Mein Name ist Itis, Bronch Itis – und warum Apfelmus ein echter Seelenwärmer ist

Draußen scheint die Sonne und es ist für die Jahreszeit unnatürlich warm. Doch ich liege auf dem roten Cordsofa, neben mir eine Batterie an Tee, Wasser, Zeitschriften und Büchern. Ein grippaler Infekt, mit Fokus auf die Bronchien, hat mich heimgesucht, und ich fühle mich ziemlich schlapp. Morgens ist die erste Hürde: Betten machen, wenigstens ein bisschen glattstreichen. Gestern – als ich meinen Arzt aufsuchte, weil es wider Erwarten (oder wohl eher der bockigen Hoffnung zum Trotz) nicht besser wurde – hatte ich mir noch die Haare föhnen wollen. Spätestens da, mit erhobenem Arm, dachte ich, ich hätte einen 100 m Sprint hinter mir.

Und auch wenn Karl Lagerfeld zu Lebzeiten auf Jogginghosen schimpfte, war es mir sowas von schnurzpiepegal und ich fuhr in eben dieser schlabbrigen Hose zum Arzt. Ich sehe derzeit aus wie das blühende Leben, darauf kam es dann echt nicht mehr an. Allerdings könnte ich momentan problemlos einen Nebenjob im Telefongewerbe annehmen, so erotisch klinge ich. Nur die Hustenattacken sind ziemlich abtörnend.

Heute verspürte ich auch das erste Mal wieder ein leises Anzeichen von Appetit. Ich möchte fast behaupten, es war Heißhunger – auf Apfelmus. Kurzerhand schnitt ich die Äpfel klein und schälte sie vorher über den Daumen. Dabei fiel mir eine Episode ein, die ich vor etlichen Jahren einmal im Fernsehen sah. Es waren die Jahre, in denen die Kochsendungen wie Pilze aus dem Boden schossen. Jeder Sender hatte seine eigene Kochshow. Am Anfang noch durchaus interessant und amüsant, insbesondere die „Oooohs“ und „aaahs“ die das leidenschaftliche Löffelablecken noch unterstrichen. Doch irgendwann konvertierten einige Sender ihre kochenden Profis zu uncharmanten Besserwissern, die alles verteufelten, was Oma seit Jahrhunderten so gemacht hat. Blankes Entsetzen in den Augen, wenn in mancher Küche die Kartoffeln mit dem Küchenmesser geschält werden oder die besagten Äpfel über den Daumen. Das war „old school“. Dafür rollten die grünohrigen Möchtegern-Paul-Bocuses in ihren stylischen schwarzen Kochjacken mit Totenkopfknöpfen irgendeine sauteure Gerätschaft in die Küche in die oberbayrische Wirtschaft, in der sie dann die Äpfel und Kartoffeln im 87 Grad-Winkel in das unbezahlbare Hightechgerät einspannten und dann mit in die Kamera gehaltener Kauleiste rubbeldiekatz zeitgleich geschält und in akkurate Stücke geschnitten hatten. Danach kam alles in einen Topf, denn es wurde eh Mus oder Pürree draus. Sei‘s drum! Diese Sendung wurde Ihnen präsentiert vom Nicer-Dicer oder was auch immer.

Worauf ich hinaus will: heutzutage besinnen wir uns auf Oma und ihre Kochkünste zurück, verfallen in nostalgische Erinnerungen, wenn wir das Obst und Gemüse schnippeln, weil Oma das mit ihrem kleinen Küchenmesser auch immer so gemacht hat. Und? Alle sind glücklich! Magic! Nix „old school“! So einfach geht’s.

Vergangene Woche, also die vor James Bronch, diesem hustenden Held, waren mein Vorzeigemodell und ich übrigens mit meinen Eltern in Dänemark. Die Herzensheimat!

Da das Vorzeigemodell am Dienstag tagungsbedingt wieder gen Heimat fahren musste, entschied ich mich für einen Eltern-Tochter-Urlaub all inclusive. Ich blieb dort und hatte Kindheitsgefühle: Frühstück im Schlafanzug (okay – kriege ich sonntags auch), aber eben auch Essen von Mama. Es war himmlisch, und es war ehrliches Essen. Frikadellen mit Kartoffeln und brauner Sauce, Reispfanne mit Paprika, Champignons und Zucchini, Lachs mit Kartoffelbrei und Spitzkohl. Lecker 😋 „Möchtest Du noch ein Eis?“ fragt Papa, und ich antworte im Schlafanzug in eine Decke gehüllt glückselig mit „Jaaaa!“.

