irgendwie auf der falschen Spur. Ein bisschen so wie Draco Malfoy.

Armer falscher falscher Hase…

Und weil der arme Hase nicht noch ärmer dran sein soll, gibts falschen falschen Hasen – ein vegetarischer Hackbraten.

Ihr braucht:

  • 1 kleingehackte Zwiebel
  • 2 feingehackte Knoblauchzehen
  • 3 EL weiche Butter oder Öl
  • 4 Möhren, geraspelt
  • 2 Stangen, in 0,5 cm Stücke geschnitten
  • 50 g Walnüsse, fein gemahlen
  • 50 g Cashewnüsse, fein gehackt
  • 50 g Sonnenblumenkerne, fein gemahlen
  • 60 g glutenfreies Paniermehl
  • 2 TL Johannisbrotkernmehl
  • gehackte glatte Petersilie
  • gehackten Thymian
  • Saft einer Bio-Zitrone
  • 2 Bio-Eier
  • 1 Becher saure Sahne oder Schmand
  • Salz und Pfeffer
  • Geriebene Muskatnuss

Fettet eine Auflauf- oder Kastenform mit Butter oder Öl aus. Gebt Öl in eine Pfanne mit hohem Rand oder einen Topf. Schwitzt die Zwiebel und die Knoblauchzehen an. Dann gebt nach und nach das Gemüse hinzu. Anschließend gebt Ihr die gemahlenen Nüsse in den Topf und rührt gut um. Dann die Kräuter und den Zitronensaft hinzufügen, anschließend die Eier und den Schmand bzw. die saure Sahne. Allmählich entsteht eine teigartige Masse. Schmeckt gut mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss ab. Die Masse kann schon Wumms haben.

Gebt die Masse in die vorbereitete Form und stellt den falschen falschen Hasen in den Backofen. Backt den falschen falschen Hasen bei 180 Grad für ca. 35 Minuten.

Dazu schmecken Kartoffelbrei und breite Bohnen. Aber auch anderes Gemüse der Saison wie z. B. Kohlrabi oder knackiger Spitzkohl sind köstlich!

Viel Spaß beim Nachkochen! Und denkt mal über den Hasen nach.

Es grüßt Euch herzlich Euer Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄

Nicht die Bohne…alles Käse und ein Gedanke

Saubohnen, auch Pferdebohnen oder dicke Bohnen genannt, haben es gern kuschelig. Dicht an dicht liegen sie in ihrer Schote, und es sieht aus wie ein wärmendes Fell, wie die grünen Böhnchen so aneinander liegen.

Früher verband ich Saubohnen mit Kartoffelpuffer. Meine Oma machte die besten Puffer, und die ganze Küche roch nach Fett, rohen Kartoffeln und ein bisschen Zwiebel. Die Puffer wurden dick mit Zucker bestreut, oder es gab Apfelmus dazu. Ich glaube, ich habe mal sechs Stück geschafft. Anschließend war mir bestimmt schlecht.

Hatten Mama und ich unsere Bäuche gefüllt, mussten wir uns zu Hause aller Klamotten entledigen, denn wir rochen selbst wie eine kleine Pufferküche. Eigenartigerweise war Oma gar nicht so der Pufferfan. Auch sonst waren Süßkram und Mehlspeisen mehr Opas und mein Ding. Milchreis mit Zimt und Zucker, Pfannkuchen oder Zuckerbrot in einen bekannten Getreidekaffee gestippt. Immer wenn es Puffer gab, hatte Oma ein Schälchen mit dicken Bohnen in der Speisekammer stehen. Eingelegt in Essig und Zwiebeln. Nicht unbedingt mein Lieblingskombination, aber die Form der grünen Bohnen faszinierte mich damals schon. Und manchmal mopste ich mir doch ein Böhnchen; nach sechs Puffern gar nicht so schlecht.

Meine Lieblingskombination allerdings ist ein Zufallsprodukt. Neulich auf dem Wochenmarkt entdeckten wir einen neuen Stand. Ein fröhlicher junger Mann voller Enthusiasmus stand in dem kleinen Marktwagen und bot seine Produkte feil: allerfeinsten Ziegenkäse. Naheliegend daher der Name Die Ziegerei.