Natürlich habe ich mein Vorzeigemodell vermisst! Sehr sogar, aber ich habe es auch sehr genossen. Und das Wiedersehen war umso schöner.

Doch kommen wir nochmal zurück auf die ehrliche Küche. Was ist denn die neudeutsch sogenannte „challenge“? Hmm? Ein Ratatouille kochen – so wie bei Ratatouille, um den sauertöpfischen Restaurantkritiker zu überzeugen und ihn an glückliche Zeiten zu erinnern. Oder wie bei Madame Mallory – ein einfaches Omelett.

Ein „einfaches“ und gutes, bodenständiges und ehrliches Essen. Deshalb: Apfelmus!

Ihr braucht:

  • 10 Äpfel, bunt gemischt, z. B. Wellant, Ingrid Marie, James Grieve
  • 2 EL Zucker
  • Etwas Wasser

Äpfel schälen, entkernen und kleinschneiden. Mit Wasser in einen Topf geben und unter kleiner Hitze so lange köcheln lassen, bis die Stückchen zerfallen. Mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken oder vorsichtig mit einem Pürierstab. Ich mag es, wenn es noch etwas stückig ist. Abgekühlt servieren mit z. B. Pfannkuchen, Milchreis, Vanilleeis oder pur mit einem Schuss flüssiger Sahne.

Familiengeschichten Teil 1 und noch‘n Zwetschgenkuchen

Der Zwetschgenbaum im Garten meiner Eltern ist voll beladen. An so viele Zwetschgen kann ich mich nicht erinnern. Als ich letzte Woche Mittwoch nach der Arbeit mit Karl dem Kleinen zu meinen Eltern fuhr, hatte ich auf dem Rückweg zwei Kilo im Gepäck.

Wir saßen zusammen bei Bratkartoffeln und Spiegelei und genossen den Blick auf den Süntel von der Bergschmiede aus. Ein Ausflugslokal inmitten des Waldes. Die Umrisse des Süntels wurden von Minute zu Minute schärfer, das Grün nahezu giftig. Dann brach das Gewitter los, und dicke Regentropfen trommelten auf das Dach. Der Wald atmete hörbar auf. Endlich Regen! Es war urgemütlich. Die Dämmerung kroch langsam hervor und wir redeten und redeten.

Satt und zufrieden gingen wir irgendwann zum Auto, und es tropfte von den großen Bäumen. Gemächlich und vorsichtig rollten wir die kurvigen Straßen hinunter. Doch Hasen oder Rehe ließen sich nicht blicken, nur ein paar Mäuse und ein dicker Igel sausten über die Straße. Und es regnete noch immer.

Gemütlich auf dem Sofa einerseits, im Auto aber das andererseits. Denn gern fahre ich bei solch einem Wetter nicht. Doch mein lieber Papa, der beste Papa der Welt, konnte seinem Fliegenpilztöchterchen nicht den Wunsch abschlagen, dass er hinter ihr herfuhr. Gegen das Mulmige im Bauch. Und so fuhr Papa hinter mir her, bis ich von der Bundesstraße wieder runter war.

Und gegen den Kuchenhunger im Bauch gibt es umso mehr Zwetschgenkuchen!

Ihr braucht für einen Blechkuchen:

  • 250 g Butter, weich
  • 250 g Zucker
  • 3 Bio-Eier, Größe M
  • 400 g glutenfreies Mehl, z.B. Dr. Schär Mix C
  • 100 g gemahlene Haselnüsse
  • 250 ml Milch
  • abgeriebene Schale einer Zitrone
  • 1 TL Vanillezucker
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 TL Xanthan
  • 2 TL Flohsamenschalen
  • Zwetschgen, halbiert und ohne Stein
  • Zimtzucker

Gebt Butter und Zucker in eine große Schüssel und rührt beides solange mit Eurer Küchenmaschine oder dem Handrührgerät, bis eine helle und cremige Masse entsteht. Rührt die Eier nach und nach unter.

Gebt das Mehl und die gemahlenen Haselnüsse, Flohsamenschalen und Xanthan, Vanillezucker und Backpulver und die Zitronenschale hinzu und rührt, bis ein geschmeidiger Teig entsteht.

Heizt den Backofen auf 180 Grad vor. Fettet ein Backblech mit Butter ein. Gebt den Teig gleichmäßig auf das Backblech.

Die gewaschenen Zwetschgen halbiert Ihr nun und entfernt den Stein. Nun drückt Ihr die Zwetschgenhälften dicht an dicht in den Teig. Bestreut die Zwetschgen nun mit reichlich Zimtzucker.

Backt den Kuchen für ca. 40 Minuten im Ofen. Nach der Backzeit testet Ihr mit einem Holzspieß, ob der Teig durch ist. Falls nicht, lasst den Kuchen noch für weitere fünf Minuten im Ofen. Ihr könnt den Ofen schon ausstellen, die Restwärme sorgt fürs Durchbacken.

Nehmt den Kuchen aus dem Ofen und lasst ihn auskühlen.

Dazu passt natürlich frisch geschlagene Sahne. Und falls der Kuchen nicht alle werden sollte: Man kann ihn hervorragend einfrieren.

Viel Spaß beim Nachbacken wünscht Euch Euer Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄

Rosenblütengelee

„Haben wir im Urlaub gemacht!“ antworte ich und nicke dabei strahlend. Die Reaktion sind meist fassungslose Blicke. „Im Urlaub?“ kommt die ungläubige Frage dann. „Ja!“ erwidere ich, und mein Lächeln wird dabei noch breiter. Während ich das Glas in die Strahlen der untergehenden Abendsonne halte und fasziniert bin von der rosa-goldenen Farbe. Den Sommer eingemacht, konserviert, in ein Glas gegossen, verschlossen, aber doch sichtbar, sorgfältig beschriftet in geschwungenen Lettern. Rosenblütengelee.

Ich schließe die Augen und sehe sie vor mir, die großen grünen Büsche mit unzähligen, meist pinkfarbenen Blüten. Die Kartoffelrose ist eigentlich nicht dort beheimatet, fühlt sich auf dem dänischen Boden allerdings sauwohl. Von Kindheit an verbinde ich den Duft der Rosen mit Sommerurlaub. An den Ferienhäusern waren meterhohe Hecken, derer man kaum Herr werden konnte. Seit ein paar Jahren wird die Kartoffelrose ein wenig in ihre Schranken gewiesen. Die Böden sollen sich erholen. Und so sieht man die Rosen zwar immer noch zahlreich, allerdings ist sie nicht mehr ganz so stark präsent.

Ich erfreue mich jedenfalls an einigen großen Büschen, die um unser Ferienhaus stehen und schneide von der pinken Pracht ein paar Zweige ab, stelle sie in einen kleinen Krug, den ich in den Schränken des Ferienhauses finde.

Wunderschön sieht das aus und duften tut es. Sommerurlaub! Mein Gehirn ist im Entspannungsmodus. Womit wir wieder beim Rosenblütengelee wären. Einkochen ist Meditation. Man reiche mir einen Eimer Johannisbeeren, zehn Kilo Bohnen, Erbsen – ich entrispe und putze sie. Obst- und Gemüse-Yoga.

Und so geht mein Vorzeigemodell an einem dieser entspannten Tage in den frühen Morgenstunden an einen dieser Rosenbüsche und pflückt etwa 1 l Rosenblüten. Pfeift dabei ein Lied und kommt strahlend zurück. Ich grinse ihn an. „Na?“ frage ich. „Sommerurlaub!“ sagt er. Da kann ich ihm nur zustimmen.