Die Ziegerei wurde 2005 gegründet und ist ein Bio-Milchziegenbetrieb mit eigener Hofkäserei. Leidenschaft ist zu spüren. Und so steht auch auf der Homepage, dass Hiob und Sophia den Betrieb seit 2017 im Sinne des ökologischen Landbaus zukunftsorientiert und mit großer Leidenschaft weiterentwickeln.

Wir kaufen Ziegen-„Feta“ und ein Stück von einem frischkäseartigen Käse, der dem Vesuv ähnelt und lustigerweise mit Asche ummantelt ist. Hiob lächelt und schneidet bereitwillig Ecken ab, reicht diese über den Tresen und lässt uns probieren. Der Käse zergeht auf der Zunge.

„Vielleicht,“ so denkt sich der Pilz in mir, „wird das ja mein erstes Abenteuer?“ Und mein Vorzeigemodell liest meine Gedanken: „Hey, Pilz auf Pirsch, wäre das nicht was?“ fragt er.

Denn den Hof findet man im Herzen von Niedersachen in der Mitte von Bremen und Hannover in Hohenmoor, einem Ortsteil von Asendorf.

Schon länger spiele ich mit dem Gedanken, mein Pilzhütchen in Höfe, Ställe, Küchen, Cafés zu stecken und darüber zu berichten. Und ich strecke meinen Rücken. Dies könnte der Anfang meiner Pirsch sein.

Doch bevor ich meinen Rucksack packe, muss ich die Hitze überstehen, und ich kredenze Euch einen Dicke Bohnen-Salat mit Ziegen-„Feta“ und Rucola.

Ihr braucht für 2 Personen:

  • 1 Handvoll dicke Bohnen (ausgepult)
  • 1 Stück Ziegen-„Feta“
  • 1 Handvoll Rucola
  • Saft von einer Zitrone
  • 1 TL flüssigen Honig
  • 3 EL Sonnenblumenöl
  • Salz und Pfeffer
  • Kocht die Bohnen für ca. 5 Minuten und blanchiert sie anschließend mit eiskaltem Wasser. Gebt den Käse in eine Aufkaufform mit etwas Öl und stellt die Form in den Backofen (180 Grad, 10 Minuten). Wascht den Rucola und stellt ihn beiseite.
  • Mischt den Saft der Zitrone mit dem Honig, dem Öl und Salz und Pfeffer und macht daraus ein leckeres Dressing. Ich empfehle Euch, die Zitrone sparsam zu dosieren – lieber nachkippen.
  • Holt den Käse aus dem Ofen und zerbrecht ihn mit einer Gabel.
  • Nun gebt Ihr den Rucola und die Bohnen in eine große Schüssel, streut den Käse drüber und gießt das Dressing auf die Mischung. Vermengt alles und richtet es nett an. Dann bleibt Euch nur noch: Genießen!
  • Viel Spaß beim Nachkochen, und wer weiß – vielleicht startet meine Pirsch ja demnächst?
  • Es grüßt Euch herzlich Euer Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄
  • Vom Fuchs: Eine etwas andere Fabel und ein Vietnamisches Tofu-Baguette

    Der Fuchs hat die Gans nicht stehlen können. Auch die Hühner blieben verschont. Der Hühnergott hat seine Pflicht und Schuldigkeit getan. Hat mit Donnern und Klackern den Listigen vom Stall verscheucht. Die Hühner darinnen – dicht an dicht – hatten vor lauter Angst das Gackern vergessen. Und der Fuchs zog von dannen, mit hängenden Schultern und knurrendem Magen. Trottete durch die Nacht – auf der Suche nach etwas Essbarem. Doch nichts kreuzte seinen Weg durch die Felder und Wiesen, Wälder und Auen. Der Fuchs war auch ein wenig faul, wollte, dass ihm die Brathähnchen in den Mund flogen. Und er träumte auf seiner Tour durch den Wald von Hühnertransportern, die durch den Wald fuhren und vor seinem Bau hielten. Gefüllt mit Brathähnchen und Kaninchen und allerlei anderem Getier. Paradiesisch wäre das. Und der Fuchs trottete weiter. Vielleicht, so dachte er, wäre das gar keine schlechte Idee. Vielleicht könnte man so alle Füchse dieser Welt ernähren, Huhn für alle! Aber nur Huhn bitteschön. Hahn war immer so zäh. Vor seinem inneren Auge sah der Fuchs ein Logo auftauchen „Fuchs Foods“. Ja, das klang gut.