Rezept für ca. 7 Gläser Rosenblütengelee

Ihr braucht:

    1 l duftende Rosenblüten (dabei ist es im Prinzip egal, ob Ihr die dänische Kartoffelrose nehmt oder eine andere wohlriechende Rose)
    500 ml Wasser
    400 ml Apfelsaft
    Saft einer halben Bio-Zitrone
    1 kg Gelierzucker 1:1
  • 500 ml Wasser mit 400 ml Apfelsaft mischen und die Blütenblätter dazugeben. 24 Stunden an einem kühlen, trockenen Ort ziehen lassen (nicht im Kühlschrank!).
  • Die Rosenblüten am nächsten Tage aus der Flüssigkeit fischen.
  • 750 ml von der Flüssigkeit abmessen, den Saft der Zitrone hinzufügen und alles in einen großen Kochtopf geben. Den Gelierzucker hinzufügen.
  • Zum Kochen bringen und unter ständigem Rühren zum Gelieren bringen.
  • Noch heiß in vorbereitete Gläser füllen. Fertig!
  • Das Rosenblütengelee schmeckt auch köstlich zu kräftigem Käse.
  • Probiert es mal aus!
  • Herzliche Grüße von Eurem
  • Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄
  • Von Gram Slot, Sankt Hans und einem köstlichen Omelette

    Wir hatten Urlaub, mein Vorzeigemodell und ich. 14 wundervolle Tage. 14 Tage mit bestem Wetter.

    An einem dieser Abende sitzen wir auf unserem Sofa in unserem dänischen Ferienhaus und schauen abwechselnd Prospekte an und aus den Fenstern, die bis auf den Boden reichen. Blick auf die Dünen und den endlos weiten Himmel. Zugegeben – das Possesivpronomen hat nur eine 14-tägige Gültigkeit. Doch diese 14 Tage ist es eben unser Haus, sind es unsere vier Wände, ist es unser Sofa und unsere Terrasse.

    Gestern waren wir schwimmen in der Nordsee. Es kostete keine Überwindung, denn der ablandige Wind und die 33 Grad sorgten dafür, dass man ohne zu zögern in die spiegelglatte Nordsee tauchte, sich irgendwann auf den Rücken drehte und sich treiben ließ.

    Über Nacht kam dann der Temperatursturz. Heute Wind, viel Wind und 16 Grad. Wir schmeißen den Kamin an und sitzen da, schauen auf die Flammen, ins aufgeschlagene Prospekt, nach draußen in den Himmel und die Sonne, die einfach nicht untergehen will. „Lyse nætte“ nennen die Dänen das, helle Nächte. An Sankt Hans Aften, also am 23. Juni, standen wir alle ums Feuer und sangen die „Midsommervisen“. Barfuß in kurzen Hosen – alles Sommerverliebte, alle gleich und alle in Einigkeit. Let‘s hygge beschreibt es so: „Ganz Dänemark versammelt sich zur Dämmerung am Strand, zündet ein Feuer an, singt ein Lied, trinkt ein Bier, schaut zu wie die Hexe brennt, trinkt noch ein Bier, und geht wieder nach Hause.“ Aber das Wichtige ist doch – die Menschen einigt die Zeremonie, das Beisammenstehen, das Singen.

    Kurze Zeit später erhielten die Abiturienten in Dänemark ihre „Abschlusskappen“. Zum bestandenen Abitur wünscht man sich auch „Tillykke med huen“. Denn jede(r) Reifegeprüfte erhält eine schicke Kappe mit eingesticktem Namen.

    Bild von Mousse and Pen Illustration

    Am Tag drauf ist das Thermometer wieder auf die 23 Grad geklettert, und wir haben uns für einen Besuch des Gram Slot entschieden. „Sollen wir ein Schloss kaufen, Schatz?“ soll die Frage gewesen sein, die der Schlossherr seine Frau (oder auch umgekehrt) im Jahr 2007 halb im Spaß, halb im Ernst gestellt haben soll.

    Gram Slot stand für 25 Jahre leer. Es sollte wieder mit Leben gefüllt werden. Und nun – nach einiger Zeit – erstrahlt das Schloss im Herzen Sønderjyllands im neuen Glanz. Kein pompöses Schickimicki. Nein! Gram Slot wird buchstäblich genutzt. Ein lebendes Kulturerbe sozusagen, in dem viele verschiedene Events stattfinden: Konzerte, Festivitäten, Kurse und Konferenzen. Aber nicht nur das: Gram Slot betreibt Landwirtschaft in großem Stil – biologisch!

    In dem großen Hofladen mit Café gibt es Mehle verschiedenster Sorten, Kaffee und Säfte ne Öle.
    Die Familie lebt im ältesten Flügel des Schlosses – dem Ostflügel – um 1470 erbaut. Süd- und Westflügel sind öffentlich zugänglich und werden für die Veranstaltungen und für Führungen genutzt.