    Und so beschloss der Fuchs, dass er zum Schneckenkönig gehen sollte. Der Schneckenkönig, eine stolze Weinbergschnecke mit Erdbeerblattthron, war ein guter Ratgeber. In besonderen Nächten, wenn die Luft feucht war und sich der Vollmond in den Pfützen spiegelte, konnte der Schneckenkönig in die Zukunft sehen. Und vielleicht, nur vielleicht, hatte unser rotfelliger Freund ja Glück…

    Der Fuchs hatte Glück. Der Schneckenkönig mit seinem herrlich schillernden Schneckenhaus betrachtete schon eine ganze Weile den Tropfen am Halm des hohen Grases. Der Vollmond verlor sich darin und ließ den Tropfen strahlen und funkeln. Und ohne ein weiteres Wort deutete der Schneckenkönig auf den Tropfen. Wie ein Stummfilm sah der Fuchs darin seine Vision. Hühner in Reih und Glied – wie sie die Rampe hochmarschierten in den Wagen mit der Aufschrift „Fuchs Food“. Kein Gackern und kein Krähen, die Augen weit aufgerissen. Und der Fuchs schluckte. „Willst Du das?“ fragte der König. Beschämt schlug der Fuchs die Augen nieder. „Willst Du noch mehr sehen?“ fragte der König. Der Fuchs war mutig und betrachtete den Rest – Küken auf Laufbändern, durchleuchtete Eier. Ohne ein weiteres Wort trottete er davon. „Nein!“ flüsterte er in den Wald. „Mein Essen soll etwas wert sein.“ Und gedanklich strich er den Schriftzug durch, aß in dieser Nacht ein wenig Grünzeug und schlief unruhig. Es muss am Vollmond gelegen haben.

    Wer wissen will, was Hühnergötter und Schneckenkönige tatsächlich sind, der scrollt einfach nach unten. Und wer wissen will, was mit dem Fuchs passiert ist, dem sei so viel gesagt: Er hat was verstanden. Sicherlich ist er kein Vegetarier geworden, aber er ist eingestanden für diese Welt und hat sich Gedanken gemacht. Er hat sein Leben umgestellt und ist auch mal eine Nacht mit knurrendem Magen ins Bett gegangen, weil er eben nicht eine Sechser-Hühnerbein-Box in sich reingeschaufelt hat.

    Und der Schneckenkönig ist eine dieser Seltenheiten, die mit Weitsicht durch die Welt gehen. Nicht mit erhobenem Schneckenfühler, aber vielleicht mit einem sanften Fingerzeig und manchmal einer erschreckenden Version.

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    Hühnergötter sind Steine mit Loch. Die Löcher entstanden durch das Meer. Früher hängten die slawischen Völker im Baltikum diese Lochsteine an ein Band und hängten diese Kette an den nachts verschlossenen Hühnerstall. Der Wind spielte mit dieser Kette, und das Klackern sollte den Fuchs vertreiben. Schutzgötter für die Hühner.

    Schneckenkönige sind sehr selten. Als Schneckenkönige bezeichnet man Schnecken, deren Häuser in die nicht typische Richtung gewunden sind.

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    Möglicherweise habt Ihr Zuhause ja noch ein Päckchen Tofu im Kühlschrank. Dann sei Euch dieses Rezept ans Herz gelegt.

    Vietnamesisches Baguette mit Tofu und Sesammayonnaise

    Ihr braucht:

    • 1 Packung Tofu Natur
    • Soja- und Worcestersauce (glutenfrei)
    • 1 Stange Staudensellerie
    • 1 Spitzpaprika
    • 1 Frühlingszwiebel
    • Frischen Koriander
    • 1 Bio-Mayonnaise (glutenfrei)
    • Sesam
    • Sesamöl
    • Salz und Pfeffer
  • Zerkrümelt den Tofu und legt ihn für 30 Minuten in drei EL Sojasauce und drei EL Worcestersauce ein.
  • Schnippelt das Gemüse klein. Und gebt Sesamöl in eine Pfanne. Bratet zunächst die Zwiebel an, dann die Paprika und den Sellerie. Dann gebt den Tofu dazu und bratet ihn scharf an. Immer schön rühren und weiter braten, bis alles lecker duftet und angeröstet ist. Eventuell mit Salz und Pfeffer würzen. Die Hitze reduzieren.
  • Schneidet den Koriander klein und stellt ihn beiseite.
  • Gebt einen großzügigen Klecks Mayonnaise in eine Schüssel. Röstet den Sesam in einer separaten Pfanne ohne Öl. Lasst den Sesam etwas abkühlen und gebt ihn dann zur Mayonnaise. Rührt den Sesam unter.
  • Schneidet ein Baguette halb auf und gebt einen großzügigen Klecks Mayo hinein. Dann folgt das Tofu-Gemüse-Gemisch, dann Koriander-Blätter.
  • Und dann?
  • Nur noch genießen.
  • Künstlerfamilie – Treffen sich zwei Fräuleins – Ode ans Risotto

    Mein Vorzeigemodell und ich sitzen häufig auf Æblerø oder Pæreø und diskutieren bei einem Kaltgetränk oder einer herrlich duftigen Tasse schwarzen Tee über die verschiedensten Dinge. Neulich sprachen wir darüber, dass die Welt so klein geworden ist, aber wir Menschen uns doch immer fremder werden. Ein Phänomen, über das ich viel und lang nachdenken musste und zu dem Ergebnis gekommen bin, dass es immer einen Unterschied zwischen dem Fremden und dem Eigenen gegeben hat und immer geben wird. Man darf nur nicht die Neugier verlieren und das Interesse und den Mut, auf etwas Fremdes zuzugehen. Aber Stopp – bevor ich mit erhobenem Zeigefinger pauschalisierend meine Küchen- oder vielmehr Balkonpsychologie zum besten geben.

    Ich überlegte weiter, wie es wohl gewesen ist, in Deutschland in den Fünfziger bzw. Sechziger Jahren. Und während sich die Filmrolle klackend drehte, färbte sich die Fantasie sepia…

    Wir schreiben das Jahr 1967.

    „Er kommt aus einer Künstlerfamilie!“ Zustimmendes Gemurmel, einige nicken. „Soso!“ Oder: „Aha!“ „Der Vater. Musiker.“ Wieder Zustimmung. „Und die Mutter?“ „Die? Ja die malt!“ Wieder Nicken. Dann nippen sie in Eintracht vom Bier, der Schaum macht ihnen Schnurrbärte. Zufriedenes Seufzen. Das Bierglas wird auf dem aufgeweichten Deckel abgestellt. Das kleine Mädchen, Luise heißt es, schaut in die Gesichter. „Was heißt denn Künstlerfamilie“? fragt es.

    Der Vater spielt Geige, die Mutter Klavier. Sie hat eine glockenhelle Stimme. Man hört sie manchmal, wenn der Wind günstig steht. Die Kleider, die sie trägt, schmiegen sich an ihren Körper. Sie trägt Schuhe mit hohen Absätzen und ihre Haare hat sie in Wellen gelegt. Sie ist das, was man schön nennt. Gepflegt. Sie zieht sich einen Lidstrich. Manchmal geht sie barfuß durch den Garten; dann hat sie die Hosenbeine hochgekrempelt. Luise könnte darum wetten, dass ihre Fußnägel lackiert sind – klatschmohnrot. Gesehen hat sie sie nicht. Manchmal stellt sie sich die Frauen der Familie vor wie Elfen, ätherische Wesen, die im Kreis durch den Hain tanzen. Mit Blütenkronen im Haar.

    Plötzlich die Antwort auf Luises Frage: „Na, die sind anders!“ Und von den Bierbäuchen kommt zustimmendes Brummen.