    Im Café selbst herrscht angenehm ruhige Trubeligkeit. Wir schauen in die kleine, aber feine Karte und entscheiden uns nach kurzer Beratung mit der herzlichen Bedienung für Carpaccio und Omelette. Das Omelette ist glutenfrei. Um sicherzustellen, dass bloß kein Malheur passiert, brüllt die freundliche Dame aber nochmal in die Küche: „Omeletten skal være glutenfri! Pigen kan ikke tåle gluten!“

    Und das Mädchen, das kein Gluten tolerieren kann, erhält eine fantastische Portion eines glutenfreien Omelettes.

    Herrlich ist es dort. Inzwischen füllt es sich langsam mit Menschen unterschiedlichen Alters. Manche möchten Kaffee, andere einen Happen Herzhaftes.

    Wir schlendern hinaus, gehen an den Getreidefeldern vorbei, an dessen Rändern Kornblumen stehen. Es fühlt sich an wie früher, als man als Kind durch die Felder gelaufen ist.

    Nun sind wir zurück aus der Herzensheimat. Eine Woche ist schon wieder rum. Und Omelette gab’s heute. Ein Käse-Schinken-Omelette à la Gram Slot.

    Rezept

    • 3 Bio-Eier
    • Salz und Pfeffer
    • etwas Sahne
    • 2 Scheiben Bio-Kochschinken, in Streifen geschnitten
    • gewürfelten Käse, z. B. Comté oder Nordseekäse oder ähnlichen würzigen Käse
    • Öl für die Pfanne und für den Salat
    • Essig
    • etwas Salat
    • ein paar Tomaten
  • Schneidet den Salat klein, teilt die Tomaten und gebt alles in eine Schüssel. Gebt Essig und Öl darauf und ein paar der Käsewürfel. Vermengt alles und stellt es beiseite.
  • Schlagt die Eier in einer Schüssel auf. Gebt Salz und Pfeffer nach Belieben dazu, ebenfalls einen Schuss Sahne. Vermengt alles mit einem Schneebesen.
  • Gebt Öl in eine Pfanne. Wenn das Öl heiß ist, gebt die Eier hinein. Lasst das Ei bei kleiner Hitze stocken. Auf die eine Hälfte gebt Ihr Käse und Schinken. Klappt das Omelette zusammen und versucht, wenn es recht fest ist, in der Pfanne zu drehen.
  • Teilt das Omelette in der Mitte und richtet es mit dem Salat auf den Tellern an!
  • Vel bekomme!
  • Es grüßt Euch herzlich Euer

    Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄

    Ein Neujahrsspaziergang und ein Sturmbündel

    Es stürmt. Der Regen prasselt an die Fenster, und ich sitze auf dem roten Cordsofa. Die Äste der Zaubernuss peitschen gegen die Regenrinne. Unsere beiden Mitbewohner zwutscheln zufrieden ihr Sittichliedchen nebenan. Sie haben das Geknalle und Geböllere gut überstanden. Ich habe noch nie Böller angezündet. Wunderkerzen, ja, Böller, Raketen – nein. Und so auch gestern nicht oder heute Morgen.

    Viel lieber begrüße ich das neue Jahr, indem ich am späten Morgen einen Neujahrsspaziergang mache. Lang und ausgiebig, die Luft tief einatmen und sich zu fragen, wie das neue Jahr so daherkommt.

    Wir hatten schon allerlei Wetter: Schnee, Glatteis, Eiseskälte. Heute: Sturm. Doch als wir – mein Vorzeigemodell und ich – heute durch die Eilenriede gingen, tat der Himmel uns einen Gefallen und wir blieben trocken. Die Sonnenstrahlen tauchten die kahlen Bäume in goldenes Licht. Und an einem Futterplatz konnten wir einen wunderschönen Buntspecht beobachten.

    Fast automatisch setzten wir die Füße einen vor den anderen und erzählten, schwiegen, gingen unseren Gedanken nach, redeten und spazierten.

    Nebenbei haben wir schöne, heruntergefallene Äste gesammelt. Wofür? Für einen Aststrauß. Ein Ritual aus den Rauhnächten, welches besagt, dass man am Neujahrstag Äste sammeln und zu einem Bündel zusammenbinden soll. Dieses Bündel soll dann als Schutz an einem Ort an Haus oder Wohnung gehängt werden, und dabei soll man sprechen: „Ich geb Dir Deins. Lass Du mir meins!“ Der Wind soll sich in den Ästen verfangen und damit spielen und nicht das Heim zerstören. Ein schöner Brauch, wie ich finde.

    Und während ich hier so sitze, stürmt es. Und ich höre unseren dritten Mitbewohner. Auch ihm ist es zu stürmisch und regnerisch draußen: Randell, der Hausmarder, legt mal wieder eine Stippvisite ein. Und ich höre die kleinen Tatzen im Dachkasten trappeln.

    Gleich werde ich die Äste bündeln und auf Æblerø oder Pæreø hängen.

    Und dann bin ich gespannt, was dieses neue Jahr für mich, für uns bereithält.

    Bleibt alle gesund und fröhlich!

    Herzlichst, Euer Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz 🍄

    Frohe Weihnachten – God Jul – Merry Christmas – Joyeux Noël – Buon Natale

    Für Jesus war kein Platz

    In der Herberge.

    Aber dort, wo er ist,

    Entsteht Herberge für die Menschen.

    Jesus hat um sich einen Raum geschaffen,

    In dem sich Menschen verstanden und gehört fühlen.

    In seiner Nähe wussten sie sich zugehörig zur Familie Gottes.

    Da haben sie ihre menschliche Würde entdeckt.

    Da entstand ein Raum des Vertrauens, in dem sie sich bedingungslos angenommen wussten.

    (Anselm Grün)

    Ich sitze in unserem bequemen grünen Sessel im Wohnzimmer. Und ich bin auferstanden von den Toten. Der erste Weihnachtsurlaubstag begrüßte mich mit Migräne – es hämmerte und ratterte in meinem Kopf, dieses Mal die linke Seite. Erst dachte ich, dass es nicht so schlimm ist, aber nach einigen Schritten in Richtung Küche sagten mir Kopf und Magen etwas anderes. Inzwischen habe ich ein Brötchen gegessen und mein persönliches Lebenselixier zu mir genommen: schwarzen Tee! Gern Assam. Nun duften meine frisch gewaschenen Haare, meine Kuscheljogginghose ist schön bequem und meine Füße stecken in dicken Socken. In Wollsocken! Eine Freundin von mir sagte einmal: „Menschen, die keine Wollsocken mögen, sind mir suspekt!“ Ich kann ihr da nur zustimmen.

    Ich betrachte meine Füße in den bunten Socken und tue nichts anderes, als sitzen und schreiben. Und das ist schön.

    Weihnachten kann kommen. Der Kühlschrank ist gefüllt – morgen müssen nur noch ein paar bestellte Sachen abgeholt werden. Und Montag das Brot. Was Brot angeht, bin ich wohl etwas paranoid. Weihnachten muss genügend Brot da sein! Es muss bestellt werden! Rechtzeitig! Ohne Brot geht’s nicht!

    Und so werden wir uns am 24. in die Schlange derer einreihen, die Brot bestellt haben und abholen müssen. Wichtig!

    Die Weihnachtszeit bei uns wird oft eingeläutet durch die Muppets Weihnachtsgeschichte mit Gonzo als Charles Dickens und Rizzo, der Ratte. Und natürlich Miss Piggy und Kermit als Ehepaar Cratchit mit dem Schweinefroschnachwuchs. Und Eberneezer Scrooge.

    Die Scrooges dieser Welt sterben nicht aus. Nur leider scheinen sie sich nicht vom Geist der Weihnacht belehren zu lassen. Keine Mildtätigkeit, keine Nächstenliebe. In den Augen nur Gier und Niederträchtigkeit, manchmal sogar Hass.

    Natürlich: zu Weihnachten drücken viele auf die Tränendrüse. Und wie soll die einsame Oma erkennen, dass der adrette Mann in Polizeiuniform ein Verbrecher ist? Sie nur um ihr Geld bringen will?