    „Ja und?“ fragt Luise.

    „Die sind nicht wie Du und ich!“ brummt ein anderer Bierbauch. „Die schlafen bis Mittag, dann klimpern sie auf dem Klavier rum, und sie macht Kleckse auf die Leinwand.“

    „Warum redet Ihr so abfällig?“ fragt Luise kleinlaut. Bis mittags schlafen, Klavierspielen und malen findet sie einen ziemlich guten Lebensplan.

    Nun schnaufen die Bierbäuche. „Fräulein Naseweiß!“ kommt es ermahnend von der Theke. Die gute Ute steht dort mit Händen in den Hüften und streckt das nach vorn, was die Männergesellschaft gern als „ordentlich Holz vor der Hütte“ bezeichnet, wenn sie meinen, dass ihnen keiner zuhört.

    Luise zuckt mit den Schultern. Die gute Ute ist nämlich gar nicht so gut, wettert über alles Neue und Fremde. Fräulein Naseweiß aber ist neugierig und schleicht sich wenig später am Bach entlang in Richtung Wald zu dem Häuschen, in dem die sogenannte Künstlerfamilie wohnt, positioniert sich hinter der Hecke.

    Dahinter beobachtet sie ein Mädchen mit dunklen Haaren. Etwa 13 Jahre alt ist, so alt wie sie selbst, und sie geht in die Parallelklasse von Luises Schule. Sie spielt im Gras in ihrer eigenen Welt ein Spiel mit Ästen, Schneckenhäusern, Vogelfedern und Gänseblümchen. Luise findet es gar nicht fremd und möchte Teil dieser Welt sein, traut sich aber nicht. Plötzlich ruft jemand: „Francesca!“ Und Francesca blickt auf, schaut durch die Hecke und erblickt Luise. Die erstarrt. „Ciao!“ sagt Francesca und hält ihr ihre Hand hin, durch die Hecke. „Hallo!“ krächzt Luise und schaut in ein Paar dunkelbraune Augen. Francesca, der Name klingt so fremd in den Ohren – ganz anders als Gabriele oder Edeltraut. Aber schön!

    Zögernd tritt Luise aus dem vermeintlich sicheren Versteck hervor, hält ihr eine Hand hin. „Luise!“ sagt sie. Francesca ignoriert Hand, zieht Luise an sich und küsst sie beherzt auf die Wange. Eine Weile blicken sich die Mädchen an, die eine mit dem mausbraunem Haar, den blauen Augen. Die andere mit den dunklen Locken und dunklen Augen. Dann zeigt sie Francesca Luise den Garten, deutet mal auf dies auf das, nennt italienische Namen für Kräuter und Pflanzen, die in einer Badewanne gepflanzt sind. Luise ist fasziniert von dem Neuen, dem Fremden und ein starker Entschluss reift in ihr: sie will die Familie kennenlernen!

    „Willst Du mit uns essen?“ fragt Francesca und Luise ist erstaunt, dass sie so gut Deutsch spricht. „Gern!“ murmelt Luise und schaut verlegen zu Boden. „Ich wollte nicht neugierig sein…“ beginnt sie sich zu verteidigen. Francesca winkt ab, greift Luises Hand und geht mit ihr zu dem wunderschönen Häuschen. Alle Fenster sind weit geöffnet, die weißen luftigen Gardinen wehen halb über die Blau gestrichenen Fensterrahmen. Im Garten mit den schönsten Blumen ist ein Tisch gedeckt mit buntem Geschirr, Gläsern. In der Mitte steht eine Vase, in der Jungfer im Grünen stehen und Bartnelken. Francesca stellt Luise ihrer Mutter vor in einer Sprache, die sie nicht kennt und sie starrt auf ihre Füße – die Fußnägel sind Rot lackiert – klatschmohnrot! Luise blickt triumphierend auf, Francescas Mutter lacht sie an, bedeutet ihr, sich zu setzen. Verlegen nimmt Luise Platz, Francesca brabbelt los und erklärt alles.