    Früher, denke ich, waren Oma und Opa an Weihnachten dabei, saßen mit am Tisch, wurden dazugeholt. Meine Mama erzählt immer, dass ihr Vater nach dem Abendbrot an Heiligabend kurz nach draußen ging, um an den Ästen des Baumes vor dem Küchenfenster zu ziehen, sodass es ordentlich raschelte und ruckelte. Als er in die kleine Küche zurückkam, in der die sechs Kinder – teilweise mit Partnern und/oder bereits eigenen Kindern – saßen, hat er immer gesagt: „Kinder, ich glaube, der Weihnachtsmann war da!“

    Und nachdem gemeinsam abgewaschen und anschließend aufgeräumt wurde, zog die Prozession ins Wohnzimmer. Jedes Kind, jeder – gern auch mal spontane – Gast bekam ein Geschenk. Alle wurden satt und waren willkommen.

    Mein Patenonkel, stationiert in Bayern, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, jedes Jahr – vermutlich am Münchener Hauptbahnhof – eine „verlorene Seele“ aufzugabeln, die das Weihnachtsfest dann an dem kleinen Küchentisch mit den vielen Geschwistern gefeiert hat. Aus aller Herren Länder – USA, Kolumbien, aus der Schweiz – wäre ein Marsmensch am Hauptbahnhof gestrandet, er hätte anschließend am Küchentisch gesessen, hätte Mohnstollen oder Kohlsuppe gegessen und Lieder gesungen. Und er hätte ein Geschenk bekommen, einen Platz zum Schlafen und Freude erfahren.

    Diese Geschichten liebe ich. Sie sind Teil meiner Familie. Sie zeigen mir, wohin ich gehöre, warum ich die bin, die ich bin. Was mir wichtig ist und welchen Weg ich gehe – und warum.

    Und dann denke ich an meinen anderen Opa, den ich kennenlernen durfte. Opa konnte am allerbesten Weihnachtsbäume schmücken. Er hat das gute silberne Staniollametta gebügelt und die alten Kugeln aus ihren feinen Schachteln geholt, sorgsam an die Blaufichte gehängt. Manchmal hat er auch Löcher in den Stamm gebohrt und Äste umgesetzt, damit der Baum gleichmäßig war. Und die Spitze wurde angespitzt, damit der Baum eine Spitze bekommen konnte. Und Wunderkerzen kamen an den Baum.

    Opa hat meiner Mama auch ein paar blaue puschelige Hausschuhe geschenkt, als Papa sie offiziell vorgestellt hat. Das Mädchen darf doch keine kalten Füße haben! Opa war der Beste!

    Auch diese Geschichte liebe ich!

    Und ich würde sie gern alle versammeln an unserem Esstisch an Weihnachten. Eine lange Tafel mit all diesen Menschen. Denn hier ist Platz in dieser Herberge.

    In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

    Euer Frøken Fluesvamp – Fräulein Fliegenpilz

    Das Uffizien-Syndrom

    Nimm dies und das!

    Nimm Cranach, Botticelli, Michelangelo! Nimm da Vinci, nimm Rafael, nimm Caravaggio!!

    Die Uffizien (zu deutsch ‚Büros‘) sind ein von 1559 bis etwa 1581 ursprünglich für die Unterbringung von Ministerien und Ämtern errichteter Gebäudekomplex. So steht es nüchtern bei Wikipedia.

    Die Uffizien sind so viel mehr!

    Die Uffizien machen wohlig-kränklich, erschöpfend-schwärmerisch, kurzatmig-euphorisch!

    Das sind die Uffizien.

    Und jeder, der länger in Florenz, aber nicht in den Uffizien war, hat Florenz nicht gesehen!

    Erschöpft sitzen wir nach unserem Besuch in einem der unzähligen Restaurants, strecken die Füße von uns und gieren nach einem guten Essen, etwas zu trinken – nein, keinen Wein – der Kopf ist eh schon verhangen.

    Und als wir wortlos, genüsslich miteinander schweigend die köstliche Pasta verspeisen, kehren die Lebensgeister zurück.

    Das Uffizien-Syndrom – eben dieser Erschöpfungszustand, der viele Besucher dieser grandiosen Kunstsammlung ereilt – ist in der Tat kein seltenes Phänomen. Erstaunlicherweise haben wir erst nach unserem Besuch davon gelesen und uns infiziert.

    Beim nächsten Mal gehen wir wieder hin!