    „Das ist meine Mutter. Sie heißt Maria. Mein Vater, Nino, kommt später. Er ist noch auf der Arbeit! Meine Brüder, Michele und Cosimo, helfen noch bei meinem Onkel, Luigi.“

    „Also seid Ihr gar keine Künstlerfamilie?“ rutscht es aus Luise heraus. Die Lippen von Maria werden schmal, sie zieht die Augen zusammen. Luise bemerkt, ohne dass sie ein Wort versteht, dass sie einen wunden Punkt getroffen hat. Maria redet laut, gestikuliert und ist – wütend? Enttäuscht? Resigniert? Erschöpft setzt sie sich neben das Mädchen. „Scusi, kleine Luise!“ sagt sie. „Entschuldige!“ Maria seufzt. „Seit wir vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen sind, arbeiten wir. Wir arbeiten, mein marito – mein Mann,“ fügt sie an, „schuftet Tag und Nacht. Dann bekommt er einen Tag frei und er kann sich nur entspannen, wenn er spielt Klavier!“

    „Und Mamma – sie malt. Porträts von den alten Damen aus dem Nachbarort! Und früh morgens putzt sie in der Schule.“

    Luise blickt von Mutter zu Tochter und in ihr steigt Wut hoch, auf das dumme Stammtischgelabere, noch nicht mal Halbwahrheiten – das einzige, das wahr ist, ist, dass die Familie aus Italien gekommen ist 1956. Gastarbeiter. Gastarbeiterfamilie. Von wegen Künstler und bis mittags schlafen…Was „die gute Ute“ noch an Gemeinheiten von sich gegeben hat, möchte Luise gar nicht wiederholen, und sie schaut beschämt auf den leeren Teller. Maria streicht ihr über den Kopf, tätschelt ihrer Tochter die Wange, holt tief Luft und geht dann in die Küche…

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    Die Filmrolle klackt, der Blick wird wieder Full HD, das Rauschen verklingt. Wie es wohl weitergegangen ist?

    Vielleicht weiß Das liebe Marktfräulein was dann passierte?

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    Am 20. Dezember 1955 – zehn Jahre nach Kriegsende – schloss die Bundesrepublik mit Italien das erste sog. Abwerbeabkommen ab. Weitere Abkommen folgten mit Griechenland, Spanien, der Türkei, Marokko, Portugal, Tunesien und dem ehemaligen Jugoslawien.

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    Und nun sitze ich auf meinem roten kuscheligen Cordsofa und schreibe diese Zeilen und freue mich, dass die Welt so bunt ist, dass wir nicht – wie vor 85 Jahre Literatur verbrennen, die den Horizont erweitert.

    Und ich habe ein Risotto gekocht. Mit Spargel – grünem und weißem – Tomaten-Pesto, frischen Kräutern und cremig-buttriger Sauce. Und ein paar Meeresfrüchte!

    Auf die Vielfalt!

    Du brauchst:

    • 250 g Risotto-Reis
    • 250 g weißen und grünen Spargel, vorgekocht
    • Meeresfrüchte TK
    • 1 l Gemüsebrühe oder Spargelsud
    • Rotes Tomatenpesto aus dem Glas
    • 1 Stich Butter
    • 1 Schuss Sahne
    • Basilikum, Thymian, Rosmarin, Oregano
    • Salz, Pfeffer

    Gebt den Risotto-Reis ohne Fett in eine Pfanne und röstet ihn kurz an. Dann gebt die Butter dazu, rührt gut um, sodass sich die Butter gut verteilt. Als nächstes gebt Ihr die Meeresfrüchte dazu, dann gießt mit Brühe oder Spargelsud auf, sodass der Reis gut quellen kann.

    Wenn der Reis langsam die Brühe bzw. den Sud aufgesogen hat, gebt erneut Flüssigkeit dazu. Wenn der Reis noch sehr bissfest ist, gebt Ihr den Spargel – ich Stücke geschnitten – in die Pfanne. Rührt gut um, gebt eventuell noch etwas Flüssigkeit dazu. Dann schmeckt Ihr mit Salz, Pfeffer und ordentlich frischen Kräutern ab.

    Wenn Ihr Lust habt, streut Ihr frischen Parmesan auf das Risotto.

    Buon appetito wünscht Euch

    Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